5. September 2014

Fahrbericht Lifestyle-Flitzer kommt Ende September Opel Adam Rocks: Auf Verjüngungskur

Der Opel Adam Rocks kommt im September. Fotos ▶
Der Opel Adam Rocks kommt im September. © Opel

Der Lifestyle-Flitzer Opel Adam hat der GM-Tochter neue Kunden beschert. Nun schicken die Rüsselsheimer mit dem Adam Rocks eine weitere Modellvariante auf den Markt. Mit dem robusten Kleinen soll die Kundschaft weiter verjüngt werden.




Von Frank Mertens

Wer weiß, was da noch kommt. Aber für Überraschungen ist man bei Opel ja immer gut. Nachdem die Rüsselsheimer mit dem Adam zunächst einen kleinen Verwandlungskünstler mit unzähligen Variationsmöglichkeiten auf den Markt gebracht haben, kommt am 27. September nun der Adam Rocks als weitere Modellversion hinzu. Dass die Adam-Familie vielleicht sogar noch weiteren Zuwachs bekommt, ist dabei nicht ausgeschlossen.

Denn der Adam bereitet den Rüsselsheimern eine Menge Freude. Europaweit liegen seit dem Marktstart des Lifestyle-Flitzer bereits 100.000 Bestellungen vor. Allein in Deutschland entfielen auf den Adam in den ersten acht Monaten des Jahres nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) fast 15.000 Neuzulassungen. Seit Marktstart Ende Februar 2013 entschieden sich rund 35.000 deutsche Kunden für den Adam.


Kunden beim Adam zahlungsbereit

An solche Zahlen wird der Adam Rocks zwar nicht heranreichen, aber er wird für einen weiteren Absatzschub sorgen. Denn für das neue Crossover-Modell liegen bereits vor dem Markstart Ende des Monats 3000 Vorbestellungen vor, wie Deutschland-Vertriebschef Jürgen Keller bei der Vorstellung des Rocks im lettischen Riga sagte. Keller selbst rechnet damit, dass der Rocks um die 15 Prozent des Absatzes beim Adam ausmachen wird.

Vor allem können sich die Opel-Verantwortlichen über die Zahlungsbereitschaft des Adam-Kunden freuen, der durchschnittlich 16.000 Euro dafür ausgibt, sich sein neues Gefährt nach seinem persönlichen Geschmack zusammen zu stellen. Der Einstieg beginnt übrigens bei 11.750 Euro. Beim Rocks beginnt die Preisliste für den 1.2 Liter mit 70 PS erst bei 15.990 Euro, ausstattungsbereinigt soll der Mehrpreis bei nur 1800 Euro liegen.

Im Adam Rocks kommt eine neue Motorengeneration zum Einsatz
Im Adam Rocks kommt eine neue Motorengeneration zum Einsatz © Opel

16.000 Euro sind kein Pappenstiel. Für derart viel Geld erwartet man einiges. Hält der Rocks aber auch, was er verspricht? Ja, der Kleine macht einen guten Eindruck. So wie er vor einem steht, gibt er den robusten Typ. Dafür sorgen seine SUV-ähnlichen Anbauteile wie Kunststoffbeplankunken an den Radhäusern, ein angedeuteter Unterfahrschutz, serienmäßig 17 Zoll-Leichtmetallfelgen (optinal gibt es auch 18 Zöller) und ein schickes Faltdach. Es lässt sich nicht nur in fünf Sekunden öffnen, sondern sogar bis Tempo 140. Damit schafft man sich ein wenig Open-Air-Feeling, auch wenn der Rocks damit nicht zu einem Cabrio wird. Und er ist trotz seines Äußeren auch kein Kraxler: Zwar verfügt er über ein um 1,5 Zentimeter höhergelegtes Fahrwerk, aber über keinen Allradantrieb, auch nicht optional. Mit einer Bodenfreiheit von 14 Zentimeter kann man aber auch hohe Bordsteine unbeschadet überfahren.

Ein Rocker für die Stadt

Doch das Metier des Rocks ist trotz seines Offroad-Looks ohnehin nicht das Gelände, sondern die Stadt. Hier fühlt man sich in den 3,75 Meter kurzen Rocks wohl, zumindest als Fahrer und Beifahrer. Zwar firmiert der Rocks als Viersitzer, doch das kann man vergessen. Im Fond finden höchstens Kinder bequem Platz – und das Kofferraumvolumen ist auf überschaubare 170 Liter begrenzt. Großgewachsenen sollte man im Fond längere Strecken auch zumuten, es sei denn, man mit den Mitreisenden noch eine Rechnung offen. Ein Sportback wäre hier als weiteres Derivat eine gute Idee.

Für den Rocks haben die Entwickler auch das Fahrwerk modifiziert. Damit lässt es sich dann auch recht flott fahren, jedoch muss man sich auf eine straffe Federung einstellen. Ein Radstand von 2,31 Meter sorgt dann dafür, dass man Straßenunebenheiten sehr bewusst wahrnimmt. Doch im Alltagsbetrieb gewöhnt man sich daran, erfreut sich an der Wendigkeit und Pfiffigkeit des Rocks, der bei den Testfahrten rund um Riga ein ums andere Mal die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zog.

Dreizylinder überzeugt

Das Heck des Adam Rocks
Das Heck des Adam Rocks © Opel

Der neue Rocks ist neben den bereits bekannten Vierzylindern-Benzinern mit 70 PS, 87 PS und 100 PS nun auch mit dem neuen 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo unterwegs, der in zwei Leistungsstufen angeboten wird: einmal mit 90 PS und mit 115 PS, mit dem auch wir bei unseren Testfahrten unterwegs waren. Die Motorenentwickler haben hier einen wirklich guten Job gemacht. Der Dreizylinder macht einen ausgesprochen laufruhigen Eindruck und sorgt mit seinen 170 Nm auch für eine gute Kraftentfaltung.

Bis Tempo 100 vergehen 9,9 Sekunden und den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h legt er in guten 10,9 Sekunden zurück. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 197 km/h erreicht. Wer sich für diese Motorisierung entscheidet, wird nichts vermissen. Vor allem aber wird er sich auch über den Verbrauch freuen: Angeben sind 5,1 Liter (CO2-Wert 119 g/km), in der Realität waren es 5,7 Liter, ein wirklich guter Wert, der zugleich für ein stimmiges Gesamtbild des neuen Opel-Modells sorgt. Der Familien-Zuwachs vermag letztlich zu überzeugen, auch wenn er nicht ganz günstig ist. Unser Testwagen steht mit stattlichen 18.790 Euro in der Preisliste.






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