31. Juli 2007

Autodiebstahl umgehend anzeigen

Autoknacker bei der Arbeit
Autoknacker bei der Arbeit © Foto: dpa

Wird ein Auto entwendet, so muss der Fahrzeugbesitzer rasch handeln. Polizei und Versicherung müssen sofort informiert werden.




Ein geklautes Auto sorgt beim Besitzer nicht selten zuerst für Verwirrung: Steht der Wagen womöglich an einer anderen Stelle? Allzu oft gilt es dann aber, sich der Realität zu stellen - was die Sache nicht einfacher macht. Wer weiß schon spontan, was nach einem Autodiebstahl zu erledigen ist?


Zahl stetig gesunken

Zum Glück der Halter scheinen Autodiebe momentan zumindest keine Hochkonjunktur zu haben: Wurden 1995 laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin hierzulande noch gut 105.000 Fahrzeuge entwendet, hat sich die Zahl zuletzt bei etwas mehr als 20.000 Fällen pro Jahr eingependelt. Grund dafür ist vor allem die Einführung der Wegfahrsperren.

Derzeit gebe es vor allem zwei Formen des Fahrzeugklaus, sagt Johannes Hübner vom Automobilclub von Deutschland (AvD): «Zum einen ist da der Diebstahl für Gelegenheitsfahrten.» Kriminelle entwenden einen Wagen, um damit herumzufahren und ihn irgendwann mehr oder weniger demoliert wieder abzustellen. Hinter der zweiten Form stecken oft Profis, die sich mit ausgeklügelter Elektronik Zugang zum Wagen verschaffen. Andere haben sich darauf verlegt, geparkte Wagen auf einen Laster zu laden und abzutransportieren.

Schnell handeln

Beklaute Halter müssen schnell handeln: «Grundsätzlich gilt, dass sofort die Polizei und der Versicherer zu informieren sind», sagt Kirsten Becker, Allianz-Sprecherin in München. Ist der Diebstahl im Ausland passiert, ist zuerst die örtliche Polizei zu informieren. Lässt sich die Fahrzeugversicherung aus dem Ausland nicht erreichen, sollte der Vorfall in der Woche nach der Rückkehr gemeldet werden.

«Wichtig ist außerdem, die Fahrzeugpapiere und alle vorhandenen Fahrzeugschlüssel vorzulegen», sagt GDV-Sprecher Stephan Schweda. Denn legt der Besitzer keinen Ersatzschlüssel vor, könnte das ein Hinweis sein, dass der Diebstahl mit seinem Wissen passiert ist. Möglicherweise hat der Halter vorgesorgt und den Wagen fotografiert - laut Hübner am besten je schräg von vorne und hinten. Die Bilder können Aufschluss über den Zustand des vermissten Fahrzeugs geben.

Sonderfall Ausland

Für die empfohlene Abmeldung bei der Zulassungsbehörde gibt es nach Allianz-Angaben Sonderregelungen. Schließlich sind die dafür nötigen Kennzeichen nicht in den Händen des Halters. Stattdessen bekommt er mit der Anzeige bei der Polizei eine Diebstahlmeldung.

Wenn es um die Regulierung des Kasko-Schadens geht, muss sich der Besitzer meist einige Wochen lang gedulden: «Die Regulierung erfolgt in der Regel nach einem Monat», sagt Kirsten Becker von der Allianz. Erwarten kann der Halter dann den «Zeitwert» des Fahrzeugs.

Ein Sonderfall sind Fahrzeuge, die wieder auftauchen. Will der Halter sein Auto zurück haben, hat er insbesondere im Ausland oft schlechte Karten - vor allem wenn der Dieb den Wagen schon verkauft hat. Denn laut Schweda gibt es in manchen Ländern das Recht, dass der Käufer ein in gutem Glauben erworbenes Gut behalten darf.

Wer sich grundsätzlich Ärger rund um den Autodiebstahl ersparen will, sollte einen Rat Johannes Hübners befolgen: Ein zusätzlicher, versteckt eingebauter Schalter zur Stromunterbrechung macht es auch einem geübten Dieb nahezu unmöglich, den Wagen zu starten. (Heiko Haupt, dpa/tmn)



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