E-Auto: Comeback für einen Abgemeldeten

Nickel-Metallhydrid-Akku

An Hybrid und Elektroantrieben wird am meisten entwickelt. © Toyota

Im Toyota Prius tut der Nickel-Metallhydrid-Akku seit Jahren zuverlässig seinen Dienst, war aber wegen der geringen Kapazität und Reichweite eher ein Auslaufmodell. Das könnte sich dank BASF vielleicht noch mal ändern.

Der Nickel-Metallhydrid-Akku im Auto könnte ein großes Comeback feiern. Chemieriese BASF glaubt, dass in der älteren Technik noch bislang nicht genutztes Potential für den Antrieb von Elektrofahrzeugen schlummert. Einem Bericht des Magazins „MIT Technology Review“ zufolge will das Unternehmen die Leistungsfähigkeit der Akkus künftig um das Zehnfache steigern. Elektroautos könnten dann deutlich günstiger werden.

Die meisten aktuellen E-Autos und Plug-in-Hybride nutzen bei der Batterie die sogenannte Lithium-Ionen-Technik, Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) gibt es in Deutschland fast nur noch in den Hybridmodellen von Toyota. Der Grund für den Siegeszug der lithiumbasierten Technik ist ihre deutlich höhere Stromspeicher-Kapazität. Vor allem für rein elektrische Autos ist diese wichtig, ermöglicht ein guter Wert doch erst annehmbare Reichweiten.

Herkömmliche Akkus sind günstiger

Allerdings hat auch die NiMH-Technik Vorteile: geringe Herstellungskosten und eine hohe Lebenserwartung. Zudem sind die Akkus weniger feuergefährlich, gehen bei Unfällen oder Überladung nicht in Flammen auf. Das ermöglicht deutlich simplere und günstigere Kontroll- und Kühlungssysteme als bei Lithium-Ionen-Akkus. Auch die Sicherung gegen Crashs könnte weniger aufwendig ausfallen.

BASF will nun auch bei der Speicherkapazität ansetzen. Neue Materialien und Strukturen sollen die Akkus leichter und leistungsfähiger machen. Ziel der Entwicklung ist laut dem Bericht eine Kapazität von rund 140 Watt-Stunden pro Kilogramm. Lithium-Ionen-Akkus schaffen zwar doppelt so viel, können aber im Gegensatz zu NiMH-Batterien nur einen kleinen Teil davon nutzen. Parallel zur Kapazitätssteigerung sollen die Kosten pro Kilowattstunde bei der NiMH-Technik auf rund 134 Euro sinken, das wären deutlich weniger als die mindestens 200 Euro bei Lithium-Ionen-Technik. (sp-x)