12. Juli 2017

Angeblich mehr als eine Million Fahrzeuge manipuliert Daimler in Abgas-Affäre unter Druck

Die Daimler Konzernzentrale
Die Daimler Konzernzentrale © dpa

Daimler gerät in der Abgas-Affäre unter Druck. Der Autobauer soll zwischen 2008 und 2016 mehr als eine Million Fahrzeuge manipuliert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zunächst gegen zwei Daimler-Beschäftigte.




Der Autobauer Daimler soll nach Medienberichten viel stärker in die Abgas-Affäre bei Diesel-Fahrzeugen verstrickt sein als bislang bekannt. Wie «Süddeutsche Zeitung», NDR und WDR berichten, könnten bei mehr als einer Million Fahrzeuge Motoren eingebaut sein, bei denen die Abgasmessungen manipuliert wurden. Das gehe aus einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Stuttgart hervor, den die Zeitung und die Sender einsehen konnten. Daimler wollte den Bericht am Mittwoch mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht kommentieren.

Ende Mai hatte ein Großaufgebot von Polizei und Staatsanwaltschaft zahlreiche Daimler Standorte durchsucht, um Beweismaterial sicherzustellen. Der Verdacht der Ermittler: Betrug und strafbare Werbung «im Zusammenhang mit der Manipulation der Abgasnachbehandlung an Diesel-Pkw».


Ermittlungen gegen zwei Daimler-Mitarbeiter

Süddeutsche, NDR und WDR berichten nun, Daimler solle von 2008 bis 2016 in Europa und den USA Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen zwei Daimler-Beschäftigte wegen des Verdachts, Autokunden seien mit verbotener Werbung in die Irre geführt und betrogen worden. Es sei davon auszugehen, dass weitere Mitarbeiter des Konzerns an den mutmaßlichen Taten mitgewirkt hätten.

Eine Daimler-Sprecherin sagte, es handele sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart. «Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden. Spekulationen kommentieren wir nicht.»

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich im vergangenen Jahr nach Messungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) mit Daimler auf die Nachrüstung von 247.000 Mercedes-Fahrzeugen verständigt. (dpa)



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