22. Juni 2016

Trends der Zukunft rechtzeitig erkennen Magna versucht Teil des Mobilitätswandels zu sein

Anton Mayer ist Vizepräsident Engineering bei Magna.
Anton Mayer ist Vizepräsident Engineering bei Magna. © AG/Mertens

Die Mobilität ändert sich – und damit ändern sich nicht nur die Anforderungen an die Hersteller, sondern auch die Zulieferer. Sie müssen ihre Entwicklung und Forschung darauf einstellen, wie sie auch zukünftig Teil dieses Mobilitätswandels sein können, wie Magna-Manager Anton Mayer sagte.




Die Autobranche steht vor einem Umbruch. „Wir haben in den zurückliegenden fünf Jahren mehr Veränderungen erlebt als in den zurückliegenden 50 Jahren“, sagte Anton Meyer, beim Automobilzulieferer Magna Vizepräsident Engineering. „Die nächsten fünf Jahren wird das nicht anders sein“, fügte der Manager am Mittwoch bei einem Workshop des Zulieferers am Deutschlandsitz in Sailauf hinzu.

Angesichts des Wandels der Mobilität kommen damit nicht nur enorme Veränderungen auf die Hersteller zu, sondern auch auf die Zulieferer. „Für uns ist es wichtig, wie wir zukünftig Teil dieses Mobilitätswandels sein können.“


Schlüsseltrends der Branche erkennen

Der Magna-Manager zeigt sich zuversichtlich, dass der Zulieferer die wichtigen Schlüsseltrends wie beispielsweise das autonome Fahren, die zunehmende Vernetzung des Fahrzeugs oder auch das Carsharing erkannt hat und dafür seinen Kunden entsprechende Lösungen anbieten kann. So bietet Magna beispielsweise bereits heute Kamerasysteme an, die für selbstfahrende Fahrzeuge benutzt werden. „Das autonome Fahren wird kommen. Nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt“, sagte Mayer.

Zu diesen Kernkompetenzen gehört auch, dass autonom fahrende Autos vor Angriffen von Hackern geschützt werden und die Sicherheit der Fahrassistenzsysteme gewährleistet werden. Dazu hat sich Magna bereits vor annähernd zwei Jahren am israelischen Start-Up Argus beteiligt, das entsprechende Sicherheitslösungen gegen Cyber-Attacken offeriert. Das Argus-System ist in der Lage, Angriffe beispielsweise auf die Bremsen, die Lenkung oder den Motor zu vereiteln - und das selbstverständlich in Realtime. Derzeit laufen Gespräche mit potentiellen Kunden.

Carsharing wird immer wichtiger



Eine der großen Wachstumsmärkte wird aus der Sicht von Mayer das Carsharing sein. Bis zum Jahr 2030 wird ein 80-prozentiger Anstieg der Carsharingfahrzeuge erwartet. Hier wird es an den Zulieferern sein, wie man entsprechende Serviceleistungen den Carsharing-Betreibern und insbesondere deren Kunden für die Nutzung des Carsharingfahrzeuges anbieten kann. Dazu gehört auch, dass in Zukunft Carsharingfarzeuge autonom unterwegs sein werden. „Wir steigern kontinuierlich unsere Investitionen in Innovation, um unsere Vorreiterrolle auf dem Markt zu behaupten“, sagte Gerd Brusius, bei Magna Vizepräsident Sales.

Zu den von Mayer skizzierten Trends gehört neben der Elektrifizierung des Antriebsstranges auch die Erhöhung der Sicherheit. Man glaube daran, dass man dem unfallfreien Fahren näher kommt. Das Ziel heiße dabei keine Kollisionen, keine Unfälle, keine Verletzungen. Die Vision Zero rückt damit immer näher. Magna nimmt bei den Kamerasystemen nach eigenen Angaben eine Führungsrolle in der Branche ein. Das Lichtsystem Eyeris von Magna nutzt beispielsweise eine hochauflösende Frontamera mit einem Sichtfeld, das in der Lage ist, mit dem Fahrzeugradar Funktionen wie Spurhaltung, automatische Fernlichtschaltung, automatische Notbremsung oder auch die adaptive Geschwindigkeitsregelung. (AG/FM)



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