Skoda Karoq Scout: Rühmliche Ausnahme

Serienmäßig mit Allrad

Serienmäßig mit Allrad unterwegs: der Skoda Karoq Scout. © Skoda

Der Skoda Karoq Scout ist eine Ausnahme: Im Gegensatz zu vielen anderen SUVs ist er nämlich bereits ab Werk mit einem Allradantrieb unterwegs.

Früher war ein Allradantrieb für ein sportliches Freizeitfahrzeug (Sport Utility Vehicle) obligatorisch. Mittlerweile ist er zumindest von der Kompaktklasse abwärts fast schon einer besonderen Erwähnung wert.


Denn in diesen Segmenten begnügen sich die Käufer heute doch überwiegend mit Frontantrieb. Wer sich für einen Skoda Karoq als „Scout“ entscheidet, hat den 4×4-Antrieb immerhin stets an Bord. Ansonsten geben die Tschechen ihrem kompakten SUV in dieser Variante – es gibt noch die „bürgerlichen“ Linien „Active“, „Ambition“ und „Style“ – die üblichen Offroad-Look-Insignien in Form von Radhausverkleidungen, Unterbodenschutz und 18-Zoll-Rädern mit auf die dann gerne auch mal holprigere Strecke. Ein 2,0-Liter-Diesel und ein 1,5-Liter-Otto (je 150 PS) können mit der „Scout“-Ausstattung kombiniert werden. Die Preise starten bei 33.090 Euro (Benziner).

Karoq seit eineinhalb Jahren auf dem Markt

Der Skoda Karoq Scout verfügt optional über ein Digitaldisplay. Foto: Skoda

Seit knapp anderthalb Jahren bietet Skoda den Karoq als Nachfolger des kultig-kantigen Yeti an. Für die „Scout“-Version hat die VW-Tochter noch etwas länger gebraucht, diese Variante wird erst seit letztem Sommer offeriert. Allradantrieb gab es allerdings in Verbindung mit bestimmten Motoren auch vorher schon, so dass sich der im Vergleich knapp 3.000 Euro teurere Scout letztlich vor allem durch den optisch etwa rustikaleren Auftritt und mehr Ausstattung von einem Normalo-Karoq unterscheidet.

Auch sonst ist diese Version durch und durch ein typischer Skoda. Es gibt dank des schnörkellosen Designs viel Platz für den Fahrer und drei Passagiere. Hinzu kommt ein angemessen großer Kofferraum mit Platz für deutlich über 500 Liter Gepäck. Wer das SUV auch mal für einen Umzug nutzen möchte, kann den Raum durch Ausbau der Sitze auf bis zu 1800 Liter erweitern, wenn er für 400 Euro das sogenannte Varioflex-Sitzsystem ordert. Zusätzliche Staufächer, Taschenhaken, die große Laderaumöffnung und große Türausschnitte sorgen für die Skoda-typische Alltagstauglichkeit. Zum vernünftigen Auftritt passt das übersichtliche Cockpit mit einem schönen 9,2-Zoll-Display und aufgeräumter Mittelkonsole.

Diesel, eine passende Wahl

Das Heck des Skoda Karoq Scout. Foto: Skoda

Von den zwei angebotenen Motoren ist der Diesel die zu diesem Auto passendste Wahl, auch, wenn sich etwa drei von vier Käufern derzeit für den Benziner entscheiden. Der ab 34.850 Euro erhältliche Selbstzünder ist ausreichend durchzugsstark und liefert ein Drehmoment von bis zu 340 Newtonmetern, das fast über den gesamten in Alltag relevanten Bereich anliegt. Der Normverbrauch von 5,2 Litern ist in der Praxis bei vorsichtiger Fahrweise nicht völlig illusorisch, wer mit 6,5 Litern kalkuliert geht auf Nummer sicher und sollte nicht enttäuscht werden.

Das Aggregat ist nicht gerade leise, sein knurriges Grundgehabe ist aber auch nicht unsympathisch. Was eher nervt ist das Doppelkupplungsgetriebe (DSG), falls man sich für dieses entscheidet. Es ruckelt gerne und ist im Vergleich zu einem modernen Wandler deutlich weniger komfortabel. Dafür federt der Karoq komfortabel und das Fahrwerk kann man kaum vor ernsthafte Probleme stellen.

Scout, braucht es das?

Aber man darf sich natürlich schon die Frage stellen, ob es einer Ausstattungsvariante „Scout“ wirklich bedarf. Motor, Getriebe, Allrad und Ausstattung kann man sich schließlich auch so zusammenstellen. Das etwas robustere Outfit wird für die wenigsten Nutzer wirklich nötig sein; wer wirklich regelmäßig selbst nur in leichtes Gelände will, wird sich wahrscheinlich andere Fahrzeuge anschauen.

Aber wie heißt es so schön in einem Lied von André Heller: Die wahren Abenteuer sind im Kopf. Wer seinen Traum von der automobilen Freiheit im Karoq Scout träumt, hat zumindest beim Autokauf nicht viel falsch gemacht. (SP-X)

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