11. September 2012

Fahrbericht Baureihe komplett Opel Astra Limousine: Der kleine Insignia

Mit der Limousine ist die Astra-Baureihe nun komplett. Fotos ▶
Mit der Limousine ist die Astra-Baureihe nun komplett. © Opel

Opel komplettiert die Astra-Baureihe mit der Limousine. In Deutschland spielt sie zwar keine große Rolle, doch in anderen Ländern stehen die Kunden auf diese Karosserieform. Was das neue Modell zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht.




Von Frank Mertens

Der Insignia ist das Flaggschiff des Autobauers Opel. Mit seinem innovativen Design haben die Rüsselsheimer gezeigt, wie man sich in der Mittelklasse behaupten kann. Nun komplettiert der Autobauer Opel die Astra-Baureihe mit der Limousine, die man selbst als "kleinen Insignia" bezeichnet.

Zumindest mit Blick auf Deutschland ist das eine mutige Entscheidung. Denn hierzulande erfreut sich diese Karosserieform bei den Kunden nur einer geringen Beliebtheit. So entfallen auf Limousinen im Mix gerade einmal fünf Prozent der Verkäufe. Das sieht außerhalb Deutschlands ganz anders aus. In Ost- und Zentraleuropa stehen die Kunden auf diese Karosserieform und entscheiden sich zu 75 Prozent dafür.


Astra-Limousine mit 460 Liter Kofferraum

Entsprechend hat Opel die Weltpremiere der Limousine auch in Moskau gefeiert, einem der wichtigen Märkte für das neue Opel-Modell. Die Resonanz sei glänzend gewesen, wie Opel-Vertriebsvorstand Alfred E. Rieck berichtet. Mit diesem Modell wollen die Rüsselsheimer Absatz machen. Doch was hat die Limousine nun zu bieten?

Das Cockpit der Astra-Limousine
Das Cockpit der Astra-Limousine © Opel

Zunächst einmal für ein Auto mit Stufenheck eine ansprechende Form, die selbst von der Seite durchaus dynamisch ausschaut. Die Seitenlinie steigt leicht zum wohlgeformten Heck an – das verleiht dem Auto neben Eleganz auch einen Hauch Sportlichkeit. Von hinten braucht sich die Astra-Limousine auch nicht verstecken. Dass, was Opel-Designer Andrew Dyson da auf die Räder gestellt hat, sieht sehr gefällig aus. Und vor allem bietet sich unter der Heckklappe Platz, viel Platz sogar. Insgesamt 460 Liter Gepäck lassen sich im Kofferraum der 4,65 Meter langen Limousine unterbringen, das sind 90 Liter mehr als in der Steilheckversion. Für viele Kunden ist das ein wichtiges Kaufargument. Der Wettbewerb ist hier aber sogar noch besser unterwegs: so fasst beispielsweise der VW Jetta sogar 510 Liter. Was sich die Entwickler indes dabei gedacht haben, dass sich der Kofferraum nur per Funkschlüssel oder durch einen Knopf an der Mittelkonsole öffnen lässt, bleibt deren Geheimnis. Eine Griffmulde jedenfalls sucht man vergeblich.

Platz für Großgewachsene im Fond

Der Kofferraum der Astra-Limousine
Der Kofferraum der Astra-Limousine © Opel

Für ausreichend Platz ist für Mitreisende auch im Fond gesorgt. Hier kann man auf der Rückbank selbst als Großgewachsener gut und bequem Platz nehmen, ohne mit dem Kopf an den Dachhimmel zu stoßen oder ein Beklemmungsgefühl zu bekommen. Die Kniefreiheit reicht auch aus, könnte aber für große Menschen jenseits der 1,85 Meter etwas großzügiger ausgefallen sein. Auch wenn Opel die Limousine als kleinen Insignia bezeichnet, reicht diese doch nicht an das Flaggschiff der Rüsselsheimer heran. Zwischen Kompakt- und Mittelklasse gibt es halt Unterschiede.

Wobei: Die Verarbeitung im Innenraum der Limousine ist grundsolide, so wie man es von den anderen Modellen der Astra-Baureihe bereits kennt. Die Materialien sehen gut aus und fassen sich auch so an. Und vor allem ist die Astra-Limousine nunmehr auch mit den Fahrassistenzsystemen ausgestattet, die man bereits aus dem anspruchsvollen Insignia kennt: So lässt sie sich beispielsweis mit einem optionalen Parklenkassistenten mit Rückfahrkamera, einem Toten-Winkel-Warner, einem adaptiven Geschwindigkeitsregler mit automatischer Gefahrenbremsung und einer Abstandsanzeige ausstatten. Natürlich kann auch das Adaptive Fahrlicht (AFL+) mit Bi-Xenon-Scheinwerfern bestellt werden. Alles Dinge, die das Fahren noch angenehmer machen.

