19. August 2016

Wegen Abgasbetrugs US-Justiz verhängt Millionenstrafe gegen Harley-Davidson

Harley-Davidson muss eine Millionenstrafe zahlen.
Harley-Davidson muss eine Millionenstrafe zahlen. © Harley-Davidson

Der Motorradhersteller Harley-Davidson muss eine Millionenstrafe wegen Abgasbetruges bezahlen. Insgesamt verhängte die US-Justiz eine Geldbuße von 10,6 Millionen Euro gegen das Unternehmen.




Die US-Justiz zieht den Motorradhersteller Harley-Davidson wegen Abgas-Betrugs zur Rechenschaft. Gegen das Unternehmen sei eine Strafe von 12 Millionen US-Dollar (10,6 Mio Euro) verhängt worden, teilte das Justizministerium am Donnerstag in Washington mit. Zusätzlich solle Harley-Davidson drei Millionen Dollar für Projekte gegen Luftverschmutzung zahlen.

Dem Hersteller der in der Biker-Szene beliebten und als Kultobjekte gehandelten Harley-Motorräder wird vorgeworfen, seit 2008 etwa 340 000 Motor-Tuner verkauft zu haben, die zu erhöhtem Schadstoffausstoß führen und gegen die Luftreinhaltegesetze verstoßen. Der Vergleich mit Harley-Davidson sehe auch einen sofortigen Verkaufsstopp dieser als Zubehör für Motorräder angebotenen Gerätschaften vor.


Einstufung als Abschalteinrichtung

"Angesichts von Harley-Davidsons prominenter Stellung in der Branche ist dies ein sehr wichtiger Schritt", verkündete John C. Cruden, der beim Justizministerium für Umweltfragen zuständig ist. "Jeder andere, der solche Art illegaler Produkte anfertigt, verkauft, oder installiert sollte die Maßnahmen gegen Harley-Davidson beachten und sofort aufhören, gegen das Gesetz zu verstoßen."

Die US-Umweltbehörde EPA stuft die Gerätschaften als "Defeat Devices" (Abschalteinrichtungen) ein. Die gleiche Bezeichnung verwendeten die Aufseher im "Dieselgate"-Skandal des deutschen Volkswagen -Konzerns für Betrugs-Software, mit dem der Autobauer die Emissionswerte Hunderttausender Fahrzeuge manipuliert hatte. VW hat sich in dem Fall mit Hunderten Zivilklägern und etlichen Generalstaatsanwälten in den USA auf einen Vergleich von bis zu 15,3 Milliarden Dollar geeinigt. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr aus dem Ressort

VW Auspuff Diesel
Verpflichtende UmrüstungVW-Kunden sollten auf Gewährleistungsansprüche achten

Kunden von VW sollten sich mit Blick auf die verpflichtenden Umrüstungen im Abgasskandal ihre Gewährleistungsansprüche sichern. Darauf macht die Verbraucherzentrale Sachsen aufmerksam.


Streit eskaliertHändler fühlen sich von VW im Stich gelassen

Die VW- und Audi-Händler liegen mit dem Autobauer im Streit. Sie fühlen sich wegen der Dieselkrise im Stich gelassen.


Renault-Nissan-Präsident Carlos Ghosn
Neue Strategie «Alliance 2022»Renault-Nissan-Allianz strebt in Richtung weltgrößter Autohersteller

Die Renault-Nissan-Allianz will bis 2022 14 Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Gemeinsam mit Mitsubishi sollen in diesem Zeitraum zehn Milliarden Euro an Synergien pro Jahr eingespart werden.