Skoda will jedes Modell mit Erdgas bringen

Studie Vision X feiert Premiere

Der Skoda-Vorstand mit der Studie Vision X. Foto: Skoda
Der Skoda-Vorstand mit Chef Bernhard Maier (3.v.r.) und Entwicklungschef Christian Strube (1.v.l.) und der Studie Vision X. © Skoda

Noch ist keine finale Entscheidung gefallen. Doch wenn es nach Skoda-Entwicklungschef Christian Strube geht, sollen alle Modelle der VW-Tochter zukünftig auch mit Erdgas angetrieben werden.

Es gibt Studien, die werden für Automessen gebaut. Sie sollen die Innovationskraft einer Marke zum Ausdruck bringen und mit ihrer knalligen Lackierung  als Hingucker auf dem Messestand dienen. Danach verschwinden sie wieder in der Versenkung.


Doch das wird mit dem Skoda Vision X nicht passieren. Das Crossover-Modell der Tschechen wurde am Dienstag von Skoda-Chef Bernhard Maier auf dem Genfer Autosalon enthüllt. Es verfügt über ein innovatives Hybridsystem, das CNG-, Benzin- und Elektromotoren miteinander verbindet. „Mit dieser Studie geben wir einen Ausblick auf die weitere Entwicklung unserer Modellpalette“, sagte Maier.

Skoda Citigo kommt 2019 mit E-Antrieb

Und diese Zukunft setzt auf Nachhaltigkeit. So wird die Marke im kommenden Jahr nicht nur den Skoda Superb als Plug-in-Hybrid mit einer Reichweite von 70 Kilometern auf den Markt bringen, sondern noch im selben Jahr den Kleinstwagen Citigo mit Elektroantrieb anbieten. „Das Fahrzeug wird über eine Reichweite von 300 Kilometern verfügen“, sagte Skoda-Entwicklungsvorstand Christian Strube im Gespräch mit der Autogazette. Insgesamt plant Skoda bis zum Jahr 2025 zehn Elektromodelle auf den Markt zu bringen, wie Maier betonte.

Doch Entwicklungsvorstand Strube treibt nicht nur das Thema Elektromobilität um. Er möchte den Erdgasantrieb voranbringen. Derzeit hat Skoda neben dem Octavia nur noch den Citigo als CNG-Variante im Angebot. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Ich möchte, dass es in allen unseren Modellen einen Erdgasantrieb gibt“, sagte Strube. Derzeit umfasst das Modellangebot der Tschechen mit dem Superb, Octavia, Rapid, Fabia, Citigo, Kodiaq und Karoq sieben Fahrzeuge.

CO2-Einsparung durch Erdgas

Entwicklungs-Vostand Christian Strube. Foto: Skoda
Skoda-Entwicklungsvorstand Christian Strube mit der Studie Vision X. Foto: Skoda

Die Vorteile für den CNG-Antrieb lägen auf der Hand, sagte Strube:  „Sie können mit einem Erdgasantrieb auf einen Schlag 20 Prozent CO2 einsparen.“ Ein Aspekt, der für die Hersteller angesichts der immer strenger werdenden CO2-Grenzwerte immer wichtiger wird. So müssen die Autobauer bis 2021 einen CO2-Grenzwert von 95 g/km erreichen. Verpasst man das Ziel, drohen Strafzahlungen.

Die Autobauer versuchen indes seit Jahren, CNG an den Kunden zu bringen. Mit mäßigem Erfolg. Deshalb hat der VW-Konzern im zurückliegenden Jahr eine Initiative gestartet, um den Erdgasantrieb zum Durchbruch zu verhelfen. Doch warum sollte es diesmal klappen? „Manche Dinge brauchen Zeit, nun ist die Zeit reif“, ist Strube überzeugt. Das Thema Erdgas könnte möglicherweise auch durch die Diskussion um Dieselfahrverbote befördert werden. Kommen Einfahrverbote, müssen sich Dieselfahrer nach Alternativen umschauen – und Erdgas ist eine.

Chancen für Ausbau des Angebots stehen gut

Chef Bernhard Maier und die Studie Vision X. Foto: Skoda
Skoda-Chef Bernhard Maier präsentiert die Studie Vision X. Foto: Skoda

Zwar sei noch keine finale Entscheidung gefallen, ob Skoda in jeder Modellreihe Erdgas anbietet, aber die Chancen dafür stehen gut, wie Vorstandschef Maier sagte. „Bis zum Jahr 2020 wäre es möglich, dieses Angebot in unseren Modellen anzubieten“, sagte der Skoda-Chef. Wie sein Entwicklungschef verweist auch Maier auf das hohe CO2-Einsparungspotenzial von Erdgas. Unter Nachhaltigkeitsaspekten könnte zudem auch Bio-Gas verwendet werden, so Maier.

Dass Erdgas in den Ausgangsüberlegungen von Skoda eine wichtige Rolle spielt, stellt auch der Vision X unter Beweis. Die Studie wird von einem 1,5 Liter TSI-Motor mit einer Leistung von 130 PS angetrieben, der laut Strube speziell für den Einsatz von CNG entwickelt wurde. Während der CNG-Antrieb die Vorderachse antreibt, kommt die Kraft bei diesem Allradler an der Hinterachse vom Elektromotor. Der E-Motor sorgt bei der Konzeptstudie für eine elektrische Reichweite von zwei Kilometern. Die Kombination aus CNG, Benzin- und E-Antrieb sorgen dafür, dass der Vision X auf einen CO2-Ausstoß von 89 g/km kommt.

Nun bleibt abzuwarten, wie schnell bei Skoda in Mlada Boleslav die Entscheidung fällt, Erdgas über die komplette Modellpalette auszurollen. Strube jedenfalls ist zuversichtlich, dass das gelingt. „Ich will das und tue alles dafür, damit es dazu kommt.“

1 Kommentar

  1. Es würde vielleicht erst mal reichen, wenn Hr. Strube dafür sorgt, dass die Skoda Hotline einem Skoda-Händler bzw. Skoda-Werkstätten nennen könnte, die Erdgas-Wagen reparieren und warten dürfen. Das die Werkstätten extra ausgebildete Techniker haben müssen um Erdgasfahrzeuge reparieren zu dürfen, wird nirgendwo kommuniziert.

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