5. Juni 2014

Fahrbericht 3,2 Liter Durchschnittsverbrauch Skoda Octavia GreenLine: Ökologisch korrekt

Der Octavia GreenLine ist das jüngste Spritsparmodell von Skoda. Fotos ▶
Der Octavia GreenLine ist das jüngste Spritsparmodell von Skoda. © Skoda

Der neue Skoda Octavia GreenLine soll durchschnittlich nur 3,2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Doch kann das Ökomodell der Tschechen dieses Versprechen halten? Unser Testbericht mit der Limousine gibt darauf die Antwort.




Von Frank Mertens

Der Skoda Octavia GreenLine ist das jüngste aller Spritsparmodelle im Portfolio der VW-Tochter. Es setzt die Reihe von effizienten Modellen fort, mit dem sich die Tschechen immer stärker auch als grüne Marke präsentieren wollen. Dabei verspricht Skoda für seinen Bestseller mit GreenLine-Technologien mit dem 110 PS starken 1.6 Liter-TDI einen Verbrauch von gerade einmal 3,2 Litern (CO2-Ausstoß 85 g/km). Ein Auto zu fahren, dass an der magischen Dreiliter-Grenze kratzt, hört sich vielversprechend an. Doch kann der Octavia, der Bestseller im Modellprogramm von Skoda, dieses Versprechen auch jenseits des Prüflabors halten? Oder ist er schlicht eine Mogelpackung, der diesen Wert nur auf dem Rollprüfstand erreicht?

Nun ja, es kommt wie so häufig nicht nur auf das Paket an, dass die Entwickler in Mlada Boleslav geschnürt haben. Es kommt entscheidend auf die Person an, die hinter dem Steuer sitzt und auch so fährt, dass ein solcher Wert annähernd erreicht werden kann. Dass heißt beispielsweise, dass man rechtzeitig in den nächst höheren Gang schaltet, woran einen in diesem Octavia auch eine Gangempfehlung erinnert. Daneben sorgen eine Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation), Leichtlaufreifen, weit ausgelegte Gänge, ein Start-Stopp-System und eine besonders aerodynamisch gestaltete Unterbodenverkleidung dafür, dass man möglichst verbrauchsarm in diesem Octavia unterwegs sein kann.


4,3 Liter kein schlechter Wert

Und, geht so das Versprechen von 3,2 Litern auf? Leider nein, am Ende der Testfahrten standen im Durchschnitt 4,3 Liter bei durchaus umsichtiger Fahrweise auf dem Bordcomputer. Das ist für ein Kompaktklassemodell mit einem Gewicht von knapp 1,3 Tonnen dennoch ein guter Wert. Ein Wert übrigens, der für besonders umsichtige Fahrer auch auf unter vier Liter gedrückt werden kann, wenn man denn willens ist, bei Tempo 60 auch einmal bereits den sechsten Gang zu bemühen. Das hört sich quälend an, ist aber aufgrund der lange Übersetzung des tadellos abgestimmten manuellen Sechsganggetriebes und eines Drehmoments von 250 Nm möglich.

© Das Cockpit im Skoda

Ohnehin gilt es beim Fahren in einem Spritsparmodell umzudenken - und das kann durchaus seinen Reiz haben. Hier zählt dann eben nicht mehr Blick auf die Zehntelsekunden bei den Beschleunigungswerten, sondern nur noch der auf die Verbrauchsanzeige. Man mag es vielleicht nicht glauben, aber der Versuch, den Verbrauch noch weiter zu senken - ihn möglichst in den Bereich dieser 3,2 Liter zu bringen - kann durchaus motivieren. Vor allem auch mit Blick auf den eigenen Geldbeutel, der durch eine effiziente Fahrweise bei der Fahrt an die Tankstelle geschont wird. Warum also das Auto bei 2000 Umdrehungen nicht auch einmal gemächlich vor sich hin fahren lassen? Auch so kommt man ans Ziel, unaufgeregt zwar, dafür aber merklich entspannter.

Besonnen mit Gasfuß umgehen

Natürlich kann man, wer will, auch in diesem Octavia flotter unterwegs sein. Der 1.6 Liter TDI ist mit seinen 110 PS zwar kein Ausbund an Sportlichkeit, aber das erwartet auch niemand, der sich für ein solches Auto entscheidet. Für dieses Klientel bietet Skoda am anderen Ende der Skala ja den RS an, die sportlichste Variante des Bestsellers. In diesem Octavia GreenLine erreicht man Tempo 100 in 10,6 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit ist bei völlig ausreichenden 206 km/h erreicht.

Das Heck des Octavia GreenLine
Das Heck des Octavia GreenLine © Skoda

Das sind Werte, mit denen sich dieser grüne Skoda nicht zu verstecken braucht - auch wenn man dann, wenn man man so flott unterwegs ist - einen niedrigen Verbrauch vergessen kann. Und was muss man nun für den Octavia GreenLine auf den Tisch legen? Für die Limousine werden 23.690 Euro fällig, für den Kombi sind es 660 Euro mehr. Das ist nun sicherlich kein Schnäppchen, aber kühle Rechner werden schnell zum Ergebnis kommen, dass sich dieses Modell rechnet - vor allem für die, die mit dem Gasfuß etwas besonnen umgehen.






Mehr zur Marke Skoda

Klimaanlage und SoundsystemSkoda kühlt den Fabia ab

Der Sommer hat nicht unbedingt die Ausstrahlungskraft früherer Jahre gezeigt. Skoda stellt den Fabia Cool Plus schon einmal auf die heißen Tage des kommenden Jahres ein.


VW-Tochter beendet Gespräche mit TataKodiaq und Superb forcieren Skoda-Absatz

Skoda hat im Juli um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zugelegt. Zugleich beendete die VW-Tochter Gespräche mit dem indischen Hersteller Tata bezüglich einer Kooperation ergebnislos.


Unterwegs mit Connect-DienstenSkoda Octavia RS 245: Schnell, sicher und vernetzt

Der Skoda Octavia RS 245 ist das Topmodell der Baureihe. Entsprechend spielt auch bei diesem Modell die Vernetzung eine große Rolle.



Mehr aus dem Ressort

Kia hängt den Optima Sportwagen ans Kabel
Mittelklasse mit Plugin-HybridKia Optima Sportswagon PHEV: Lohnenswerte Alternative

Kia will seine Palette umweltfreundlicher Antriebe bis 2020 auf 14 Modelle ausbauen. Als Alternative zu einem Diesel in der Mittelklasse bietet sich der Optima Sportswagon Plugin-Hybrid geradezu an.


Der Renault Talisman Grandtour ist sehr elegant ausgefallen
Kombi mit 160 PSRenault Talisman Grandtour: Mehr als ein Wortspiel

Renault hat den Talisman mit den traditionellen Tugenden der französischen Reiselimousine in die Neuzeit gebeamt – und das auch der Kombivariante. Der Laguna-Nachfolger nähert sich den deutschen Platzhirschen an – auch wenn so manches noch nicht an Bord ist.


Der Nissan GT-R greift nun auf 570 PS zurück
Zehn Jahre nach der MarkteinführungNissan GT-R: Punktsieg für Godzilla

Zehn Jahre macht der Nissan GT-R die Straßen unsicher. Der zärtlich „Godzilla“ genannte Supersportwagen hat sich in der Dekade immer mehr der deutschen Sportwagen-Ikone angenähert.