Reisen im Wohnmobil immer beliebter

Kompakte Kastenwagen im Trend

Wohnmobile wie der Dethleffs Trend besitzen einen hohen Wiederverkaufswert
Wohnmobile wie der Dethleffs Trend besitzen einen hohen Wiederverkaufswert © Dethleffs

Immer mehr Wohnmobile finden Anhänger. Ist man rund sechs Wochen pro Jahr mit dem mobilen Reiseuntersatz unterwegs lohnt sich ein Kauf, da auch einer möglicher Wiederverkauf zumeist wertstabil vonstatten geht.

Flexibel, unabhängig und gemütlich: Das verspricht ein Urlaub im Wohnmobil zu sein. Viele mögen diese Art des Reisens. Die Zahl der neu zugelassenen Reisemobile ist in den letzten fünf Jahren stetig gestiegen. Allein von Januar bis März 2016 wurden 8863 Reisemobile neu zugelassen, das waren rund 1700 mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 24,1 Prozent).

«Davon waren circa 65 Prozent Privatzulassungen», sagt Jost Krüger vom Caravaning Industrie Verband (CIVD). Die Zahlen basieren auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes und zeigen: Immer mehr Menschen kaufen sich in jüngster Zeit ein eigenes Reisemobil.

Reisemobile keine Schnäppchen

Ein Schnäppchen ist der Kauf nicht gerade: Rund 68.000 Euro hat ein Reisemobil laut CIVD im Jahr 2015 im Schnitt gekostet. Los geht es bei kompakten Kastenwagen, die häufig nur ein Dachbett haben. Krüger zufolge kosten die neu ab etwa 35.000 Euro - und liegen im Trend. «Sie werden gerne als Zweitwagen genutzt.» Nach oben ist die Preisspanne offen. Für vollausgestattete Luxus-Reisemobile können durchaus auch sechsstellige Summen fällig werden.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind Wohnmobile günstiger zu haben. Auf eine allzu große Auswahl sollte man aber nicht hoffen. «Die Nachfrage ist groß, deshalb ist der Markt aktuell nicht gerade üppig bestückt», sagt Krüger.

Tagesmiete zwischen 80 und 160 Euro

Wohnmobile wie die B-Klasse von Hymer besitzen einen hohen Wiederverkaufswert
Die B-Klasse von Hymer ist kein kostengünstiges Vergnügen Hymer

Dennoch ist die Investition in ein eigenes Reisemobil enorm. Wer nur einmal im Jahr für mehrere Wochen in den Urlaub fährt, für den lohnt sich das kaum. Dann mieten Camper sich lieber ihr Gefährt. Das kostet je nach Reisezeit und Reisemobil-Typ in der Regel zwischen 80 und 160 Euro pro Tag, sagt Krüger.

Für die erste Reise sollten Urlauber ohnehin immer mieten, rät der Fachmann vom CIVD. Denn wenn das Reisen im Wohnmobil doch nichts für einen ist, findet man das auf diesem Weg heraus. Ist man dagegen voll und ganz begeistert und will künftig nur noch mit Wohnmobil urlauben, lohnt sich eine kleine Rechnung. Wie oft verreist man im Jahr, und was kostet einen dafür auf lange Sicht die Miete?

Rentabel bei sechs Wochen pro Jahr

Martin Zöllner vom ADAC nennt folgende Faustregel: Damit sich ein Kauf rentiert, sollte man sechs Wochen im Jahr mit seinem Reisemobil unterwegs sein. «Für viele Camper spielt die Rentabilität aber keine Rolle», sagt er. Für sie ist es Hobby und Lebenstraum gleichermaßen. Sie rüsten ihr Wohnmobil nach ihren Wünschen auf, bauen zum Beispiel besonders bequeme Betten ein. Andererseits gebe es auch Menschen, die immer wieder nur ein Reisemobil mieten, weil sich nicht binden wollen oder nicht wissen, wo sie es nach den Urlaub parken sollen.

Wohnmobile können eine langfristige Investition sein. «Sie sind für eine lange Nutzung ausgelegt und halten oft Jahrzehnte», sagt Krüger. Außerdem seien sie recht wertstabil und erzielen beim Verkauf auch im gebrauchten Zustand noch gute Preise. (dpa/tmn)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.