BMW Connected Drive: Zwischen App und Laserlicht

Infotainment-Systeme der Zukunft

BMW Connected Drive: Zwischen App und Laserlicht
Mit dem BMW Connected Drive sicher Gefahren umfahren © BMW

BMW bereitet sein Infotainment-System Connected Drive auf die Zukunft vor. Aber auch bei der Sicherheit im Straßenverkehr sind die Münchner weit vorne.

Von Thomas Flehmer

Für die meisten Autofahrer ist es derzeit das Navi, das den Komfort-Unterschied im Auto ausmacht. CD-Radio-Kombinationen sind mehr oder weniger Standard und auch die Klimaanlage hat Einzug gehalten. Auf Seiten der Sicherheit wird das ESP demnächst in jedem Neuwagen an Bord sein, Tempomaten kosten nicht mehr, Abstandstempomaten und Assistenzen, die Auffahrunfälle vermeiden oder schmälern sollen, sind noch den Premiumprodukten vorbehalten.

BMW seit 1994 am Start mit Connected Drive

Die Anbieter dieser Premiumprodukte stecken viele Millionen in die Weiterentwicklung dieser Systeme, die den Komfort und die Sicherheit an Bord steigern sollen. Seit 1994 bereits hat BMW sein Connected Drive als optionalen Bestandteil in der Auswahl. "Damals sind wir mit dem ersten Navi und einer TV-Einheit gestartet", sagt BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Daeger, "heute sind wir absolut führend, um die Bedürfnisse zwischen Sicherheit, Comfort und Entertainment auszufüllen."

Wie Science Fiction kommen die Neuerungen zunächst vor, doch im Laufe der letzten 17 Entwicklungsjahre nähern sich Science Fiction und Gegenwart immer mehr an, sprich: Der Zeitraum zwischen den vorgestellten Neuerungen und dem ersten Serieneinsatz wird immer kürzer. So wird es zwar noch einige Jahre dauern, bis ein Laserlicht zum Einsatz kommt, doch Laser kennen wir Laien auch fast nur aus "Star Wars".

Laser-Licht eine Frage der Zeit

Laser-Licht ist heller und effizienter BMW

"Laser ist wie eine hochwertige LED", sagt BMW-Lichtexperte Helmut Ertel, "ein großer Boom durch den Laser ist nur eine Frage der Zeit." Ertel vergleicht den Einsatz von Laser-Scheinwerfern mit der Zeit, als die LED-Leuchten eingeführt wurden, die zunächst auch sehr teuer waren, aber im Laufen der Zeit immer günstiger wurden.

Einen ersten Ausblick gibt der BMW i8 Concept, in dem bereits Laserscheinwerfer arbeiten. Die Laser bündeln parallele Lichtstrahlen und haben so eine sehr viel höhere Leuchtdichte als herkömmliche LED. Dabei wird der Energieverbrauch im Vergleich zu LED halbiert, der Kraftstoffverbrauch also gesenkt, nicht viel, aber immerhin etwas. Im Zusammenspiel mit den Laserscheinwerfern setzt BMW auf den so genannten Dynamik Light Spot, eine Weiterführung des Assistenten Night Vision. Hier wird per LED ein Fußgänger, der die Straße überquert angeleuchtet. Der Spot verfolgt die Bewegungen des Verkehrsteilnehmers, der dabei nicht geblendet wird, so dass der Autofahrer auf die Situation eingestellt werden kann.

Mobile Playstation durch Headup-Display

Der BMW-Fahrer wird sicher geleitet BMW

Ähnlich wie im Science Fiction-Film fühlen sich die Teilnehmer bei der Vernetzten Vorausschau, einem System, dass schon seit Jahren auf dem Prüfstand steht. Durch die Vernetzung zwischen Autos und Signalgebern am Wegesrand kann der Autofahrer schon frühzeitig vor Gefahren gewarnt werden, die er noch nicht erkennen kann, da sie sich um die Kurve oder hinten einem Hügel befinden.

Eine Weiterführung dabei ist die Augmented Reality. Hier werden im Headup Display reale Objekte im Straßenverkehr virtuell markiert, z. B. das Auto vor einem. Sollte es abrupt bremsen zeigt das Headup-Display in Sekundenschnelle einen Alternativweg auf, um einen Crash zu vermeiden. Da fehlen eigentlich nur noch die richtigen Knöpfe zum Schießen und schon wäre die mobile Playstation perfekt.

Schnelles Downloaden im BMW

Die gewünschten Apps werden quasi serviert BMW

Ebenso Zukunftsmusik ist die schnelle Anwendung von Apps, die den BMW in ein mobiles Homeoffice verwandeln. Verbunden mit dem bereits erhältlichen LTE, dem schnelleren Nachfolger von UMTS, lassen sich auch unter schlechten Bedingungen sehr hohe Downloadraten erzielen. Und die Entwicklung wird immer weiter vorangehen – und vor allem viel schneller.

Im Prinzip sind die meisten Neuerungen von BMW fertig, doch müsse man den passenden Moment für die Einführung abwarten, sagt BMW-Projektleiter Bernhard Stümpfle. "Erst wenn alles richtig überall auf der Welt funktioniert", könne die Einführung vonstatten gehen. Ansonsten droht ein Boomerang wie bei der Einführung der Sprachsteuerung, die nicht in jedem Produkt der Autohersteller auch heute nicht funktioniert. Dafür müssen viele Daten in den jeweiligen Ländern gesammelt werden. "Die Frage ist also", so Stümpfle, "ist der Markt schon reif für unsere Technik?"

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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