2. August 2016

Millionenstrafe im zweistelligen Bereich Südkorea stoppt Verkauf von VW-Modellen

VW-Händler in Südkorea
VW-Händler in Südkorea © dpa

Das Umweltministerium von Südkorea hat im Zuge des Abgas-Skandals den Verkauf von 80 VW-Modellen untersagt. Die Wolfsburger erwägen rechtliche Schritte, um gegen den Verkaufsstopp anzugehen.




Im Zuge der Ermittlungen zum Abgas-Skandal bei Volkswagen hat Südkorea den Verkauf von 80 Modellen des Autoherstellers gestoppt. Mit dem erwarteten Verkaufsverbot reagierte das Umweltministerium am Dienstag auf Unregelmäßigkeiten, die in Dokumenten über Emissionswerte und Lärmtests gefunden wurden. Der Autobauer wird beschuldigt, Unterlagen geschönt zu haben, um so die Zulassung für Importautos zu erhalten.

Die Zulassung für 83.000 Autos der Marken Volkswagen, Audi und Bentley sei zurückgezogen worden, teilte das Ministerium mit. Der Hersteller muss außerdem 17,8 Milliarden Won (14,3 Millionen Euro) Strafe zahlen.


VW erwägt rechtliche Schritte

Das Unternehmen werde alle «verfügbaren Maßnahmen» gegen den Verkaufsstopp in Erwägung ziehen, sagte eine Sprecherin von Audi Volkswagen Korea in Seoul. Dazu gehörten auch rechtliche Schritte. Es seien von dem jetzigen Verkaufsstopp 80 Modelle unter 32 verschiedenen Homologation-Dokumenten betroffen. «Das ist eine der strengsten Sanktionen, die sie gegen uns verhängen konnten.» Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien noch im Gange. Mit Homologation wird das Zulassungsverfahren bezeichnet.

Volkswagen bedaure die jetzige Situation sehr, hieß es. Man werde weiter mit dem Umweltministerium kooperieren, «um das Vertrauen der Dealer und Verbraucher zurückzugewinnen».

Südkorea für VW vergleichsweise kleiner Markt

VW war der Strafe der Behörden vor anderthalb Wochen zuvorgekommen und hatte freiwillig die Auslieferung von 79 Modellen vorläufig gestoppt. Damit wollte Volkswagen nach eigenen Angaben der «Konfusion im Markt» entgegentreten.

Nach eigenen Abgastests bei mehreren Modellen der Marken VW und Audi hatten die Behörden im vergangenen November eine Rückrufaktion angeordnet. Betroffen sind Autos mit Dieselmotoren der Bauart EA 189, die vor allem zwischen 2008 und 2015 verkauft wurden. Dem Unternehmen wird allerdings vorgeworfen, bislang nur mangelhafte Rückrufpläne für mehr als 125.000 Diesel-Fahrzeuge eingereicht zu haben. VW hatte bei mehr als elf Millionen Fahrzeugen weltweit Abgastests manipuliert.

In Südkorea hatten ausländische Marken, insbesondere deutsche Marken, in den vergangenen Jahren ihre Marktpräsenz ausbauen können. Dennoch ist das Land für den VW-Konzern ein vergleichsweise kleiner Markt. In der ersten Hälfte 2016 hatten Audi und VW in Südkorea nach Angaben eines Branchenverbands mit mehr als 25.500 Autos zusammen einen Marktanteil bei Importwagen von etwa 22 Prozent. Der Absatz beider Marken ging in dieser Zeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. (dpa)



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