Bemühter 1.4 Liter-Turbobenziner

Doch wie sieht es mit dem Vortrieb und der Fahrdynamik aus? Hier kann der Kunde zwischen vier Benzinmotoren mit einer Leistung zwischen 100 PS wie beim 1.4er und 180 PS beim 1.6 Turbo und drei Dieselaggregaten mit 1.7 Liter Hubraum und einer Leistung von 95, 110 und 130 PS, die mit einem gut funktionierendem Start-Stopp-System ausgestattet sind. So unterwegs bringt es der sparsamste Selbstzünder auf einen Verbrauch von gerade einmal 3,7 Litern auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoß von nur 99 g/km entspricht.

Genügend Platz ist in der Opel Astra Limousine vorhanden
Genügend Platz ist in der Opel Astra Limousine vorhanden © Opel

Von uns getestet wurde der 1.4 Liter-Turbobenziner mit 140 PS und der Sechsgang-Automatik. 140 PS hört sich erst einmal anständig an, doch wer mit diesem Auto unterwegs ist, bewegt sich doch etwas gemächlicher dahin. Denn wenn man kräftig aufs Gaspedal drückt, setzt die Beschleunigung doch arg beschaulich ein. Vor allem dreht die Automatik dann phasenweise so hoch, dass das Motorgeräusch recht anstrengend wird. Entsprechend verleitet der Stufenheck-Astra den Fahrer dann doch zur Gelassenheit, was ja nicht schlecht ist. Denn dieses Auto, das wie alle anderen Astras über ein bekannt gutes Fahrwerk verfügt, lädt mit dieser Motor-Getriebe-Kombination zum gemächlichen Dahingleiten ein.

Warum auch nicht? Kunden, die sich für eine Limousine entscheiden, legen nun einmal auf andere Dinge wert als diejenigen, die mit einem OPC oder GTC liebäugeln. Opel bedient mit dem Astra-Stufenheck nun auch diese Klientel. Für einen Hersteller wäre es sträflich, sich diese Käuferschicht nicht zu erschließen. Der Einstieg in die Limousinen-Welt von Opel beginnt für den 1.4-Liter-Benziner übrigens bei 18.270 Euro. Nun bleibt abzuwarten, wie die Kunden in Deutschland auf den "kleinen Insignia" reagieren. Vielleicht sorgt er ja für eine kleine Überraschung.






Mehr zur Marke Opel

SUV ab sofort bestellbarOpel preist Grandland X ein

Am Wochenende führt Opel den Crossland X in den Markt ein. Für den ab Herbst verfügbaren großen Bruder Grandland X haben die Rüsselsheimer nun die Preise bekannt gegeben.


Neuer Markenclaim von Opel«Die Zukunft gehört allen»

Einen Tag nach dem Rücktritt von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat der Autobauer mit „Die Zukunft gehört allen“ seinen neuen Markenclaim präsentiert. Damit wollen die Rüsselsheimer ein Versprechen an die Kunden geben.


Finanzchef rückt aufOpel-Chef Neumann tritt zurück, Lohscheller übernimmt

Karl-Thomas Neumann ist von seinem Amt als Opel-Chef zurückgetreten. Der Nachfolger ist mit dem Finanzchef Michael Lohscheller auch schon gefunden.



Mehr aus dem Ressort

Gut 80 Prozent der Insignia-Kunden wählen die Kombivariante
Marktstart des Kombis am 24. JuniOpel Insignia Sports Tourer: Sag beim Abschied glanzvoll Servus

Opel lässt mit dem Insignia Sports Tourer die Zusammenarbeit mit Modellen der bald vergangenen Mutter General Motors auslaufen. Der besonders in Deutschland beliebte Mittelklasse-Kombi legt sich dabei mächtig ins Zeug in Richtung Premium.


Elektrische Reichweite von 155 KilometernSmart Fortwo Cabrio ED: Den Sommer genießen

Nun ist das Angebot komplett. Nach dem elektrisch angetriebenen Zwei- und Viersitzer bietet Smart vom Fortwo auch ein Cabrio an. Bei diesen sommerlichen Temperaturen ist es zweifelsfrei die schönste Art, mit diesem Kleinwagen unterwegs zu sein.


Der Kia Optima SW eignet sich nicht nur als Dienstwagen
Kombi kann es auch autonomKia Optima SW 1.7 CRDI: Den Platzhirschen auf der Spur

Die Mittelklasse wird in Deutschland komplett von den deutschen Herstellern beherrscht. Der Kia Optima hat dabei in zweiter Generation den Abstand zu den Platzhirschen verkleinert – vor allem mit der Kombivariante.