Skoda Enyaq Coupé iV: Schicker fährt sich’s weiter

Skoda Enyaq Coupé iV: Schicker fährt sich’s weiter
Die Coupé-Form des Enyaq iV hat nicht nur ästhetische Vorteile, sondern auch funktionale © Skoda

Anfang 2022 bringt Skoda den Enyaq iV auch als Schrägheck. Wählen kann man zwischen drei Leistungsstufen und zwei Batterien.

Bislang drehen sich die Passanten nach dem Enyaq Coupé iV nur deshalb um, weil das Auto so auffällig hässlich ist, plump, wuchtig und beklebt mit einer merkwürdigen Buchstaben-Tarnfolie, die sogar teils über die Fenster reicht. Der Grund ist simpel: Es handelt sich noch um ein Vorserienmodell. Niemand soll Skodas neuen Stromer vor Ende des Jahres im glänzenden Lack und mit seinen beleuchteten Stegen im Grill zu Gesicht bekommen. Erst dann wird die Tarnung freigegeben – und erst dann wird sich zeigen, ob das schräge Heck des Elektro-SUV wirklich so gut gelungen ist, wie vorab behauptet wurde.


Wer nicht so lange warten will, kann sich ja noch einmal die Studie „Vision iV“ vor Augen führen, die der tschechische Autobauer 2019 auf dem Genfer Autosalon präsentierte. Angeblich soll der Designer nur minimale Korrekturen vorgenommen haben.

Viel Platz trotz fallender Dachlinie

Die ersten Coupé-Varianten stehen Anfang 2022 beim Händler. Foto: Skoda

Mit dem Enyaq Coupé iV verleiht Skoda seinem Elektro-SUV eine gute Portion mehr an Emotionalität, ohne aber seine markentypische Funktionalität großartig einzuschränken. Hinter der schrägen Heckklappe steckt immerhin noch ein Kofferraumvolumen von 570 Litern, mehr als so manches „normale“ SUV in dieser Klasse vorweisen kann. Auch über mangelnde Kopffreiheit brauchen sich Passagiere im Fond nicht zu beklagen. Die Dachlinie fällt nach hinten zwar ab der B-Säule stark ab, lässt aber noch genügend Luft. Gekämpft haben die Designer hier um jeden Millimeter. Gleichzeitig erhielt das Coupé als Serienausstattung ein großes Panoramadach – für ein noch angenehmeres Raumgefühl.

Die Coupé-Form des Enyaq iV hat jedoch nicht nur ästhetische Vorteile, sondern auch funktionale. Der Fahrtwind kann das Auto besser umströmen. Heißt im Klartext: Der Enyaq wird effizienter, der Stromverbrauch sinkt und erhöht gleichzeitig die Reichweite. Steckt im Boden die größte Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 77 kWh, erreicht die Variante mit Heckantrieb bis zu 535 Kilometer (WLTP). Es ist die größte Reichweite innerhalb der Baureihe.

Armaturenbrett bleibt unverändert

Seine offizielle Weltpremiere wird der schräge Stromer aus Mlada Boleslav erst im Dezember haben. Foto: Skoda

Hinter dem Lenkrad des Enyaq Coupés ändert sich im Vergleich zur Steilheck-Version nichts. Hier ein anderes Armaturenbrett integrieren zu wollen, würde unnötigen Aufwand und viele Millionen Euro an Kosten mit sich bringen – ohne wirklichen Vorteil für den Kunden. Denn am Cockpit mit seinem klar gezeichneten Layout und dem sehr wohnlichen Lounge-Charakter gibt es nicht das Geringste auszusetzen. Wer möchte, kann sogar einen bewusst nachhaltigen Innenraum ordern, mit Schurwolle, Recycling-Stoffen aus ehemaligen PET-Flaschen oder ökologisch gegerbtem Leder.

Das Fahren selbst bleibt eine geschmeidige Angelegenheit und zeigt einmal mehr, wie wunderbar ein elektrischer Antrieb mit einem Auto harmoniert. Da ist es fast egal, welche der drei Leistungsstufen montiert wurde. 180 PS liefert der Elektromotor im Einstiegs-Enyaq, angetrieben werden dann lediglich die Hinterräder. In dieser Version steckt eine Batterie mit einer Kapazität von 58 kWh. Die Basisvariante 148 PS mit einem 52-kWh-Akku bietet Skoda für das Coupé nicht an. Sie bleibt dem normalen Enyaq vorbehalten, um jungen Familien einen günstigen Einstieg in die E-Mobilität zu ermöglichen.

Top-Modell mit 265 PS und Allradantrieb

Über 204 PS verfügt das Coupé in Kombination mit der größeren 77-kWh-Batterie. Sie sitzt auch im Topmodell mit Allradantrieb, das zusätzlich einen E-Motor (108 PS) an der Vorderachse besitzt. Insgesamt kommt das iV 80x genannte Enyaq Coupé so auf eine Leistung von 265 PS und entwickelt eine Fahrdynamik, die auch so manchem Sportwagen gut zu Gesicht stehen würde. Ebenso bemerkenswert ist das Kurvenverhalten. Bedingt durch den tiefen Schwerpunkt durch die schwere Batterie sowie die ausgewogene Gewichtsverteilung kann man mit dem Enyaq Coupé iV eine Menge Spaß haben.

Seine offizielle Weltpremiere wird der schräge Stromer aus Mlada Boleslav erst im Dezember haben. Kurz danach startet der Verkauf, so dass die ersten Coupé-Varianten Anfang 2022 beim Händler sind. Preise nennt Skoda noch keine, sie dürften aber einige tausend Euro über denen des vergleichbaren Steilheck-Enyaq liegen. Emotionen und Eleganz lässt man sich halt ein wenig höher vergüten. (SP-X)

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