16. Februar 2017

Fahrbericht Kompaktsportler in drei Varianten Seat Leon Cupra 300: Zehn neue Pferde zur Glückseligkeit

Der Seat Leon Cupra ist nun mit 300 PS unterwegs Fotos ▶
Der Seat Leon Cupra ist nun mit 300 PS unterwegs © Seat

Seat hat im Zuge des Facelift des Leon auch die Baureihe der kompakten Sportler überarbeitet. Noch nie machte Cup Racing mehr Spaß wie mit dem überarbeiteten Kraftpaket.




Von Thomas Flehmer

Sicher, es sind nur zehn PS mehr – nur zehn PS, die sich im Vergleich zum Vorgänger wohl kaum bemerkbar machen würden. Doch im Zuge der Überarbeitung des Leons hat Seat auch die sportlichen Ableger Drei- und Fünftürer sowie Kombi mit noch mehr Fahrspaß ausgestattet als mit lediglich zehn weiteren PS ausgedrückt werden kann.

Der Leon Cupra 300 löst im Zuge des Facelift den 290 PS starken Vorgänger ab und erhält zudem die Nettigkeiten an Bord, mit denen auch schon der normale Leon ausgestattet wurde. Herauskommt eine Spaßmaschine mit alltagstauglichen Fähigkeiten.


Motor vom VW Golf R

Dass der 221 kW/300 PS starke Kompaktsportler das stärkste Serienmodell der Firmengeschichte ist, kann dabei als Randaspekt einfließen, wird aber vom Fahrspaß ziemlich schnell verdrängt. Denn der 2.0 TSI, der aus dem VW Golf R abstammt, vermittelt sehr schnell seine Stärken. Ausgestattet mit 380 Newtonmetern – 30 mehr als im Vorgänger – stößt der starke Löwe innerhalb von 4,9 Sekunden das Tor zur Sportwagenwelt auf, bis bei 250 km/h die Elektronik eingreift.

Doch die Höchstgeschwindigkeit sorgt nicht für den Genuss des Cupra 300. Das besorgen die Kurven der Landstraße auf denen der Leon zum wahren Cup Racer – denn dafür steht die Bezeichnung Cupra - avanciert. Ist das Sechsgang-DSG an Bord, fühlt sich der Laie auf der einsamen Landstraße dank der Schaltwippen wie ein Rallye-König. Der wirkliche Profi setzt dann auf den kleinen Dreitürer samt manuellem Sechsgang-Getriebe, um das Höchste der Gefühle herauszukitzeln.

Fahrwerksabstimmung optimiert

Fahrassistenzsysteme und Infotainment stehen im Leon Cupra 300 bereit
Fahrassistenzsysteme und Infotainment stehen im Leon Cupra 300 bereit © Seat

Egal, wer welche Variante favorisiert: Der Leon Cupra 300 macht einfach einen riesigen Spaß. Die Progressivlenkung ist direkt und der zu wählende Sportmodus macht das Fahrwerk für den Untergrund hart und sorgt auf diese Weise für das Maß an Sportlichkeit. Und die 300 PS werden so kultiviert abgerufen, dass der Fronttriebler nicht unter der enormen Kraft anfängt, am Lenkrad zu zerren.

Dank der adaptiven Fahrwerksregelung kann der 1,4 Tonnen schwere Leon Cupra 300 aber auch den Alltag bewältigen. Denn die Einstellungen von Sport und Komfort unterscheiden sich schon deutlich, was früher nicht immer der Fall war. Hier hat Seat aber die ansonsten in den Sportlern vorherrschende Härte aber deutlich gemildert, was natürlich auch den Beifahrern zu Gute kommt – und auch dem Geldbeutel.



Denn die rasante Fahrt auf Landstraße oder gar dem Rennkurs geht natürlich deutlich zu Lasten des Verbrauchs. Die je nach Variante – ob Drei- oder Fünftürer oder Kombi mit oder ohne Allrad und DSG – angegebenen 6,7 bis 7,2 Liter werden pulverisiert und nähern sich dem zweistelligen Bereich an.

