Mazda6: Gelungene Metamorphose

Limousine und Kombi mit identischem Preis

Der neue Mazda6 kommt am 2. Februar auf den Markt.
Der Mazda6 und Mazda3 sorgten für großen Zuwachs bei den Japanern. © AG/Flehmer

Der neue Mazda6 hat nicht nur optisch gewaltig dazugewonnen. Die dritte Generation des Flaggschiffs der Marke hat auch deutlich weniger Durst als seine Vorgänger.

Von Thomas Flehmer

Es mutet schon ein wenig kafkaes an – allerdings im umgekehrten Sinne. Denn während sich Gregor Samsa in dem Roman "Die Verwandlung" von Franz Kafka in ein Ungeziefer verwandelt, ist aus dem zuvor eher biederen und sehr asiatisch anmutenden Mazda6 in der dritten Generation ein schönes, attraktives Mittelklassemodell entstanden. Bereits die Studie Takeri, die im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, ließ Schönes erahnen – und die Serienversion setzt die Ahnungen in die Realität um.

Mazda6 mit schnittigem Außendesign

Besonders die Limousine mit dem neuen Kühlergrill und den attraktiven Seitenlinien sowie den Formen der Motorhaube, die in die ausgestellten Radhäuser übergehen, wirkt sehr schnittig. Eine coupéhafte, abfallende Dachlinie ab der B-Säule beginnend Richtung Heck verstärkt den dynamischen Eindruck. Und auch beim Kombi senkt sich die Linie zum Heck hin, dass in der dritten Generation eine silberne Mittelleiste ziert und bei dem die zuvor im Japan-Design angelegten Rückleuchten den breit angelegten Rücklichtern gewichen sind. Ein stimmiger Eindruck, auch wenn nicht alle sportlichen Linien der Studie umgesetzt wurden.

Der neue Mazda6 kommt am 2. Februar auf den Markt.
Im Cockpit des Mazda6 kann man sich wohl fühlen AG/Flehmer

Im Innenraum setzt sich der gute Eindruck fort. Die Materialien im Softtouch-Design wirken elegant, die Instrumente sind gut ablesbar, die Sitze geben guten Halt und sind zugleich bequem. Da die Limousine um elf Zentimeter auf 4,87 Meter angewachsen ist – der Kombi ist sieben Zentimeter kürzer – ist auf allen Plätzen bei einem Radstand von 2,83 Metern genug Beinfreiheit vorhanden. Und auch die Köpfe bleiben trotz der abfallenden Dachlinie verschont – jedenfalls bei Personen bis zu einer Größe bis zu 1,85 Meter.

Ebenso braucht beim Gepäck nicht gespart werden. 489 Liter können bei der Limousine verstaut werden, der Kombi fasst mindestens 522 Liter, die auf bis zu 1664 Liter erweitert werden können. So wird aus dem schönen Personentransporter ein schnittiger Lastesel.

Sparpotenzial für Mazda6 durch Skyactiv-Technologie

Der neue Mazda6 kommt am 2. Februar auf den Markt.
Der Skyactiv-Motor des Mazda6 AG/Flehmer

Denn als Höhepunkt der Metamorphose des neuen Mazda6 kann die neue Skyactiv-Technologie angesehen werden. Die Motoren von Mazda galten traditionell als unverwüstlich, gaben sich aber auch immer sehr durstig. Bei der Skyactiv-Technologie, die im vergangenen Jahr bei der Einführung des Mazda CX-5 ihre Premiere feierte, wurden Motor und Getriebe auf ein besonders effizientes, sprich verbrauchsparendes, Fahren eingestellt.

Die drei Benzinmotoren mit 145, 165 und 192 PS haben dabei mit 14:1 das höchste Verdichtungsverhältnis aller derzeit angebotenen Ottomotoren, die beiden Diesel mit 150 und 175 PS mit identischer Zahl das niedrigste Dichtungsverhältnis aller aktuell angebotenen Selbstzünder.

Mazda6 zwischen Sparsam- und Sportlichkeit

Der neue Mazda6 kommt am 2. Februar auf den Markt.
Schicke Seitenlinie der Limousine des Mazda6 AG/Flehmer

Hinzu kommt serienmäßig das Stopp-Start-System i-stopp, mit dem weiteres Sparpotenzial abgerufen wird sowie das erstmals eingesetzte i-ELOOP. Bei dem regenerativem Bremssystem speichert ein Kondensator beim Bremsen die überschüssige Energie, die dann für den Betrieb der elektrischen Betriebssysteme verwendet werden kann.

Trotz der Sparmaßnahmen fährt der neue Mazda6 nicht als Öko-Tasche herum, davon zeugen schon die hohe PS-Zahlen. Bei den Benzinern wird der 121 kW/165 PS starke 2.0 Skyactiv-G die Gunst der Kunden zu großen Teilen für sich gewinnen, beim Diesel reicht die Basisvariante des 2.2 Skyactiv-G mit 110 kW/150 PS vollkommen aus.

Mazda6 Kombi und Limousine mit vielen Gemeinsamkeiten

Der neue Mazda6 kommt am 2. Februar auf den Markt.
Neue Front für den Mazda6 AG/Flehmer

Beide Varianten haben viel Zug. 9,1 Sekunden benötigen sowohl Benziner als auch Diesel für den Sprint in den dreistelligen km/h-Bereich. Bis zu einem Tempo zwischen 210 und 214 km/h könnte beide die linke Spur auf der Autobahn halten. Auf der Landstraße entpuppen sich sowohl Limousine als auch Kombi zudem auch dank eines guten Fahrwerks als sportliche Mittelklässler, bei denen der Fahrspaß gefördert wird. Die Kurven können recht sportlich angegangen werden, ohne dass der neue 6er ausschert.

Gespannt darf man sein, wie sich der Fahrspaß auf den Verbrauch auswirken wird. Waren die früheren Aggregate selbst bei vorsichtiger Fahrweise gierig nach Sprit, so hielten sich die Verbräuche auf den ersten Testkilometern in der Nähe zu den von Mazda angegebenen Verbräuchen von 3,9 Litern beim Diesel und 5,9 Litern beim Benziner. Das zeugt von wirklicher Metamorphose.

Ungewöhnliche Preispolitik für den Mazda6

Ebenso ungewöhnlich ist die Preispolitik von Mazda. Kombi und Limousine werden zu ein und demselben Preis angeboten. Bei 24.990 Euro geht es mit der Basisvariante Prime Line los, 2000 Euro teurer ist die mittlere Version Center Line. Die Preise für die Topausstattung Sports Line beginnen bei 32.090 Euro.

Mazda erwartet dabei einen Kombi-Anteil von 75 Prozent, allerdings könnte die Anzahl der Limousinen-Liebhaber aufgrund des wirklich gelungenen Designs auch noch ansteigen. Auch das wäre eine Verwandlung im eigentlichen Kombi-Land Deutschland.