13. November 2014

Fahrbericht Unterwegs mit Spritsparmodell Skoda Yeti GreenLine: Nicht nur für Ökos

Der Skoda YetiGreenLine Fotos ▶
Der Skoda YetiGreenLine © AG/Mertens

Skoda bietet auch vom Yeti eine GreenLine-Variante an. Was das kompakte SUV der VW-Tochter zu bieten hat, haben wir getestet. Zwar verfehlt der kleine Geländewagen den versprochenen Verbrauch, doch enttäuscht hat er uns deshalb nicht.




Von Frank Mertens

Das Segment der kompakten SUVs brummt. Die Kunden schätzen die Vorteile, die diese Fahrzeuggattung mit sich bringt: Man sitzt leicht erhöht, hat in der Folge einen besseren Überblick über den Verkehr und zumeist bieten diese kleinen Geländewagen auch noch eine Menge Praktikabilität. Zumindest trifft dies auf unseren Testwagen zu, einen Skoda Yeti.

Er verfügt neben dem bekannten Eiskratzer im Tankdeckel unter anderen über eine verschiebbare Rückbank und herausnehmbare Rücksitze. Wer gelegentlich auch einmal mehr Gepäck mitnehmen will oder auch die Fahrt zum Baumarkt mit dem Yeti antreten will, lernt dieses Feature ebenso schnell zu schätzen wie die Ablagen im mindestens 405 Liter großen Kofferraum, in denen Kleinkrams untergebracht und vor dem Verrutschen geschützt werden kann.


Yeti leistet als 1.6 TDI 105 PS

Da das Gros der SUV-Kunden sich zumeist ohnehin nicht ins Gelände oder abseits asphaltierter Straßen verirrt, haben wir bei der Wahl unseres Testwagens auch auf einen Allradantrieb verzichtet. Da die kleinen Kraxler gemeinheim als ausgesprochen durstig gelten, haben wir uns für die Spritsparvariante dieses Modells entschieden, der bei der VW-Tochter den Zusatz GreenLine in der Modellbezeichnung trägt und der mit einem 105 PS starken 1.6 Liter TDI unterwegs ist.

Der 1.6 TDI im Yeti
Der 1.6 TDI im Yeti © AG/Mertens

Wer sich für ein solches Modell entscheidet, der bekommt für sein Geld neben einem Start-Stopp-System, aerodynamischen Optimierungen auch rollwiderstandsoptimierte Reifen und eine Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) geliefert. In der Summe sollen alle diese Maßnahmen dazu beitragen, den Verbrauch des Skoda Yeti möglichst niedrig zu halten. Der Hersteller stellt hier 4,6 Liter (CO2-Ausstoß: 119 g/km) in Aussicht. Dieser Durchschnittsverbrauch wurde allerdings nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) auf dem Rollenprüfstand ermittelt, hat deshalb mit der Realität des Alltags wenig gemein.

Akzeptabler Durchschnitts-Verbrauch

Doch was heißt das nun für den Skoda Yeti? Nun ja, dass er diesen Wert verfehlt. Nach unseren Testfahrten zeigte das 4,22 Meter lange SUV bei normaler Fahrweise 5,7 Liter an. Das ist deutlich mehr als versprochen, für ein Auto dieser Klasse aber durchaus ein akzeptabler Wert. Zudem dürfte der Yeti im Drittelmix bei noch umsichtigerer Fahrweise sicherlich auch noch etwas weniger verbrauchen. Doch bei den Testfahrten in und um Berlin hieß die Devise nicht Verzicht, sondern Alltagstauglichkeit. Und dabei hinterließ der Yeti einen überzeugenden Eindruck. Sein maximales Drehmoment liegt bei 250 Nm und steht übrigens zwischen 1500 und 2500 Touren zur Verfügung.

Damit lässt es sich durchaus schaltfaul mit dem gut abgestimmten manuellen Fünfganggetriebe unterwegs sein. Wer auf der Autobahn unterwegs ist, der sehnt sich dann aber doch einen sechsten Gang herbei. Würde nicht nur die Geräuschkulisse im Innenraum etwas reduzieren, sondern sich auch positiv auf den Verbrauch auswirken.

Sachlich gestalteter Innenraum

Wer meint, dass der Yeti mit seinen 105 PS etwas schwach auf der Bruste ist, irrt übrigens. Man kann mit ihm auch durchaus flotter unterwegs sein, wenn man denn den Verbrauch nicht im Blick hat. Bis Tempo 100 vergehen 12,1 Sekunden und die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 176 km/h an. Das reicht mehr als aus.

Abseits der Autobahn vermag der Skoda Yeti neben einer direkt ansprechenden Lenkung zudem mit einer guten Straßenlage und einem gut abgestimmten Fahrwerk zu überzeugen. Es ermöglicht einem auch einmal flottere Kurvenfahrten, ohne dass das den Yeti mit seiner erhöhten Karosserie sonderlich irritiert. Entsprechend zufrieden macht der Yeti seinen Fahrer.

Das Heck des Yeti
Das Heck des Yeti © AG/Mertens

Das trifft auch auf den Innenraum zu. Hier finden Fahrer und Beifahrer ebenso wie die Passagiere im Fond ausreichend Platz, um auch längere Fahrten entspannt hinter sich zu bringen. Auf den drei Einzelsitzen im Fond können auch drei Großgewachsene bequem sitzen.Wenn es denn etwas gibt, was an dem Yeti etwas stört, dann ist es das kleine Navigationsgerät. Es ist dann doch arg klein, auch wenn es einen sicher zum Ziel führt. Auf Besserung können die Kunden erst mit der neuen Generation hoffen. die dann auch mit dem neuen MirroLink-System ausgestattet sein wird, das die Vernetzung des Smartphones mit dem Auto ermöglicht. Doch bis dahin dauert es noch etwas, aber das ist verkraftbar.

Denn auch mit diesem Paket hinterlässt der Yeti einen durchaus überzeugenden Eindruck und stellt unter Beweis, dass man auch ohne Allrad und etwas weniger PS zufrieden sein kann. Der Spaß, in einem Yeti GreenLine unterwegs zu sein, hat allerdings seinen Preis: er steht mit mindestens 24.990 Euro in der Preisliste.






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