BMW X6 als extrovertiertes Statussymbol

Polarisierendes Design

BMW X6 als extrovertiertes Statussymbol
Der BMW X6 polarisiert auch in zweiter Generation. © BMW

Mit dem X6 hat BMW 2008 das sogenannte Segment der sportlich aktiven Coupés begründet. Seit sechs Jahren polarisiert das Schiff – und findet doch bestimmte Zielgruppen und auch Nachahmer.

Von Thomas Flehmer

Wohl kein Auto der Gegenwart bietet so viel designerischen Gesprächsstoff wie der BMW X6. Die einen zeigen sich begeistert von dem 4,91 Meter langen Trumm, Kritiker hingegen bemängeln gerade den voluminösen Auftritt des so genannten Sports Activity Coupé (SAC). "Es ist eines der emotionalsten Autos auf der Welt", sagt BMW-Designer Tommy Forsgren, der für die zweite Generation, die ab dem 6. Dezember weltweit in den Markt eingeführt wird, die Federführung inne hatte.

Polarisierende Formen des BMW X6

Dabei hat auch die zweite Ausgabe des X6 seine polarisierende Form beibehalten, ist laut Forsgren, aber erwachsener geworden. "Das Auto muss logisch aussehen und Moderne und Premium miteinander verbinden und darf dabei nicht komisch aussehen", so Forsgren im Gespräch mit Autogazette.de.

Größere Glasflächen und ein kompakteres Heck sowie eine flachere Dachlinie sollen diesen Anspruch untermauern. Wobei der Schwede auch sagt, dass der "X6 ganz klar ein anderes Auto" sei. In Zeiten, in denen manche Studien belegen, dass das Auto als Statussymbol seinen Stellenwert verliere, setzt der 2,2 Tonner sein ganzes Gewicht dagegen. "Unsere Kunden wollen Extravaganz und zeigen, was für ein Auto sie fahren."

Mehr als 255.000 Käufer für den BMW X6

Der BMW X6 gibt sich trotz 2,2 Tonnen Gewicht beeindruckend sportlich.
In China fahren die jüngsten Kunden einen BMW X6 BMW

Immerhin mehr als 255.000 Kunden haben in den letzten sechs Jahren seit der Einführung des X6 ihre Extravaganz zum Ausdruck gebracht und sich bewusst für das polarisierende Design entschieden. Neben China, dort sind die jüngsten Kunden um die durchschnittlich 38 Jahre mit einem X6 unterwegs, sind die USA, dort wird in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina das SAC produziert, die vorherrschenden Märkte. Auch Europa gehört noch dazu - mit der ältesten Fahrerklientel von rund 55 Jahren im Durchschnitt. So sei laut BMW-Produktmanager Timo Resch auch nicht eine bestimmte Region besonders passend oder unpassend für den X6, sondern weltweit wird der X6 "personenbezogen gemocht oder nicht. Und es gibt in jedem Land Personen, die extrovertiert sind", so Resch zur Autogazette.

Und dass die Münchner mit dem SAC nicht ganz falsch gelegen haben, bezeugt auch, dass Mercedes im kommenden Jahr einen Mitbewerber stellen wird. Resch sieht die Konkurrenz positiv. "Wir sind Begründer des Segmentes und wollen auch weiter vorne bleiben."

BMW X6 als beliebtes Beutegut

Dafür wurden neben dem Design auch die Stellschrauben beim Verbrauch und auch der Sicherheit gezogen. Denn bei den Langfingern gibt es keine Polarisierungsdiskussion. Dort steht der X6 ganz oben auf dem Bestellzettel. "Im neuen X6", sagt Resch, "haben wir neue Sicherheitsstandards gesetzt. Die Fahrzeuge werden schwer zu knacken sein."

Natürlich gäbe es keine "hundertprozentige Garantie", aber die Sicherheit wurde deutlich erhöht. Aber vielleicht wird das nicht jeden Kunden erfreuen, denn ein Auto-Diebstahl unterstreicht ja auch eine gewisse Extravaganz, wenn das Statussymbol so begehrt ist und dann auf diese Weise auch wieder für Gesprächsstoff sorgt.

Ein Fahrbericht zum neuen BMW X6 folgt am Montag

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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