Audi arbeitet an Ampel-Assistenzsystem

Badiger Start in den USA

Audi kennt die Ampelphasen © dpa

Audi geht den Ampelphasen auf den Grund. Mit einem speziellen Assistenzsystem lässt sich nicht nur Kraftstoff sparen, auch die Kommunikation wird verbessert

Noch 15 Sekunden bis «Grün»: Wenn es nach den Entwicklern von Audi geht, werden Autofahrer bald über jede Ampelphase genau Bescheid wissen. Dafür arbeitet der Autobauer an einem Ampel-Assistenzsystem, das am Rande der Elektronikmesse CES in Las Vegas vorgestellt wurde und technisch schon sehr weit ist.

Ampel-Assistent fördert Rekuperation

Das onlinegestützte System kann Daten aus den Verkehrsleitzentralen verarbeiten, bestimmt per GPS die Fahrzeugposition und kann so Rot- und Grünphasen auf der Strecke vorhersehen, erläuterte Audi-Entwickler Michael Zweck. In der aktuellen Demonstration berechnet der Assistent die optimale Geschwindigkeit, mit der man eine bevorstehende Ampel noch bei Grün erreicht, und zeigt diese im Cockpit an. Außerdem steuert er bei Rot die Start-Stopp-Automatik: Während im Cockpit die verbleibenden Sekunden Wartezeit heruntergezählt werden, springt der Motor kurz vor dem Wechsel auf Grün automatisch wieder an.

In einem nächsten Schritt könnte der Ampel-Assistent nach Angaben von Audi auch die Rückgewinnung von Bremsenergie bei Elektro- und Hybridfahrzeugen steuern oder das Infotainmentsystem beeinflussen: Dieses könnte zum Beispiel in Rotphasen die neuesten E-Mails oder SMS vorgelesen.

Audi rechnet in USA mit zwei Jahren bis zum Start

Die Einführung des Ampel-Assistenten hängt vor allem von der Verfügbarkeit der Ampelsteuerungsdaten ab, über deren Verfügbarkeit Audi intensiv mit speziellen Providern und den Stadtverwaltungen verhandelt.

Für Länder wie die USA mit einem weitgehend einheitlichen Ampelsystem rechnet Zweck mit einem Systemstart in den nächsten zwei Jahren. In Deutschland seien die Daten von Stadt zu Stadt so verschieden, dass es zunächst wohl nur Pilotprojekte in einzelnen Ballungszentren geben werde, so der Entwickler weiter. (dpa/tmn)