18. November 2011

Fahrbericht Neuer Dreier BMW 320d: Maßstab in der Mittelklasse

Der neue BMW 320d kommt im Februar auf den Markt.
Der neue BMW 320d kommt im Februar auf den Markt. © BMW

Die sechste Generation des BMW 3er kommt im Februar auf den Markt. Die Mittelklasselimousine der Münchner wirkt dynamischer als der Vorgänger und bietet ausgesprochen effiziente Motoren.




Von Frank Mertens

Wenn ein Auto das Gesicht der Marke BMW ist, dann ist es der 3er. Er ist und bleibt das Synonym für den bayerischen Autobauer. Seit dem Marktstart im Jahr 1975 hat sich der BMW 3er weltweit mehr als 12 Millionen Mal verkauft. Damit ist er für BMW einer der wichtigsten Absatzträger des Unternehmens, allein im Vorjahr entschieden sich weltweit 339.000 Kunden für dieses Modell, das ist gut ein Drittel des Gesamtabsatzes. Am 11. Februar rollt nun die sechste Generation des Bestsellers zunächst als Limousine zu den Kunden. "Natürlich soll der neue 3er an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen, ihn möglichst sogar übertreffen", wie BMW-Personalvorstand Harald Krüger bei der Vorstellung des neuen Modells sagte. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.


BMW 3er ist länger geworden

Wer den Nachfolger eines solchen Bestseller auf den Markt schickt, der geht entsprechend behutsam vor. Schließlich sollen alte Kunden nicht verschreckt, neue mit einem attraktiven Design und überzeugender Technik hinzugewonnen werden. Beides hat der Neue zu bieten. Doch der Reihe nach. Beim Design fallen vorn zunächst einmal die flachen Doppel-Scheinwerfer auf, die bis direkt an die Doppelniere heranreichen. Sie sorgen für einen markanten Auftritt, vor allem dann, wenn der 3er mit dem optionalem Xenon-Licht (Aufpreis 1790 Euro) ausgestattet ist.

Das Cockpit des neuen BMW 3er
Das Cockpit des neuen BMW 3er © BMW

Unterhalb der Scheinwerfer gibt es nun schmal gestaltete Lufteinlässe, die die Dynamik der Frontansicht unterstreichen. Das sieht nicht nur gut aus, sondern soll auch für eine bessere Aerodynamik und damit für noch bessere Verbrauchswerte sorgen. Dass der neue 3er noch stärker auf Sportlichkeit setzt, unterstreichen auch die zwei leicht nach hinten ansteigenden Seitenlinien. Sie demonstrieren, dass dieses Auto nur ein Ziel hat - nämlich möglichst kraftvoll loszulegen. Das Heck wird bestimmt von zwei bis weit in die hinteren Kotflügel reichenden Rückleuchten.

Neben diesen optischen Akzenten hat der BMW 3er natürlich noch mehr zu bieten. So hat er zunächst einmal an Länge zugelegt, genau um 9,3 Zentimeter nämlich. Das führt dazu, dass den Passagieren im Fond 1,5 Zentimeter mehr Kniefreiheit zur Verfügung steht. Großgewachsene werden sich zudem freuen, dass ihnen nun ein Hauch mehr Kopffreiheit (Plus 0,8 Zentimeter) geboten wird. Aber nicht nur das. Der 3er der sechsten Generation hat abgespeckt, je nach Modell bis 45 Kilogramm.

Alles auf Bedürfnisse des Fahrers abgestimmt

Im Fond des BMW 3er hat man mehr Kniefreiheit
Im Fond des BMW 3er hat man mehr Kniefreiheit © BMW

Wie man es von BMW kennt, ist auch im neuen 3er alles auf die Bedürfnisse des Fahrers ausgerichtet. Die Mittelkonsole ist deutlich zum Fahrer ausgerichtet, was die Bedienung der Instrumente deutlich erleichtert. Über die Qualität der Materialien und der Verarbeitung muss man sich nicht lange unterhalten: Sie sind ausgesprochen wertig, halt so, wie man es von einem Auto im Premiumsegment erwartet. Wenn es denn etwas zu Meckern gibt, dann sind es Details wie die die kaum zu öffnende Abdeckung der kleinen Ablage hinter dem Schalthebel. So etwas verwundert in einem Auto, bei dem sonst auf die kleinsten Details geachtet wurde.

