16. Oktober 2013

Fahrbericht Ab Mitte November Hyundai i10: Der neue Musketier

Hyundai hat den neuen i10 deutlich auf eine höhere Stufe gestellt. Fotos ▶
Hyundai hat den neuen i10 deutlich auf eine höhere Stufe gestellt. © AG/Flehmer

Hyundai hat den i10 technisch wie optisch auf ein neues Level gehoben. Der Kleinstwagen überrascht vor allem mit seiner Laufruhe.




Von Thomas Flehmer

Früher erinnerte Hyundais Kleinwagenreihe doch arg an die drei Musketiere - jedenfalls mit seinem Namen. Der Atos ist aber lange Vergangenheit und der neue Nachfolger i10 dem Mantel- und Degenalter entwachsen. Kämpfte der Atos noch um Bekanntheit, legt sich die neue Generation des i10 nun gegen die Granden um VW Up und Konsorten im Kampf um Marktanteile an. Und die Chancen sind nicht gerade als gering anzusehen.


Hyundai i10 in Deutschland knapp 100.000 Mal verkauft

Denn der i10, der seit der Markteinführung 2008 knapp 100.000 Käufer in Deutschland fand, ist sehr erwachsen geworden. Schon der optische Auftritt erinnert auf den ersten Blick nicht unbedingt an einen Kleinwagen. Der Hexagonal-Grill ist das typische Markenzeichen der Koreaner, in Kombination mit dem LED-Tagfahrlicht und den Scheinwerfern sieht die Front putzig aus, die Seitenlinie verleiht dem 3,67 Meter langen Kleinstwagen einen sportlichen Auftritt.

Auch der Innenraum ist kaum noch der Kleinstwagenliga zuzurechnen. Die verwendeten Materialien mit frischen Farben sorgen für eine gute Atmosphäre gleich zu Beginn. Im Gegensatz zu früheren Zeiten wurde die Anzahl der Instrumente beschränkt und ist gut zu bedienen. Die Sitze sind bequem, geben aber auch den nötigen Seitenhalt.

Beengte Verhältnisse im Hyundai i10

Während die beiden Personen vorn keine Platzprobleme kennen, sollten die hinten sitzenden Personen 1,78 Meter nicht unbedingt überschreiten, um Platzängste zu vermeiden. Denn trotz fünf Türen muss schon beim Ein- und Ausstieg der Körper etwas gedreht werden.

Zwar ist der i10, der sich die technische Plattform mit dem Kia Picanto teilt, erwachsen geworden, bleibt aber trotzdem ein Kleinstwagen. Auch das Kofferraumabteil mit seinen 252 Liter, die auf 1046 ausgeweitet werden können, ist als süß zu bezeichnen – zwei Trolleys und der Raum ist dicht.

Laufruhiger Dreizylinder im Hyundai i10

Das Cockpit des Hyundai i10 wirkt sehr modern
Das Cockpit des Hyundai i10 wirkt sehr modern © AG/Flehmer

Erwachsen geworden sind auch die beiden zur Verfügung stehenden Triebwerke. Der ein Liter große Dreizylinder verfügt über 48,5 kW/67 PS und schafft es bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h. Das Überraschende dabei ist, dass der Dreizylinder nicht mehr nach Dreizylinder klingt. Sehr ruhig fährt der Fünftürer über den Asphalt, auch wenn das maximale Drehmoment erst bei 3500 Umdrehungen anliegt. Doch die Dämmung hält den Krach draußen.

Hinzu kommt, dass das Fahrwerk optimiert wurde und Dämpfer- und Federeinheiten neu aufgestellt wurden. Ein auf 2,39 Meter verlängerter Radstand steuert dazu bei, dass man sich im i10 nicht unbedingt wie in einem Kleinstwagen fühlt. Den Verbrauch gibt Hyundai mit 4,7 Litern an, da muss sich im Alltag beweisen, wie viel Benzin wirklich durch die Schläuche fließt.

Beheizbares Lenkrad auf Wunsch für den Hyundai i10

Zwei Trolleys passen in den Kofferraum des Hyundai i10
Zwei Trolleys passen in den Kofferraum des Hyundai i10 © AG/Flehmer

0,2 Liter mehr sind es beim 20 PS stärkeren Vierzylinder mit 1,2 Litern Hubraum, der auch bis 175 km/h auf der Autobahn mithält. Mit einer Sprintzeit von 12,3 Sekunden ist der größere i10 von vornherein agiler, auch wenn sich der Dreizylinder auf kurvigen Landstraßen keine Blöße für seine Größe gab. Doch wer mit dem kleinsten Hyundai auch häufiger längere Strecken absolvieren möchte, sollte das Modell mit vier Töpfen wählen.

Dann allerdings müssen 12.120 Euro angelegt werden, da der 1.2er erst in der dritten von insgesamt vier Ausstattungsvarianten "Trend" startet. Dann allerdings kann sich der Fahrer in kalten Jahreszeiten die Hände am Lenkrad wärmen. Überhaupt kommen in den beiden höchsten Varianten "Trend" und "Style" mit LED-Tagfahrlicht, Berganfahrhilfe oder Klimaanlage, Abbiegelicht und Leichtmetallfelgen Elemente zum Einsatz, die sonst in höheren Segmenten beheimatet sind.

Gut ausgestattete Basisversion des Hyundai i10

Die Seitenlinie des Hyundai i10 ist sehr schnittig ausgefallen
Die Seitenlinie des Hyundai i10 ist sehr schnittig ausgefallen © AG/Flehmer

Wer auf Schnickschnack verzichten kann startet mit dem "nackten" Dreizylinder, auf den laut Hyundai 66 Prozent der für 2013 erwarteten 13.000 Kunden setzen werden, bereits bei 9950 Euro und damit 440 Euro günstiger als beim Vorgänger.

Dann sind ABS, ESP, Airbags, Servolenkung oder Reifenkontrollsystem und Bordcomputer auch schon an Bord. Zudem kommen fünf Jahre Garantie. Elemente, die bei anderen Vertretern des Segments in der Aufpreisliste stehen und somit scharfe Klingen im Kampf um Marktanteile – auch ohne aktuelle Erinnerungen an die Musketiere.






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