Seat setzt auf weiteren Aufschwung mit dem Kleinsten

Mii rollt im Mai zu den Händlern

Der Seat Mii soll weitere Kunden zur Marke bringen. © Seat

Seat gilt als Sorgenkind des VW-Konzerns. Doch in Deutschland geht es langsam aufwärts. Dabei kann Deutschland-Chef Manfred Kantner in diesem Jahr auf eine Modelloffensive setzen.

Von Frank Mertens

Für die spanische VW-Tochter Seat läuft es derzeit in Deutschland rund. Entsprechend zuversichtlich gibt sich Manfred Kantner, der Deutschlands-Chef der Marke. Im ersten Quartal dieses Jahres konnten die Spanier 14.960 Fahrzeuge absetzen. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres ist dies ein Zuwachs von 6,2 Prozent. Greift man sich nur den Einzelmonat März heraus, dann konnte Seat mit 6588 Einheiten sogar um 7,5 Prozent zulegen.

Seat mit Modelloffensive

Das ist keine schlechte Basis, um den Absatz der Marke in diesem Jahr in Deutschland weiter zu befördern. Vor allem kann Kantner dabei auf die laufende Modelloffensive setzen. Begonnen hat sie mit dem neuen Ibiza, fortgesetzt wird sie mit dem Kleinstwagen Mii, der am 12. Mai zu den Händlern rollen wird. Danach folgen der neue Leon und der Toledo. Kantner kann bei seiner Wachstumsstrategie entsprechend auf Modellneuheiten zurückgreifen. Wer eine Marke nach vorn bringen will, der kann dies am besten mit neuen Produkten.

Sondermodell vom Seat Ibiza
Der neue Seat Ibiza Seat

Dennoch zeigt sich der Deutschland-Chef mit Blick auf die absoluten Stückzahlen, die er in diesem Jahr erreichen möchte, überraschend zurückhaltend. Nein, über Absatzzahlen mag er nicht sprechen. Allerdings verrät er dann doch so viel, dass er in diesem Jahr einen Marktanteil von über zwei Prozent erreichen möchte.

Die Betonung liegt dabei auf über. Dabei geht Kantner von einem Gesamtmarkt von bis zu 3,2 Millionen Fahrzeugen aus, wie er sagt. Angesichts dieser Zahl lässt sich entsprechend spekulieren, dass Seat 2012 wohl mindestens um die 64.000 Autos in Deutschland absetzen dürfte, vielleicht sogar etwas mehr.

Kleinstwagen Mii mit Potenzial

Seat-Deutschland-Chef Manfred Kantner.
Mafred Kantner Seat

Doch auch darauf mag sich Kantner, trotz mehrmaliger Nachfragen, nicht festlegen lassen. Im Vorjahr kam Seat übrigens auf einen Absatz von 59.030 Einheiten, ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zu 2010. Damit kam die VW-Tochter auf einen Marktanteil von 1,9 Prozent bei einem Gesamtmarkt von 3,17 Millionen Fahrzeugen, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervorgeht. Prozentual gesehen ist dies eine größere Steigerung als bei Skoda (Plus 7,9 Prozent), der erfolgreichen Schwestermarke. Aber auch nur prozentual, denn bei den Stückzahlen lag Skoda im Vorjahr bei 142.611 Einheiten und einem Marktanteil von 4,5 Prozent.

Davon ist Seat noch weit entfernt. Doch gerade mit einem Fahrzeug wie dem Mii dürfte Seat in Deutschland weiter zulegen können, auch deshalb, weil das Fahrzeug mit einem Einstiegspreis von 8890 Euro angeboten wird. Das sind 560 Euro weniger als der baugleiche Skoda Citigo. Da dürfte der geneigte Kunde nicht lange überlegen, für welches Auto er sich entscheidet. Doch was kann der Mii zum Absatz nun beisteuern? Kantner rechnet damit, dass der Kleinstwagen zwischen zehn und Prozent des Gesamtabsatzes ausmachen dürfte.

Der Seat Alhambra ist baugleich mit dem VW Sharan Seat

Dabei dürfte dem Mii perspektivisch noch eine größere Bedeutung beizumessen sein. Denn das sogenannte A00-Segment wächst stetig. Während es 2011 noch bei 6,3 Prozent lag, wird nach Zahlen der VW-Marktforschung schon ein Anteil von 10,3 Prozent erwartet, Tendenz steigend. Damit der Absatz des Mii am Ende auch stimmt, wird der Marktstart des Kleinstwagens begleitet von attraktiven Leasing- und Finanzierungsmöglichkeiten. Wer Mii fahren mag, kann dies bereits unter 90 Euro monatlich tun.

Zudem versuchen Kantner und sein Marketingchef Karl-Heinz Wrede den Absatz der bestehenden Modellpalette mit Sondermodellen vom Ibiza und dem Familien-Van Alhambra weiter zu befördern. Es wird spannend sein zu sehen, wo Seat am Ende des Jahres landen wird. 64.000 Einheiten plus x erscheinen angesichts der Modelloffensive und dem Zuwachs im Flottengeschäft durchaus eine realistische Zielgröße zu sein.