Tanken so günstig wie zuletzt vor elf Jahren

Niedrige Spritkosten schonen Urlaubskasse

Tanken so günstig wie zuletzt vor elf Jahren
Die Hersteller geben nach wie vor falsche Verbrauchsangaben. © dpa

Autofahrer können sich freuen. Die Fahrt in den Sommerurlaub mit dem eigenen Auto wird sich diesmal günstiger gestalten als in den Vorjahren. Kurz vor dem Ferienbeginn sind die Spritpreise so günstig wie zuletzt vor elf Jahren.

Bei der Fahrt zur Tankstelle können viele Deutsche in diesem Sommer die Urlaubskasse schonen. Kurz vor Ferienbeginn in den ersten Bundesländern sind Benzin und Diesel so günstig wie zuletzt vor elf Jahren. Das aktuelle Preisniveau von 1,31 Euro für einen Liter Superbenzin E10 und 1,10 Euro für Diesel entspricht ungefähr dem Stand im Sommer 2005, wie aus einer Übersicht des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Berlin hervorgeht.

Verglichen wurden dabei jeweils die Preise zu Beginn der Ferien um den 20. Juni herum. In diesem Jahr eröffnen Niedersachsen und Bremen die Feriensaison, am Mittwoch ist dort letzter Schultag. Im Januar und Februar waren die Spritpreise schon einmal niedriger und zogen dann wieder etwas an. Ursache war ein Absturz der Ölpreise unter die Marke von 30 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent. Mittlerweile pendelt der Ölpreis wieder in der Nähe der 50-Dollar-Marke - entsprechend sind auch die Kraftstoffe etwas teurer.

Ölförderung auf hohem Niveau

"Trotz Produktionsausfällen in einigen Ländern liegt die globale Ölförderung insgesamt auf hohem Niveau", sagte ein Verbandssprecher. "Zum Start in den Sommer 2015 etwa lag der Brent-Preis bei über 60 Dollar und 2014 mit 115 Dollar fast doppelt so hoch." Im langfristigen Vergleich ist 2016 ein günstiges Jahr für Autofahrer. Zum Sommerbeginn im vergangenen Jahr kostete ein Liter Super E10 noch 15 Cent mehr. Ein Liter Diesel war 12 Cent teurer.

Relativ kostspielig war ein Autourlaub vor allem in den Jahren von 2011 bis 2014. Da kostete ein Liter Super E10 im Sommer zwischen 1,51 und 1,57 Euro, ein Liter Diesel zwischen 1,38 und 1,42 Euro. Der Preisunterschied zu heute betrug also für den Benziner mehr als 20 Cent je Liter, für das Dieselauto sogar rund 30 Cent. "Die Tankstellenpreise sind ständig in Bewegung, das gilt auch für Ferienzeiten", erklärte der Sprecher. "Entscheidend für den Tankstellenpreis in Deutschland sind die globalen Produktmärkte für Benzin und Diesel, die sich nicht an den deutschen Ferienkalender halten."

Die tatsächliche Ersparnis für die Urlaubskasse hängt von der Fahrleistung ab. Wer zum Beispiel von Deutschland nach Italien oder Frankreich reist und im gesamten Urlaub ungefähr 3000 Kilometer mit dem Auto fährt, der verbraucht rund 250 Liter Kraftstoff - je nach Modell und Fahrweise. Die Ersparnis gegenüber den teuren Jahren läge dann bei ungefähr 50 Euro bei einem Benziner und 70 Euro bei einem Dieselwagen.

Regionale Unterschiede

Bei den Spritpreisen gibt es zudem regionale Unterschiede. So sind in Norddeutschland die Kraftstoffpreise derzeit spürbar niedriger als im Rest von Deutschland. Wie aus einer aktuellen ADAC-Untersuchung der Kraftstoffpreise in den deutschen Bundesländern hervorgeht, ist Diesel im Schnitt in Hamburg gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am günstigsten. Auch bei Benzin hat Hamburg die Nase vorn.

Am teuersten ist die Fahrt an die Tankstelle derzeit in Brandenburg (Benzin) und in Sachsen-Anhalt (Diesel). In Hamburg zahlen Autofahrer 1,289 Euro für einen Liter Super E10. Um 4,3 Cent teurer ist Benzin dagegen in Brandenburg, wo ein Liter im Landesmittel 1,332 Euro kostet. Für Diesel zahlt man in der Hansestadt zurzeit 1,071 Euro. Beim Tabellenletzten Sachsen-Anhalt liegt der Preis für den Selbstzünderkraftstoff bei 1,126 Euro. Die Preisdifferenz bei Diesel beträgt damit 5,5 Cent. (AG/dpa)

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