13. Februar 2017

Pilotversuch „Ready to share“ Smart ermöglicht privates Carsharing

Der Smart ermöglicht dank der Technik von car2go privates Carsharing.
Der Smart ermöglicht dank der Technik von car2go privates Carsharing. © Daimler

Smart bietet immer weitere Mobilitätsdienstleistungen an. Nachdem der Kleinwagen mit „ready to drop“ zur Paketstation wurde, folgt nun „ready to share“. Damit kann das Fahrzeug privat an Freunde und Bekannte ausgeliehen werden.




Erst kürzlich hat Smart seinen Paket-Service „ready to drop“ gestartet, jetzt zündet die Mercedes-Tochter die nächste Stufe. Mit „ready to share“ können Smart-Fahrer ihren Wagen, wenn sie ihn nicht selbst brauchen, ganz einfach Freunden, Bekannten oder Kollegen überlassen und müssen nicht mal mehr den Schlüssel persönlich übergeben. Möglich macht’s die Technik, die auch die Car-to-go-Flotte nutzt.

In ausgewählten Städten (unter anderem Stuttgart, Köln und Berlin) können Smart-Fahrer ihren City-Flitzer seit kurzem mit einer Connectivity-Box ausrüsten lassen. Über das kleine Kästchen hinter der Windschutzscheibe lässt sich der Smart dann per Smartphone-App öffnen – so kann der DHL-Bote ein Paket im Kofferraum platzieren.


Weiterer Service

Nun erweitert Smart diesen Pilotversuch um eine weitere Funktion: Wer schon ”ready-to-drop“ nutzt, kann mit der gleichen Hardware auch sein eigenes, kleines Car-Sharing-System aufsetzen. Über die App können Smart-Besitzer festlegen, zu welchen Zeiten sie ihren Wagen vermieten möchten und dann Leute dazu einladen, auf den Kalender zuzugreifen. Noch muss jeder potentielle Mieter persönlich hinzugefügt werden, so dass sich der „Kundenkreis“ anfangs wohl auf Familie, Freunde oder die Kollegen in einem kleinen Unternehmen beschränken wird. Später könnte dieser Kalender auch öffentlich zugänglich sein – zum Beispiel über Daimlers zusätzlichen Car-Sharing-Service Croove oder per Facebook.

Neben den verfügbaren Zeiten kann man in der App auch einen Preis für die Vermietung festlegen: Entweder, man überlässt den Wagen kostenlos, zum Selbstkostenpreis – den der Wagen auf Basis der aktuellen Spritpreise automatisch errechnet – oder sogar mit einem kleinen Aufschlag, um Geld zu verdienen. So soll es über kurz oder lang möglich sein, mit wenigen Fahren im Monat zum Beispiel die komplette Leasing-Rate zu verdienen.

Homezone lässt sich festlegen

Das System kann sogar so programmiert werden, dass es nur Geld verlangt, bis eine voreingestellte Summe erreicht ist. Denn: Wer mit der Vermietung mehr Geld einnimmt, als ihn der Wagen überhaupt kostet, rutscht schnell in den gewerblichen Bereich. Das sollte zumindest zuvor mit dem Finanzamt abgeklärt werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Zusätzlich zum Preis lässt sich auch eine Homezone festlegen, in der der Wagen nach der Fahrt wieder abgestellt werden muss; auch das wird wohl erst wirklich interessant, wenn man seinen Wagen im größeren Stil anderen überlässt. Anfangs dürften Formalitäten wie der Abstellort oder aber wer die Tankrechnung zahlt eher auf dem kurzen Dienstweg zwischen Eigentümer und Fahrer geregelt werden.

Hat man seinen Smart zum Verleih freigegeben und einer der eingeladenen Car-Sharing-Teilnehmer will den Wagen nutzen, kann er ihn über die App buchen – je nach Einstellung muss die Buchung eventuell vom Eigentümer noch bestätigt werden. Der kann sie auch jederzeit wieder stornieren, falls er den Smart doch selber braucht. Erst kurz vor der vereinbarten Mietzeit erfährt der Nutzer den exakten Standort des Wagens; dort angekommen kann er ihn dann über sein Smartphone entriegeln. Gestartet wird vorerst noch ganz konventionell per Schlüssel, der im Auto deponiert werden muss.

Entriegelung per App

Ohne die vorherige Entriegelung per App ist der Schlüssel allerdings nutzlos, sprich, wenn jemand den Wagen aufbricht, kann er trotzdem nicht den Motor starten. Ein Vorteil für den Eigentümer: Er kann in Zukunft den Auto-Schlüssel immer daheimlassen, denn als Eigner braucht er den Wagen natürlich nicht zu buchen, sondern kann ihn jederzeit per App öffnen und mit dem hinterlegten Schlüssel davonbrausen.

Zumindest so lange der Pilotbetrieb läuft – während dem die Nachrüstung der Connectivity-Box und die Bereitstellung der Services übrigens kostenlos ist – stellt Smart außerdem eine Vollkasko-Versicherung für alle Car-Sharing-Fahrer bereit. Wie das in Zukunft mit den Assekuranzen geregelt wird, ist noch offen – doch zeigen laut Smart die großen Versicherungsgesellschaften großes Interesse an der CarSharing-Thematik. Auch das finale Preismodell für die Connectivity-Box und die „ready-to“-Angebote ist noch nicht in trockenen Tüchern. Allerdings geht Smart von eher geringen Kosten dafür aus. (SP-X)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Mobilität



Mehr zur Marke Smart

Ankündigung auf IAASmart wird bis 2020 zu einer reinen Elektro-Marke

Die Kleinwagenmarke Smart setzt vollkommen auf die Elektromobilität. Ab 2020 werden die Modelle der Marke nicht mehr mit Verbrennungsmotor angeboten.


Daimler nutzt RegelungslückeDUH fordert Verkaufs-Stopp des Smart-Benziners

Die Deutsche Umwelthilfe hat Daimler-Chef Dieter Zetsche zum Verkaufs-Stopp des Smart 0.9 Turbo aufgrund sehr hoher Partikelemissionen aufgefordert. Der Autohersteller verweist auf die geltenden Vorschriften.


125 PS für den FortwoBrabus pumpt den Smart auf

Brabus stellt den bereits getunten Smart-Versionen eine Top-Variante zur Seite. Der Ultimate zeigt nicht nur optisch und technisch die Muskeln, sondern auch im pekunären Bereich.



Mehr aus dem Ressort

ZF steuert die DHL-Streetscooter autonom zum Kunden
Steuerbox und StreetscooterDHL, NVIDIA und ZF liefern autonom und intelligent aus

Die DHL und ZF nehmen die so genannte letzte Meile der Auslieferungen autonom und elektrisch. Mit Steuerboxen ausgestattete Streetscooter lernen bei jeder Auslieferung neu dazu.


Lang-Lkw reduzieren den CO2-Ausstoß um elf Prozent.
Aktuelle StudieLang-Lkw reduzieren CO2-Ausstoß um elf Prozent

Der Einsatz von Lang-Lkw auf den Straßen ist umstritten. Aus Klimasicht bringt ihr Einsatz indes Vorteile, wenngleich auch nur geringe. Daimler wertet die Ergebnisse positiv.


Der DHL-Streetscooter ist rein elektrisch unterwegs
Neues WerkStreetscooter baut Elektro-Transporter in Düren

Aufgrund der hohen Nachfrage wird die Post-Tochter Streetscooter ihre Elektro-Transport auch in Düren bauen. Ab 2018 sollen dort 10.000 Fahrzeuge vom Band laufen.