Seat Arona TGI: Gut für die Umwelt, gut für den Geldbeutel

SUV mit Erdgasantrieb

Den Seat Arona gibt es auch mit Erdgasantrieb. © Seat

Der Anteil von Erdgasfahrzeugen auf deutschen Straßen ist nach wie vor gering. Zu verstehen ist das nicht. Denn alles spricht für diesen alternativen Kraftstoff. Nun bietet Seat auch den Arona mit CNG an.

Bei den Spaniern ist es nach dem Kleinstwagen Mii, dem Ibiza und dem Leon bereits das vierte Erdgas-Modell. Und man kann gespannt sein, ob es der VW-Tochter gelingt, gerade mit ihrem kleinen SUV mehr Kundinnen und Kunden für diesen effizienten Antrieb zu begeistern.


Der neue Seat Arona TGI verfügt dabei über ein deutlich größeres Fassungsvolumen an Erdgas (13,8 Kilogramm) als an Benzin (9 Liter). Damit ist er zwar nach wie vor bivalent unterwegs, aber das Gros der Strecke kann mit ihm mit Erdgas zurückgelegt werden – und damit muss man entsprechend auch seltener an eine der nach wie vor raren Erdgastankstellen (bundesweit 857) fahren.

Klimavorteile für Erdgas

Der Innenraum des Seat Arona. Foto: Seat

Dass Erdgas nach wie vor unter allen Antrieben nur ein Schattendasein fristet, ist mit Logik nicht zu fassen. Denn in Zeiten, in denen über Diesel-Fahrverbote und klimafreundliche Mobilität diskutiert wird, müssten CNG-Modelle einen Run erleben. Schließlich stößt Erdgas im Vergleich zum Diesel nach Angaben der Brancheninitiative Zukunft Erdgas bis zu 90 Prozent weniger Feinstaub und 80 Prozent weniger Stickoxide aus. Die CO2-Emissionen können zudem um rund ein Viertel reduziert werden. Trotz dieser Vorteile wurden im Vorjahr in Deutschland nur 96.531 Erdgas-Fahrzeuge (darunter 80.826 Pkw) in Deutschland neu zugelassen. Das ist zwar ein Zuwachs von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, doch gemessen an einem Gesamtmarkt von 3,2 Millionen Fahrzeugen verschwindend wenig.

Auch der Arona wird diese Zulassungs-Zahlen von Erdgasfahrzeugen nicht explodieren lassen, aber da er die Vorzüge eines SUVs mit dem Kosten- und Klimavorteilen von Erdgas verbindet, könnte er zumindest bei Seat für positive Absatzimpulse sorgen. Denn das rund 4,14 Meter lange SUV vermochte bei den Testfahrten zu überzeugen. Gut, der Einliter-Dreizylinder-Motor mit einer Leistung von 90 PS unter der Haube des Arona ist beim Beschleunigen doch recht laut, aber daran gewöhnt man sich ziemlich schnell. Dass der Kofferraum der CNG-Variante des Arona nur 282 Liter statt 400 Liter fasst, ist misslich, aber die größeren Erdgastanks zollen nun einmal ihren Tribut.

Gute Verarbeitung, viele Assistenzsysteme

Sieht man einmal von diesen beiden Mankos ab, gibt es indes wenig, was man am Arona monieren kann, der in der Preisliste bei 19.820 Euro beginnt. Der Innenraum ist wertig verarbeitet, die Sitze sind bequem und bieten auch bei etwas flotterer Kurvenfahrt einen guten Seitenhalt.

Der von uns gefahrene Arona in der Ausstattungsvariante Xcellence ist bereits mit ziemlich vielen Nettigkeiten unterwegs wie einem Parklenkassistent, Tot-Winkel-Assitent und Rückfahrkamera (Aufpreis 590 Euro), einer adaptiven Geschwindigkeitskontrolle (210 Euro) und Tempomaten mit Müdigkeitserkennung. Der Ausparkassistent, der den rückwärtigen Verkehr erkennt, kostet zwar einen Aufpreis von 360 Euro. Doch diese Investition lohnt – gerade im beim rückwärts Ausparken im wuseligen Berliner Stadtverkehr mit seinen vielen Radfahrern. So unterwegs, kann man sicher sein nächstes Ziel erreichen.

Kein Ausbund an Sportlichkeit

Das Heck des Seat Arona. Foto: Seat

Mit seinen 90 PS und maximalem Drehmoment von 160 Nm ist der Arona zwar kein Ausbund an Sportlichkeit und Kraft. Doch die Sprintzeit von 0 auf 100 km/h in 13,2 Sekunden reicht ebenso, wie eine Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h. Die manuelle Sechsgangschaltung in unserem Testwagen hinterließ mit ihrer knackigen Übersetzung einen ebenso guten Eindruck wie die Lenkung, die dem Fahrer eine gute Rückmeldung vermittelt.

Der Verbrauch des Seat Arona wird mit 3,7 Kilogramm auf 100 Kilometer angeben (CO2 101 g/km). Doch bei unseren Testfahrten in und um Berlin herum kamen wir mit viel Mühe nur auf einen Verbrauch von 4,9 Kilogramm. Das war enttäuschend, da wir mit einem sehr effizienten Fahrstil unterwegs waren. Aber vielleicht lag der erhöhte Verbrauch auch daran, dass unser Testwagen quasi brandneu war: Der Tacho zeigte gerade einmal etwas mehr als 1700 Kilometer an.

Doch auch der erhöhte Verbrauch ändert nichts daran, dass der Arona TGI einen guten Gesamteindruck hinterließ. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass noch mehr Kunden als bisher sich für ein Erdgasmodell entscheiden. Damit sorgt man nicht nur für eine Reduktion der Emissionen, sondern schont trotz des höheren Anschaffungspreises auch seinen Geldbeutel. Wie bei Elektroautos werden CNG-Modelle von einzelnen Gasversorgern mit Prämien gefördert.

3 Kommentare

  1. Fahre jetzt den 2. Erdgas Pkw. 1x VW Up 4 Jahre Testleasing mit 60000 km.11 Kg Gastank und 9 L Benzin any Bord. Absolut günstig im Unterhalt mit Versicherung und Spritkosten, aber ohne großen Fahrspass. Für die Stadt und etwas über Land o.k. zum Parken Top. Verbrauch ca. 4 kg auf 100 km. Reichweite zw. 200 km ( Vollgas Autobahn 5 kg) bis 300 km (Schleichfahrt Stadt und Überlandfahrt 3,6kg) bei Gaspreis von 85 ct in Bramsche und Rinteln , 88 ct in Lengerich über normale 1€ bei Aral bis Max 1,30€ Wucher an Autobahnen. Macht für mich unter 5€ auf 100km. Spritspar App laden und Erdgas suchen.
    Zur Zeit Fahre ich Seat Leon TGi mit 110 Ps , Verbrauch 4,5 bis 6 Kg für Land und Autobahn mit deutlich mehr Power. Auch günstigst im Unterhalt.
    Da bei 70% meiner Arbeitsplätze eine Tanke ist oder ich zu Hause 5km entfernt Tanken kann, komme ich mit 15 Kg Gastank für 250-300 Km Gasreichweite aus. Da noch 55 Liter Sprit an Bord sein können. (Aber bei 1,40€ L autsch, nur zur Not benützen,!!!)
    Freue mich auf den neuen Leon mit 130 Ps mit 17,5 kg Gastank aber nur 9L Not Benzin an Bord.
    Geil: Sparen.
    Nachteil: Reichweite, günstige Tanke sollte erreichbar sein bei Vielfahrer.