Markt für Luxuswagen in China kühlt sich ab

Zehn Prozent Wachstum erwartet

Markt für Luxuswagen in China kühlt sich ab
In China läuft es für Audi derzeit nicht erfolgreich. © Audi

Die Autobauer gehen in diesem Jahr von einem geringeren Wachstum im Premiumsegment aus. Experten rechnen damit, dass der Gesamtmarkt nur noch um acht Prozent wachsen wird.

Der Markt für Luxuswagen in China kühlt sich ab. Nach Jahren satter Gewinne rechnen Autokonzerne in diesem Jahr auf dem größten Fahrzeugmarkt der Welt nur noch mit rund zehn Prozent Wachstum im Premiumsegment. Trotz konjunktureller Unsicherheiten gingen Experten vor Beginn der internationalen Automesse an diesem Samstag in Shanghai aber von einem gut achtprozentigen Wachstum des chinesischen Gesamtmarktes in diesem Jahr aus.

In einer Weltpremiere stellte Mercedes vor Messebeginn seinen neuen Kompakt-SUV GLA vor. China-Vorstand Hubertus Troska kündigte an, die Geländelimousine der kompakten A-Klasse als viertes Modell auch in China produzieren zu lassen. Bislang rollen in China die C- und die E-Klasse sowie die größere Geländelimousine GLK vom Band. Auf der Automesse in Shanghai sind bis 29. April fast 2000 Autohersteller und Zulieferer aus 18 Ländern vertreten. Rund 1300 Autos werden präsentiert, davon 111 Weltpremieren. 69 Konzeptautos und 91 Fahrzeuge mit alternativen Antriebsarten werden vorgestellt.

Deutsche dominieren Oberklassemarkt

Die erfolgsverwöhnten deutschen Luxushersteller, die 80 Prozent des chinesischen Oberklassemarktes dominieren, müssen sich künftig in China wohl aber mit niedrigeren Zuwächsen zufriedengeben. Cui Dongshu von der Vereinigung der Personenwagenhersteller sagte der dpa, es sei mit einem Wachstum von zehn Prozent zu rechnen. In den vergangenen zehn Jahren war das Premiumsegment mit 36 Prozent jährlich gewachsen, während der Gesamtmarkt um 26 Prozent zulegte. "Der Oberklassemarkt schwächt sich schon seit der zweiten Jahreshälfte 2012 ab und ist nicht mehr so heiß wie vorher", sagte der Experte Jia Xinguang von China Auto Industry Consulting.

BMW-China-Chef Karsten Engel erwartet nur noch "ein höheres einstelliges oder niedriges zweistelliges Wachstum im Markt". "Wir wollen aber etwas schneller wachsen", betonte Engel. "Wir wollen Marktanteil gewinnen." BMW-Vertriebschef Ian Robertson sah eine Normalisierung des Marktes. Audi-China-Chef Dietmar Voggenreiter gab sich weiter optimistisch. Er sah noch "zusätzliches Wachstumspotenzial", da der Anteil der Oberklassewagen am Gesamtmarkt in China noch niedriger sei als in anderen Ländern.

Die Unternehmensberatung McKinsey rechnet damit, dass der Markt für Oberklassewagen in China bis 2020 im Schnitt um zwölf Prozent im Jahr wachsen dürfte, während der Gesamtmarkt voraussichtlich um jährlich acht Prozent zulegen wird. (dpa)

Keine Beiträge vorhanden