9. Januar 2017

Atlas kostet rund 28.500 Euro Volkswagen will in USA mit SUV-Offensive zurück zum Erfolg

VW-Markenchef Diess (l.) neben dem Tiguan XL. Fotos ▶
VW-Markenchef Diess (l.) neben dem Tiguan XL. © AG/Mertens

Mit einer großen SUV-Offensive will VW in den USA zurück in die Erfolgsspur. Dazu beitragen soll neben der Langversion des Tiguan insbesondere der für den US-Markt entwickelte Full-Size SUV Atlas. Damit nichts schiefgeht, geht er zu einem Kampfpreis an den Start.




Von Frank Mertens

Volkswagen zeigt sich in den USA trotz eines Absatzrückganges im Vorjahr um 7,6 Prozent auf fast 323.000 Fahrzeuge für 2017 optimistisch. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr wachsen werden“, sagte US-Chef Hinrich Woebcken am Sonntagabend bei der Vorstellung der Langversion des Tiguan und der Bekanntgabe des Preises für den neuen Atlas. Gerade in den letzten beiden Monaten des Vorjahres hatte VW in den USA dank der Einführung des Golf Alltrack und der Modellüberarbeitung des Passat den Absatzverlust von 10,3 Prozent im November noch mit einem glänzenden Endspurt reduzieren können.

Dieses Momentum will Woebcken mit ins neue Jahr nehmen und zeigt sich trotz der anhaltenden Folgen des Dieselskandals für dieses Jahr insbesondere wegen dieser beiden neuen Geländewagen ausgesprochen zuversichtlich: Tiguan und Atlas sollen die Marke auf dem für VW so wichtigem US-Markt wieder ins Plus bringen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn die US-Kunden stehen auf große SUVs – und genau für diese Bedürfnisse wurde der Atlas entwickelt. Er soll Kunden zur Marke bringen, die bei der Suche nach einem Full-Size-SUV ein solches Angebot bei den Wolfsburgern bisher nicht vorfanden.


Kampfpreis für Atlas

Nun gibt es den knapp über fünf Meter langen Atlas und das zu einem Kampfpreis. Die Basisversion wird etwa 30.000 US-Dollar (rund 28.500 Euro) kosten, die Topversion wird mit 48.000 US-Dollar (rund 45.600 Euro) in der Preisliste stehen. Der XL-Version des Tiguan bringt es auf einen Längenzuwachs von 21,5 Zentimeter auf nun 4,70 Meter und damit wuchs das Ladevolumen des 5+2-Sitzer um 115 Liter auf 730 bis 1770 Liter an. In Deutschland wird der Basispreis um die 30.000 Euro liegen.

Zwar sieht Woebcken die Marke in den USA am Wendepunkt, doch allein zwei SUVs reichen für eine nachhaltige Trendwende nicht aus. Deshalb wird VW in den USA in den kommenden vier Jahren eine SUV-Offensive starten, wie VW-Markenvorstand Herbert Diess ankündigte. „Wir werden in diesem Zeitraum jedes Jahr zwei neue SUVs auf den Markt bringen“, sagte Diess. Bis zum Jahr 2020 geht Diess davon aus, dass der SUV-Anteil an den Gesamtverkäufen in den USA bis dahin bei 40 Prozent liegen wird.

Invest in Ladeinfrastruktur

Der VW Atlas
Der VW Atlas © AG/Mertens

In 2020 wird dann auch der I.D. auf den Markt kommen, das erste Elektroauto der Wolfsburger auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB). Der I.D. wird es auf eine Reichweite von 600 Kilometern bringen. Damit bis dahin auch die Ladeinfrastruktur vorhanden ist und nicht als Kaufhemmnis besteht, wird VW in den kommenden zehn Jahren zwei Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren. In Europa hat sich VW mit BMW, Mercedes und Ford unlängst zu einem Konsortium zusammengeschlossen, das in den kommenden Jahren Tausende Schnellladestationen in Europa schaffen will.

Der Verkaufsstopp für den Diesel bleibt unterdessen bestehen, wie Diess ankündigte und das wird vorerst auch so bleiben. Eine grundsätzliche Abkehr vom Diesel in den USA wollte Diess in Detroit nicht verkünden. Ein Bekenntnis zum Diesel sieht indes anders aus.

Mit Blick auf die geringe Nachfrage nach der Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland – nach sechs Monaten liegen gerade etwas mehr als 9000 Anträge vor – zeigte sich Diess abwartend. Er glaubt, dass man der Prämie noch etwas Zeit geben sollte. Mit Blick auf die eigenen E-Fahrzeuge glaubt der Markenvorstand daran, dass mit dem Start des neuen E-Golfs mit einer Reichweite von 300 Kilometern auch die Nachfrage steigen wird.



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