23. September 2016

20 LNG-Lkw an Unternehmen Meyer Iveco setzt Meilenstein mit Flüssig-Erdgas-Lkw

Iveco-Chef Pierre Lahutte (l.) neben Staatssekretär Rainer Bomba
Iveco-Chef Pierre Lahutte (l.) neben Staatssekretär Rainer Bomba © Iveco

Iveco treibt flüssiges Erdgas als Kraftstoff für schwere Lkw voran. Der Hersteller aus Unterschleissheim denkt dabei nicht nur an Verkäufe der eigenen Produkte, sondern auch an den Aufbau einer Infrastruktur.




Von Thomas Flehmer

In den USA und in China ist flüssiges Erdgas als Kraftstoff für den Schwerlastverkehr bereits etabliert. In Deutschland führt der LNG genannte Kraftstoff noch nicht einmal ein Nischendasein. Auf der IAA Nutzfahrzeuge hat Iveco, die seit Jahren den Kraftstoff als Alternative zum Diesel testen, nun den Auftakt mit dem Verkauf von 20 LNG-Lkw an das Unternehmen Ludwig Meyer & Co. KG aus Berlin gemacht.

„Das ist ein neuer Meilenstein für Iveco“, sagte Pierre Lahutte, Brand President Iveco, bei der Schlüsselübergabe in Hannover, „LNG ist eine gute Alternative zum Diesel.“


Erdgas-LKW genauso leistungsstark wie ein Diesel

Während komprimiertes Erdgas (CNG) viel Platz beansprucht, schrumpft verflüssigtes Erdgas auf ein Sechshundertstel seines Volumens. Somit verfügt der Stralis NP – NP steht für Natural Power – über eine Reichweite von bis zu 1500 Kilometer.

Der 400 PS starke Lkw greift dabei auf die identischen Leistungs- und Drehmomentwerte wie der vergleichbare Diesel. Allerdings fährt der LNG-Lkw leiser und stößt sehr viel weniger Schadstoffe aus. Bei dem verflüssigten Methan bewegt sich zudem der Partikelausstoß in Richtung Null.

LNG derzeit einzig praktikable Alternative zum Diesel

„Wir müssen in den nächsten Jahre neue Wege gehen, um die Klimaziele zu erreichen“, sagte Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), „LNG ist derzeit die einzige Lösung, die auch praktikabel ist.“

Das BMVI fördert den Kauf der Lkw mit 360.000 Euro, ohne die der Kauf nicht zustande gekommen wäre, wie Meyer Logistik-Geschäftsführer Matthias Strehl sagte. Um die Mobilität der Fahrzeuge, die für Frischelogistik und Lebensmitteldistribution im Raum Berlin eingesetzt werden, auch zu gewährleisten, beteiligt sich das Unternehmen am Aufbau einer öffentlichen LNG-Tankstelle am östlichen Berliner Ring.

200 LNG-LKW für Rhein-Ruhr-Gebiet bis 2020

Auch Iveco beteiligt sich am Aufbau einer Grundversorgung. Gemeinsam mit der Uniper-Tochter Liqvis soll der Kraftstoff in den kommenden Jahren im Rhein-Ruhr-Gebiet salonfähig gemacht werden. Während Liqvis allein oder mit Partner im kommenden Jahr zwei LNG-Tankstellen platzieren möchte, hat sich Iveco zum Ziel gesetzt, bis 2020 rund 200 Lkw in der Region anzusiedeln.

„Wir schaffen damit den Beginn einer Infrastruktur“, sagt Iveco-Vertriebsvorstand Sascha Kaehne. Mit den bereits bestehenden Tankstellen in Ulm und bald in Berlin gäbe es aufgrund der hohen Reichweiten der Lkw keine Probleme. Und die europäischen Nachbarländer sind auf dem Gebiet schon weiter.



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