Gebrauchter Kia Venga mit Langzeitqualitäten

Der Kia Venga ist als Gebrauchter zuverlässig. © Kia

Als Neuwagen ist der Kia Venga nicht mehr zu bekommen. Die Koreaner haben die Produktion nach neun Jahren eingestellt. Doch lohnt der Kauf eines Gebrauchten?

Neun Jahre Produktionszeit sind für die Koreaner ungewöhnlich lang. Ähnliche Langzeitqualitäten legt der Minivan als Gebrauchtwagen an den Tag, den man mittlerweile zu recht kleinen Preisen bekommen kann.


Wie es sich für einen Minivan gehört, bietet der Kia Venga trotz seiner nur knapp über vier Meter langen Karosserie viel Platz. Dank einer in Längsrichtung verschiebbaren Rückbank nimmt der Kofferraum 314 bis 440 Liter auf. Bei umgeklappter Rückbanklehne passen sogar 1486 Liter hinein, was mehr ist als mancher Kombi der Kompaktklasse bietet.

Venga mit niedriger Ladekante

Dem hohen Nutzwert zuträglich sind eine niedrige Ladekante oder der ebene Laderaumboden. Auch der Platz für Passagiere ist vorbildlich, denn selbst im Fond kommen Erwachsene, auch dank der Abwesenheit eines Kardantunnels, kommod unter. Vorne gibt es neben guten Platzverhältnissen ein solides, zeitgemäßes und übersichtliches Cockpit mit intuitivem Bediensystem.

Trotz der langen Bauzeit hat Kia für den Venga lediglich zwei Diesel- und zwei Benzinmotoren angeboten. Die jeweilige Einstiegsversion mit 1,4 Liter Hubraum leistet 90 PS. Bei den stärkeren Varianten mit 1,6 Liter Hubraum sind es 125 PS beziehungsweise 128 PS beim großen Diesel. Während die Benziner standardmäßig an ein Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelt sind, wurden die auf dem Gebrauchtmarkt seltenen Diesel mit einer Sechsgang-Schaltung kombiniert. Für den starken Benziner gibt es alternativ noch eine auf dem Gebrauchtmarkt recht häufig angebotene Automatikversion mit allerdings nur vier Stufen.

Leise Benziner

Die Benziner laufen in den niedrigen Drehzahlen leise, geizen allerdings mit Durchzugskraft. Mit Benzindurst hingegen nicht. Auf der Autobahn kommt der Venga mit dem stärkeren Ottomotor zwar gut in Fahrt, doch Vortriebswunder darf man angesichts der großen Stirnfläche auch hier nicht erwarten.

Das recht straffe Fahrwerk bieten einen für den Alltag akzeptablen Kompromiss. Angesichts einer gefühllosen Lenkung und der in flotten Kurven stark zur Seite wankenden Karosserie sind Kurvenfahrten keine Kernkompetenz des Koreaners. Dafür ist der Venga sicher, denn alle Varianten bieten sechs Airbags, das Anti-Schleuder-Programm ESP und aktive Kopfstützen.

Letztere verhindern bei einem Heckaufprall den sogenannten „Peitschenschlag-Effekt“, der oft zu einem Schleudertrauma führt. Entsprechend reichte es 2010 für ein Fünf-Sterne-Ergebnis beim EuroNCAP-Crashtest. Ebenfalls zur Basisausstattung des Venga zählen elektrische Fensterheber vorn und eine Zentralverriegelung. Die höheren Ausstattungsniveaus bieten alternativ noch CD-Radio mit USB-Anschluss, Klimaanlage oder -automatik, beheizbares Lenkrad, Bordcomputer, Regensensor, Navigation oder eine Rückfahrkamera.

Robustes Naturell

Der Mini-Van Kia Venga bietet viel Platz. Foto: Kia

Der Venga hat sich bislang nur wenige Schwächen geleistet. Selbst ältere Exemplare legen bei den Hauptuntersuchungen ein robustes Naturell an den Tag. Die Zahl der mängelfreien Fahrzeuge liegt laut TÜV-Report über dem Segmentdurchschnitt, bei allerdings auch deutlich unterm Durchschnitt liegender Laufleistungsniveau. Zu den wenigen Problemzonen im Alter gehören die Bremsscheiben. Diese werden viel häufiger wegen Verschleiß beanstandet als bei anderen Fahrzeugen üblich. Auch die Lenkgelenke werden im fortgeschrittenen Alter gehäuft bemängelt.

Wer einen unauffälligen und praktischen Fünftürer sucht, wird mit dem Kia Venga glücklich. Das gilt auch für Fahrzeuge im fortgeschrittenen Alter. Jüngere Exemplare sind vor allem auch wegen der siebenjährigen Werksgarantie und den 2015 eingeführten Modellpflegemaßnahmen interessant. Älter Exemplare mit hoher Laufleistung werden teilweise schon für unter 4000 Euro angeboten. Wer einen Venga mit Restgarantie (ab Baujahr 2013) und moderater Laufleistung will, sollte noch mindestens 7000 Euro einplanen. (SP-X)

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