Mehr Neufahrzeuge mit Partikelfilter

Forderung des VCD

Ein Partikelfilter © Foto: Press-Inform

Immer mehr Neufahrzeuge mit Dieselpartikelfilter werden von den Automobil-Herstellern angeboten. Der Verkehrsclub Deutschland fordert einmal mehr die steuerliche Förderung der Filter-Nachrüstung.

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) hat in seiner am Montag veröffentlichten Ausgabe der Liste «Diesel mit Filter» rund 110 Dieselmodelle mit Partikelfilter aufgenommen. Damit hat sich die Modell-Anzahl im Vergleich zum Februar dieses Jahres um zwei Dutzend erhöht. «Wer sich heute einen sauberen Diesel-Pkw anschaffen will, hat in den Autohäusern genügend Auswahl. Zwar ist das Angebot bei den Kleinwagen noch zu dünn, aber immerhin sind in diesem Segment einige Fahrzeuge neu hinzu gekommen. Es gibt also keinen Grund mehr, einen Diesel ohne Filter und damit Technik von gestern zu kaufen», so Hermann-Josef Vogt, stellvertretender VCD-Bundesvorsitzender.

Freude über Polo

Erfreut wurde zur Kenntnis genommen, dass der VW-Konzern nun den Polo mit Filter anbiete. «Damit sei neben dem Massenmodell Golf endlich ein kleineres Fahrzeug mit Partikelfilter im Angebot. Allerdings ist erst eine Modellvariante serienmäßig mit der Technik ausgestattet. Bei allen anderen Motorisierungen müssen die Kunden einen Aufschlag von fast 600 Euro für den Filter zahlen», kritisiert Vogt.

Keine Fortschritte gebe es bei der steuerlichen Förderung für die Nachrüstung älterer Diesel-Pkw. Obwohl die Regierung am 1. Juni einen zwischen Finanz- und Umweltministerium abgestimmten Entwurf für die Steuerbegünstigung des nachträglichen Einbaus eines PM-Katalysators bzw. eines so genannten offenen Filters vorgestellt habe, bewege sich nichts. Schuld daran seien die Länder, die erneut Widerstand gegen die Filterförderung leisteten.

Rote Karte für Stoiber, Wulff und Oettinger

«Allen voran mauern Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg bei der steuerlichen Förderung des Partikelfilters. Die Entscheidung fällt nun frühestens nach der parlamentarischen Sommerpause. Dieses fortdauernde Spiel auf Zeit ist zynisch und geht auf Kosten der Gesundheit vieler Menschen. Der VCD verteilt deshalb drei rote Karten an die Länderchefs Stoiber, Wulff und Oettinger», sagte der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen.