Subaru Forester: SUV mit Gesichtserkennung

Erstes Hybrid-Modell der Japaner

Der neue Subaru Forester mit Hybridantrieb. © Subaru

Auch Subaru bringt seinen ersten Hybrid-Antrieb. Die Neuauflage des Bestsellermodells Forester wird ab Frühjahr 2020 fürs zeitgemäße Fortkommen neben dem traditionellen Boxer-Benziner auch einen Elektromotor nutzen.

Gut 78.750 mal entschieden sich deutsche Autokäufer in den letzten 22 Jahren für einen Subaru Forester. Damit ist der „Förster“ nach dem 2011 entschlafenen Kleinwagen Justy das bislang meistverkaufte Modell der kleinen japanischen Autoschmiede. Der rundum neue Forester soll für Subaru nun auch das elektrische Zeitalter einläuten. Wenn auch nur ganz vorsichtig.


Denn mit gerade mal 16,7 PS ist das elektrische Helferlein im sukzessive vom Allzweck-Kombi zum SUV gewandelten japanischen Erfolgsmodells eher von der bescheidenen Art und im Gehäuse der stufenlosen CVT-Automatik versteckt. Der E-Motor dient der Unterstützung des Zweiliter-Boxer-Triebwerks, das nach wie vor mit 150 PS den Ton angibt. Dieser sogenannte „Mild-Hybrid“ ist eine bekannte Technik zum Spritsparen im Stadtverkehr und zur Leistungssteigerung in unteren Drehzahlbereichen.

Längerer Radstand, mehr Beinfreiheit

Die Rückleuchten reichen nun bis in die Heckklappe. Foto: Subaru

Der neue Forester, der nach seiner US-Premiere vor mehr als einem Jahr jetzt erstmals in der Europa-Version für eine Testfahrt bereitsteht, hat noch keine Nummernschilder. Auch seine exakten technischen Daten und Preise gibt Subaru noch nicht preis. Schon die Optik unterscheidet sich deutlich vom aktuell noch verkauften Vorgänger. Zwar blieb die bekannte Silhouette nahezu unangetastet, aber vor allem im Frontbereich setzten die Designer neue Akzente. Zwei silbern umrandete Lufteinlässe, dazwischen ein etwas höher platzierter Kühlergrill. Die seitliche Gürtellinie ist höher gerutscht, die Unterkante der hinteren Fenster steigt gen Heck leicht nach oben an. War das Hinterteil des Vorgängers eher konservativ gestaltet, umfassen die bis in die Heckklappe reichenden Rückleuchten jetzt die Ecken eines verspielten Dekorstreifens.

Die Maße wurden nur wenig nach oben korrigiert, 1,5 Zentimeter länger, 2 Zentimeter breiter. Wichtiger ist der um 3 Zentimeter verlängerte Radstand, der vor allem die Beinfreiheit der Hinterbänkler verbessert. Die Gestaltung des Innenraums wurde nur minimal verändert, bietet wie bei Subaru gewohnt solide Hochwertigkeit je nach gewählter Ausstattung.

Hybridantrieb im Gelände spürbar

Der verlängerte Radstand verbessert die Beinfreiheit der Fondpassagiere. Foto: Subaru

Erstes Testkapitel für den Novizen ist eine Geländestrecke, in der sich laut Projektchef Tomoyuki Nunome der Hybridantrieb spürbarer bemerkbar macht als auf festen Straßen. Der Ingenieur hat recht. Gerade in Schleichfahrt über dicke Steine, holprige Kuppen und unebenen Biegungen, in denen sogar das Hinterrad in der Luft steht, trumpfen die 16 zusätzlichen PS auf. Während ein Verbrennungsmotor in extrem niedrigen Drehzahlen immer wieder Gasstöße zum langsamen Vorwärtskommen braucht, ist der E-Antrieb schon beim Anrollen auf ein Hindernis hellwach und liefert genügend Durchzugskraft zum Klettern und Krabbeln.

Da der Forester traditionell in bergigen Gegenden häufiger gekauft wird als im Flachland, ist die Fähigkeit abseits des Asphalts für dortige Kunden durchaus erwünscht. So nutzte die schweizerische Post lange Zeit Subaru, um Empfänger in entlegenen Wohnlagen zu versorgen, die nur über Naturwege zu erreichen sind. Auch Wintertauglichkeit ist beim Forester serienmäßig.

E-Motor punktet mit Spritersparnis in der Stadt

Dennoch werden die meisten Neu-Förster eher selten in die Landschaft abbiegen. Doch auch wenn die klassischen Nutzer keine sportlichen Ambitionen haben, bringt der Duo-Antrieb Vorteile. Aus engen Kurven heraus nutzt er ebenfalls das frühe Ansprechen des Gaspedals, weil eben nicht auf genügend Drehzahl des Benziners zum Beschleunigen gewartet werden muss. Dem vehementen Twist nach Sportfahrer-Art steht allerdings das stufenlose Automatikgetriebe entgegen, das naturgemäß immer wieder nach der passenden Drehzahl fahndet. Es fühlt sich beim entspannten Cruisen auf der Langstrecke deutlich wohler.

Im Stadtverkehr wird der neue Forester ebenfalls punkten können. Denn beim ständigen Stopp-and-Go kann der Benziner dank des E-Motors häufig abgestellt werden. Im Schnitt ist da eine Ersparnis von zehn Prozent und mehr möglich. Der Subaru kann sogar bis 40 km/h rein elektrisch unterwegs sein. Das allerdings nur etwas mehr als 1,5 Kilometer weit.

Sitzeinstellung per Gesichtserkennung

Der Forester ist ein Wohlfühlauto mit je nach Geldbeutel üppiger Ausstattung. Foto: Subaru

Unterm Strich ist der Forester ein Wohlfühlauto mit viel Komfort auf allen Plätzen, mit einem reichhaltigen Angebot an modernen Assistenzsystemen und je nach Geldbeutel üppiger Ausstattung. Neu ist ein Abstecher in die virtuelle Welt. Per Gesichtserkennung kann sich das Auto bis zu fünf Benutzer merken. Schwingt sich einer davon dann hinters Lenkrad werden die Sitzposition, die Einstellung der Spiegel und sogar der bevorzugte Radiosender automatisch aktiviert. Eine nette Idee, wenn so ein Forester in der Familie häufig von anderen Mitgliedern genutzt wird.

Über Preise, Leistungsdaten und Verbrauch verrät die deutsche Dependance von Subaru noch nichts. Schließlich wird noch ein gutes halbes Jahr vergehen, bis der Neuling beim Händler steht. Fest steht aber, dass er immer die Hybridtechnik an Bord haben wird und stets mit Allrad unterwegs sein wird. Ganz sicher wird er auch einen Hauch teurer als das jetzige gleichstarke Modell. Das kostet je nach Ausstattung zwischen rund 32.000 und 40.000 Euro. (SP-X)

1 Kommentar

  1. Subaru kommt spät mit Elektrovarianten nach Deutschland. Da es sich aber um Technik von Toyota handelt, sollte sie sehr gut und sehr zuverlässig sein. Hybrid halte ich bis jetzt noch für am Sinvollsten. Allerdings ist dann noch mehr Technik im Auto, die auch mal kaputt gehen kann. Aber Subaru gibt ja 5 Jahre Werksgarantie. Hoffentlich machen sie dann nicht weniger.