Wer sich ein Auto kauft, dass bei 35.350 Euro wie beim 320d mit 163 PS beginnt, der erwartet natürlich auch eine Vielzahl von Fahrassistenzsystemen – und darauf muss der Kunde nicht verzichten. Erstmals in diesem Segment kann sogar ein Head-up-Display (Aufpreis 980 Euro) geordert werden, das alle fahrrelevanten Informationen auf die Frontscheibe projiziert. Daneben gibt es noch einen Spurwechselassistenten (560 Euro) und einen Abstandswarner (520 Euro), die die Sicherheit deutlich erhöhen.

Der Vierzylinder-Diesel im BMW 320d
Der Vierzylinder-Diesel im BMW 320d © BMW

Eine feine Sache ist das von BMW genannte Surround View (740 Euro), ein kamerabasiertes System, das dem Fahrer im Display des Navigationsgerätes die Fahrbahnbereiche seitlich, vor und hinter dem Fahrzeug anzeigt. Teure Parkschäden, beispielsweise die Kollision der Leichtmetallräder mit der Bordsteinkante, lassen sich so vermeiden. Da insbesondere die Sicht nach hinten eingeschränkt ist, sollte man sich für dieses System entscheiden, mindestens jedoch für die elektronische Einparkhilfe (490 Euro).

Eco-Mode reduziert Verbrauch bis 20 Prozent

Bezahlt macht sich der Eco.Mode, der über eine Fahrerlebnistaste angesteuert werden kann. Wer diese Taste drückt, ist besonders sparsam unterwegs. Im Vergleich zum Fahrmodus Comfort lässt sich so im Idealfall der Verbrauch bis zu 20 Prozent reduzieren. Die Instrumente zeigen dem Fahrer an, wie viele Kilometer er durch die Wahl des Eco-Mode mehr fahren kann als ohne diesen Modus.

Zum Marktstart im Februar wird der neue 3er zunächst mit zwei Benzinern und zwei Dieseln angeboten. Der 328i leistet 37.400 Euro und der 335i mit seinem Sechszylinder 304 PS. Bei den Selbstzündern gibt es den 320d mit 184 PS und den 320d EfficientDynamics Edition mit 163 PS. Sein Verbrauch wird mit gerade einmal 4,1 Litern (CO2-Wert 109 g/km) angegeben. Im kommenden Jahr, so kündigte Krüger an, wird es auch eine Hybridversion des 3er geben.

Die Seitenlinie des BMW 320d
Die Seitenlinie des BMW 320d © BMW

Von uns gefahren wurde der Topdiesel. Ein Aggregat, das keine Wünsche offen lässt. Es ist ausgesprochen laufruhig und durchzugsstark. Das maximale Drehmoment von 380 Nm liegt zwischen 1750 und 2750 Umdrehungen an. Das der 320d nicht nur beim Design auf Sportlichkeit setzt, zeigen auch die Fahrleistungen: In flotten 7,5 Sekunden sprintet er auf Tempo 100, seine Spitzengeschwindigkeit ist bei 235 km/h erreicht. Das Beste am 320d ist sein Verbrauch: er soll mit der von uns gefahrenen Achtgang-Automatik bei gerade einmal 4,5 Litern (CO2-Wert 118 g/km) liegen. Bei den Testfahrten lag der Verbrauch bei allerdings sehr flotter Fahrweise und ohne Eco-Mode bei knapp über sieben Litern. Wer auf Spritsparen aus ist, der wird den neuen 3er auch dank des gut funktionierenden Start-Stopp-Systems deutlich effizienter bewegen können.

Das dynamische Heck des neuen 3ers von BMW
Das dynamische Heck des neuen 3ers von BMW © BMW

Wer das Potenzial des neuen 3er indes ausschöpfen will, nur zu. Das Fahrwerk ist glänzend, vor allem dann, wenn man im Sportmodus unterwegs ist. Dann nimmt der Vierzylinder im 320d nicht nur noch williger Gas an, sondern auch die Lenkung spricht direkter an. Sportlich orientierte Fahrer wird es freuen.

Der 3er bleibt bei allem Fahrspaß aber auch ein ausgesprochen praktisches Auto. Im Fond können zwei Erwachse bequem Platz nehmen und das Kofferraumvolumen ist um 20 Liter auf geräumige 480 Liter angewachsen, das ist mehr als anständig. Mit dem neuen 3er hat BMW ein gelungenes Auto áuf die Räder gestellt – leider auch zu einem Preis, der es in sich hat. Wer Annehmlichkeiten wie die Fahrassistenzsysteme und die empfehlenswerte Achtgang-Automatik ordert, kommt bei unserem Testwagen locker über 40.000 Euro. Das ist eine selbstbewusste Ansage.

Zur Bilderschau des neuen BMW 3er






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