24. August 2011

Fahrbericht Dritte Generation Toyota Yaris: Adé Biedermeier-Charme

Der Toyota Yaris ist um zehn Zentimeter gewachsen.
Der Toyota Yaris ist um zehn Zentimeter gewachsen. © Toyota

Die dritte Generation des Toyota Yaris hat deutlich an Format gewonnen – zumindest äußerlich. Denn während die Oberfläche modernisiert wurde, treiben den Kleinwagen die altbekannten Aggregate an, die für den Stadtverkehr aber ausreichen.




Von Thomas Flehmer

Die Augenbrauen gehen schon ein wenig in die Höhe. Beim dritten Anlauf hat der Toyota Yaris eine schnittige Form erhalten, der Biedermeier-Charme der ersten beiden Generationen seit 1999 wurde abgelegt. Von der Seite betrachtet hat der Kleinwagen sehr viel Drive erhalten, die V-förmig gestaltete Front lässt den Yaris eher hämisch grinsen als lächeln und sorgt im Zusammenspiel mit dem vergrößerten Lufteinlass - flankiert von den beiden Nebelscheinwerfern - für eine gewisse Dynamik. Auch das Heck hat mehr Konturen erhalten und ähnelt ein wenig der Rückseite des Lexus CT 200h.


Aufgefrischter Innenraum

Auch der Innenraum der 3,89 Meter langen Limousine, die als Drei- oder Fünftürer erhältlich ist, wurde aufgefrischt und sieht aufgeräumt aus. Lediglich der verwendete Plaste-Einsatz, der das optionale Multimediasystem Touch and Go mit Google Search und SMS-Funktion (550 Euro) umrahmt, passt sich dem gehobenen Standard nicht an und wirkt eher billig. Die Sitze geben genügend Halt und auch in der zweiten Reihe lässt der Radstand von 2,51 Metern genügend Beinfreiheit. Großgewachsene Passagiere kommen dem 600 Euro teuren Glasdach, durch das der Innenraum hell erleuchtet wird, recht nahe.

Recht sparsam geht es trotz eines Längenzuwachses um zehn Zentimeter beim Kofferraumvolumen zu. Die 286 Liter geben einem Koffer und einer Tasche Platz. Erst wenn die 60:40 teilbare Rückbank umgeklappt ist, kann Gepäck auf einem Volumen von 786 Litern untergebracht werden. Für den Familienurlaub sollte also auf ein größeres Fahrzeug zurückgegriffen werden.

Kleiner Benziner für den Stadtverkehr

NUr zehn Meter Wendekreis benötigt der Toyota Yaris
NUr zehn Meter Wendekreis benötigt der Toyota Yaris © Toyota

Doch der kleine Yaris ist so wieso eher für den Stadtverkehr konzipiert. Mit einem Wendekreis von zehn Metern ist er sehr agil und wird schnell Parklücken finden. Und auch die Motoren sind eher für den Stadtverkehr gedacht als für lange Überlandfahrten. Hier ist die Zeit stehen geblieben, denn die beiden Benzinaggregate, der 1,0 Liter große Dreizylinder sowie der 1,33 Liter große Vierzylinder reichen aus, sowie der 1,4 Liter große Diesel sind Überbleibsel aus der Biedermeier-Zeit.

Dabei ist der 73 kW/99 PS starke Ottomotor des 1.33 Dual VVT-i dem 1.0 VVT-i mit 51 kW/69 PS vorzuziehen. Zum einen verfügt der Vierzylinder über eine gut funktionierende Sechsgang-Schaltung gegenüber dem Fünfgang-Getriebe der schwächeren Ausgabe. Zum anderen lassen eine Sprintzeit von 11,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h auch mal den Einsatz auf der Landstraße oder der Autobahn besser zu. Hier benötigt der kleine Benziner 15,3 Sekunden und bei 155 km/h geht dem Eintonner die Luft aus.

Diesel gibt sich sportlich

DEr Innenraum des Toyota Yaris hat deutlich an Format gewonnen
DEr Innenraum des Toyota Yaris hat deutlich an Format gewonnen © Toyota

Dagegen kann der stärkere Benziner auch auf längeren Wegen gefallen, auch wenn Geduld gefragt ist, ehe der 1.33 Dual VVT-i auf Touren kommt. Und mit 5,3 Litern soll der große Bruder gerade mal einen halben Liter mehr als der kleinste Yaris verbrauchen. Dann ist das immerhin 550 Euro teure Stopp-Start-System an Bord, ohne den Motorunterbrecher fallen weitere 0,2 Liter an.

Über den beiden thront deshalb der 66 kW/90 PS starke Diesel, der in 10,8 Sekunden die 100 km/h erreicht und dank seiner 205 Newtonmeter, die zwischen 1800 und 2800 Umdrehungen pro Minute anliegen, recht forsch aus dem Knick kommt. Zudem stehen lediglich 3,9 Liter Verbrauch zu Buche. Dank einem guten Fahrwerk und direkten Lenkung kann der Selbstzünder auch Kurven recht sportlich nehmen – und auch die Autobahn wird nicht als Bedrohung empfunden.

Einstiegspreis bleibt gleich

Der Toyota Yaris startet bei 11.675 Euro
Der Toyota Yaris startet bei 11.675 Euro © Toyota

Bedrohungen gibt es für den Yaris sonst auch nicht. Sieben Airbags, ESP und zahlreichen Sicherheitsfeatures wird beim EuroNCAP-Crashtest erneut die Höchstwertung von fünf Sternen angepeilt – in diesem Segment nicht unbedingt der Standard. Trotz der Modernisierung bleibt der Einstiegspreis von 11.675 Euro für den dreitürigen 1.0 VVT-i unverändert. 2700 Euro mehr müssen beim 1.33 Dual VVT-i hingeblättert werden. 14.380 Euro werden fällig, dann steht aber auch schon die zweite von insgesamt fünf Ausstattungsvarianten zur Verfügung.

Ebenfalls in Stufe zwei startet der Diesel, der mit 16.330 Euro 200 Euro teurer ist als der Vorgänger. Bei 18.750 Euro endet dann aber auch schon der teuerste und bestens ausgestattete Yaris. 95 Prozent aller Kunden greifen eh bei den Benzinern zu und werden rund 15.000 Euro für den Kleinwagen aufbringen.

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