Seat Leon Cupra 300 ab 34.020 Euro

Den Leon Cupra gibt es auch wieder als sportlichen Kombi
Den Leon Cupra gibt es auch wieder als sportlichen Kombi © Seat

Wer jedoch im Verkehr mitschwimmt und die Kraft des stärksten Serien-Leons nicht oder nur selten beansprucht, kommt dem ermittelten Verbrauch recht nahe. Im Stadtverkehr hilft dann auch das Stopp-Start-System mit, weitere Zehntel einzusparen. Ansonsten spült der Leon Cupra souverän das urbane Programm herunter immer im Bewusstsein, mit der Kraft unter der Motorhaube auch schneller unterwegs sein zu können. Denn selbst auf der Straße oder der Stadtautobahn lauert im Hintergrund der Fahrspaß – auch hier egal mit welcher Variante.

Denn mit dem Drei- oder Fünftürer sowie dem Kombi deckt die spanische VW-Tochter jede erreichbare Zielgruppe ab. Singles oder junge Paare freuen sich über das sportliche Design mit den extra für den Cupra 300 entworfenen LED-Scheinwerfern oder den Heckspoiler. Im Innenraum erwarten die Insassen neben Sportsitzen mit Alcantara oder sportlichen Aluminium-Applikationen, aber auch viel Hartplastik auf dem Armaturenbrett, die gesamte Auswahl an Fahrassistenten und Infotainment-Systemen wie beim normalen Serien-Leon auch.

Während Singles oder Paare den dreitürigen SC oder den Fünftürer bevorzugen, genießen Außendienstmitarbeiter und Familien eher den üppigen Platz des Kombis ST samt Kofferraumvolumen über 587 Liter. Vor dem Befüllen des Kofferraums müssen aber zunächst 34.020 Euro angelegt werden, der Kombi ST kostet mit Allrad und DSG knappe 40.000 Euro – 600 Euro mehr als beim Vorgänger. Allerdings 600 Euro, die sich in der Endabrechnung ebenso wenig bemerkbar machen wie das Plus von zehn PS.






Mehr zur Marke Seat

Fast baugleich mit VW Up und Skoda CitigoKleiner Seat Mii mit nur kleinen Problemen

Der Seat Mii bereitet den TÜV-Prüfern und Pannenhelfern nur selten Sorgen. Nicht nur als Neuwagen ist das spanische Derivat vom VW Up und Skoda Citigo günstiger als die fast baugleichen Geschwister.


Seat stellt neuesten Kleinwagen vorMehr Platz im neuen Seat Ibiza

Ein längerer Radstand und ein größerer Kofferraum machen den Seat Ibiza künftig komfortabler. Der spanische Kleinwagen feiert seinen Einstand auf dem Genfer Automobilsalon und hat auch eine Reihe neuer Fahrassistenten an Bord.


Mehr Leistung für KompaktsportlerSeat Leon Cupra nun mit 300 PS unterwegs

Noch kein Seat-Modell hatte mehr Leistung: die spanische VW-Tochter wird vom neuen Leon die Cupra-Variante mit 300 PS anbieten, das sind zehn Pferdestärken mehr als beim Vorgänger.



Mehr aus dem Ressort

Volvo V90 Cross Country neu Aufmacher Volvo
Offroad-tauglicher KombiVolvo V90 Cross Country: Edel durch den Schnee

Volvo bringt nun auch seinen Premium-Kombi V90 auf den Markt. Was das Modell der Schweden außer einem selbstbewussten Preis zu bieten hat, haben wir im Topmodell mit 320 PS bei Winterfahrten in Österreich getestet.


Der Porsche 911 Carrera GTS präsentiert sich sehr vielfältig
Sportwagen mit 450 PSPorsche 911 Carrera GTS: Einsamer Spagat

Die Ansage kommt vom Weltmeister persönlich. Walter Röhrl schickt seine Frau mit dem Porsche Carrera GTS vormittags zum Einkaufen und fährt danach über die Nordschleife. Diesen Spagat schaffe kein anderer Sportwagen, so die Rallye-Legende.


Elektrisch durch die StadtSmart Forfour Electric Drive: Mehr E-Auto braucht man nicht

Ist eine Reichweite von 155 Kilometern für ein Elektroauto zu wenig? Kommt darauf an, wo und wie ich unterwegs sein will. Fahre ich vorwiegend in der Stadt, reicht das allemal. Entsprechend sind die beiden neuen Elektro-Stromer von Smart voll alltagstauglich.