15. Februar 2017

Endgültige Entscheidung im Mai VW zahlt für weitere Einigung im Abgas-Skandal

VW hat allein in Nordamerika bisher 24 Milliarden Dollar zahlen müssen
VW hat allein in Nordamerika bisher 24 Milliarden Dollar zahlen müssen © dpa

VW hat in den USA eine weitere Hürde im Zuge des Abgas-Skandals genommen. Damit beläuft sich die momentane Summe der Entschädigungszahlen allein in Nordamerika auf 24 Milliarden Dollar.




Der deutsche Autobauer Volkswagen nimmt eine weitere Hürde im US-Rechtsstreit um manipulierte Abgaswerte. Der zuständige Richter Charles Breyer genehmigte vorläufig einen Vergleich zur Entschädigung von rund 80.000 Besitzern größerer Dieselwagen mit illegaler Abgastechnik.

Auch einer Einigung des Zulieferers Bosch mit US-Klägern stimmte der Richter vorläufig zu. Endgültige Entscheidungen sollen im Anschluss an eine finale Anhörung am 11. Mai fallen, bis dahin können noch Einwände erhoben werden.


Entschädigungen für SUV Touareg, Cayenne, Q7

VW ist bereit, im Rahmen des Kompromisses bis zu 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro) zu zahlen. Es geht um Rückkäufe, Umrüstungen und Entschädigungen bei Dieselwagen mit 3,0-Liter-Motoren, die von der Tochter Audi entwickelt wurden. Damit erhöht sich die Summe für Dieselgate-Vergleiche in Nordamerika auf insgesamt 24 Milliarden Dollar. Bei etwa 480.000 kleineren Wagen hatte der Konzern sich mit US-Klägern bereits auf einen Milliarden-Kompromiss verständigt.

Bei den vom jüngsten Vergleich betroffenen Autos handelt es sich um teure Dickschiffe verschiedener Marken des Volkswagen-Konzerns - Porsche Cayenne, VW Touareg und verschiedene Audi-Modelle. Für 20.000 ältere Fahrzeuge müssen den Kunden neben Entschädigungszahlungen Rückkäufe angeboten werden. Bei den restlichen 58.000 Wagen erhält der Konzern die Chance zur technischen Umrüstung.

Auch Bosch zahlt

Die vorläufige Zustimmung des Gerichts sei ein «weiterer wichtiger Meilenstein bei Volkswagens Bemühen um Wiedergutmachung», teilte das Unternehmen mit. Die Einigung biete eine faire Lösung für Kunden in den USA. Außerhalb Nordamerikas sträubt sich VW bislang gegen Entschädigungen, doch auch in Deutschland gibt es zahlreiche Klagen von betroffenen Kunden. Zudem klagen Anleger wegen angeblicher Marktmanipulation. Der Konzern weist diese Anschuldigungen zurück.

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Behörden eingeräumt, in großem Stil Messwerte zum Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid bei Dieselwagen manipuliert zu haben. Die Software für die Schummeleien kam vom Zulieferer Bosch, der ebenfalls im US-Verfahren angeklagt wurde. Um den Rechtsstreit beizulegen, nehmen die Stuttgarter eine Zahlung von 327,5 Millionen Dollar (308,6 Mio Euro) in Kauf. Den Vorwurf, am Betrug mitgewirkt zu haben, streiten sie aber ab. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Richter billigt Milliarden-VergleichVW nimmt nächste Hürde im Dieselskandal

Der Autobauer VW hat bei der Aufarbeitung des Dieselskandals die nächste Hürde genommen. Ein US-Bundesrichter billigte einen Milliarden-Vergleich mit dem US-Justizministerium zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen.


Abnahmefahrten in SüdafrikaNeuer VW Polo: Der Kleine probt den Aufstand

Der Golf ist der Bestseller bei Volkswagen. Daran wird sich auch nichts ändern. Obwohl: der neue Polo rückt jetzt ein Stück näher an seinen größeren Bruder heran. Das liegt besonders an einer Gemeinsamkeit.


Aktien schnellen nach obenVW-Kernmarke beschert Gesamtkonzern hohen Quartalsgewinn

Ausgerechnet die von der Diesel-Affäre belastete Kernmarke hat dem Volkswagen-Gesamtkonzern einen unerwartet hohen operativen Gewinn nach dem ersten Quartal beschert. Der erfolgreiche Marktstart des Tiguan gilt dabei als einer der Gründe für den Anstieg.



Mehr aus dem Ressort

Gegen PSA Peugeot Citroen wird ermittelt
Verdacht der VerbrauchertäuschungFranzösische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PSA

Die französische Justiz strengt nun auch Ermittlungen gegen PSA Peugeot Citroen wegen möglicher Täuschungen bei Abgaswerten an. Die künftige Opel-Mutter bestreitet Manipulationen.


BMW R 1200 GS Rallye
Zweistelliger Zuwachs im MärzBMW Motorrad steigert Absatz deutlich

Die Motorradsparte von BMW befindet sich auf Wachstumskurs. Die Münchner konnten im März die weltweiten Auslieferungen um fast elf Prozent steigern. Einen neuen Bestwert gab es auch im ersten Quartal.


Dieter Trzaska, Chef von Lada-Deutschland
Beschwerlicher Weg zum neuen Image«Lada wird immer Lada bleiben»

Lada will mit einem neuen Image nicht nur Förster und Gewerbetreibende in Deutschland erreichen. Im Gegensatz zur Stiefschwester Dacia bemüht sich die russische Marke dabei um Eigenständigkeit gegenüber den Anteilseignern der Renault-Nissan-Allianz.