Toyota GR Supra 3.0: Coupé mit Spaßgarantie

Der Toyota GR Supra 3.0 bietet glänzende Fahrleistungen. © Toyota

Der Toyota GR Supra 3.0 ist ein reinrassiger Sportwagen. Wer mit ihm unterwegs ist, der wird sich an den Fahrleistungen des Japaners erfreuen.

„Nie mehr wieder langweilige Autos“ – so lautet das Versprechen von Toyota-Chef Akio Toyoda. Das eine oder andere aktuelle Modell der Toyota-Palette mag man vielleicht noch langweilig finden, aber die neue GR Supra im Nippon-Designerkleid gehört sicherlich nicht dazu.


Es handelt sich dabei um ein knackig-kurzes Coupé mit wuchtigen LED-Scheinwerfern, zwei markanten „Höckern“ im Dach („Double-Bubble-Roof“) sowie schneidigem Heck samt integriertem, mächtigem Spoiler zum Basispreis von 62.900 Euro. Die Eckdaten machen durchaus Appetit – 340 PS aus drei Litern Hubraum, die wiederum einem Reihensechszylinder entspringen. Das macht neugierig, die GR Supra endlich aus der Perspektive des Fahrersitzes kennenzulernen.

Kofferraum mit 290 Litern

Der Einstieg gelingt kommod, die Sitzposition ist es auch. Ein kurzer Blick nach hinten macht schnell klar, dass das hier kein nutzwertiges Fahrzeug ist. Also Hab und Gut am besten gleich in den Kofferraum (290 Liter) legen, damit es im Fahrgastraum nicht stört. Wer sich mit BMW-Gepflogenheiten auskennt, merkt schnell die Kooperation: Display, Lenkrad, Mittelkonsole – zwar haben die Japaner nicht sämtliche Elemente eins zu eins von den Weißblauen übernommen, aber der BMW-Geist wabert dennoch durch das Interieur.

Bekanntlich ist die Supra das Schwestermodell des BMW Z4 und somit das japanischer Coupé-Pendant zum bayrischen Roadster. Das Kombiinstrument setzt sich vom allerdings vom Z4-Pendant ab. Der Reihensechser liefert nach dem Druck auf die Start-Taste Umdrehungen auf der Kurbelwelle, Fahrstufe „D“ ist gerastet.

Sonorer Motorsound

Das Cockpit des Toyota GR Supra 3.0. Foto: Toyota

Die GR Supra kriecht los, und der Fahrer verspürt bereits Vorfreude, während sich das Gefährt einer einsamen Landstraße nähert. Doch erst einmal ein paar Kilometer das Motoröl auf Betriebstemperatur bringen, das geziemt sich so auch in modernen Zeiten. Dann kann es losgehen, das rechte Pedal sinkt langsam nieder. Schon bei kleinstem Mucken des geschmeidigen Reihensechsers massiert der jüngste Toyota mit sanfter, aber bestimmter Gewalt die Rücken der Mitfahrer.

Beim Motorsound hat Toyota mächtig mitgewirkt und dem werksintern als B58 bekannten Power-Aggregat das typische BMW-Säuseln aberzogen. Stattdessen wummert es lebendig und akustisch eigenständig aus der Motorhaube. Die Klangtechniker haben allerdings Augenmaß bewiesen, lassen den Direkteinspritzer nicht aggressiv grollen, sondern mit eleganter Dezenz zeigen, wie viele Töpfe da werkeln.

500 Nm Drehmoment

Das knackige Heck des Toyota GR Supra. Foto: Toyota

Auch wenn man im Alltag gerne auf dem Drehmoment-Peak von 500 Nm mitschwimmen mag –die Maximalzugkraft ist bis 4500 Umdrehungen abrufbar –, schreit die neu aufgelegte Supra dann und wann nach Kickdown. Prompt schaltet der achtgängige Wandlerautomat in die kleinstmögliche Übersetzung, während das Triebwerk dem verhältnismäßig leichten Zweitürer (1495 kg leer) förmlich einen Kick verpasst. Traktion gibt es auch dank aktivem Sperrdifferenzial reichlich, doch es ist für den Motor ein Leichtes, die Grenze der Haftreibung an der Hinterachse zu durchbrechen.

Mit Hilfe einer Launchcontrol gelingt es dem athletischen Coupé, binnen 4,3 Sekunden auf Landstraßentempo zu preschen. Was man indes an keiner Zahl ablesen kann, ist der reale Fahrspaß auf kurvigen, einsamen Sträßchen. Erst lässt sich der mit Hinterradantrieb gesegnete Sportler – notfalls mit dem Gaspedal – um die Kehren werfen, dann moduliert man per ultrapräziser Lenkung den Kurs, das macht ihm so schnell niemand nach. Ausgewogene Gewichtsverteilung und kurzer Radstand ermöglichen solch dynamische Manöver.

Die GR Supra ist natürlich modern und kann sämtliche Finessen von TFT-Kombiinstrument über Headup-Display bis hin zur Smartphone-Integration. Für das Gebotene ist der Performer durchaus nicht überbezahlt. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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