«Klimapass ist Verbrauchertäuschung»

Wolfgang Tiefensee © Foto: dpa

Die Deutsche Umwelthilfe hat den von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee geforderten Klimapass als Verbrauchertäuschung bezeichnet. Zu einer absurden Förderpolitik dürfe es nicht kommen, forderte die Umwelthilfe.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) geplanten Klimapass für Autos scharf kritisiert. «Die von Minister Tiefensee vorangetriebene ökologische Reinwaschung schwerer Geländewagen erfüllt den Tatbestand der Verbrauchertäuschung», sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Dienstag in Berlin.

«Absurde Förderpolitkik»

Aus Sicht der DUH setze der geforderte Klimapass «einer absurden Förderpolitik für Sprit schluckende Geländewagen die Krone auf». Zugleich füge sich der Tiefensee-Vorschlag einer an der Nutzlast orientierten Energiekennzeichnung von Pkw nahtlos ein in ein ganzes Bündel von Maßnahmen ein, die in der Gesamtheit zu enormen Zuwachsraten bei spritdurstigsten Fahrzeugen auf deutschen Straßen beitragen, wie es in einer Pressemitteilung der DUH heißt.

Sollte es zu einem Klimapass kommen, würde damit «ein bizarres und weltweit einzigartiges Förderprogramm für schwere Klimakiller propagandistisch abgerundet.»

Laschere Schadstoffgrenzen

Audi Q7 Foto: Werk

Für die DUH würde ein solches Programm nicht nur opulente Finanzhilfen für die Halter von schweren Geländewagen wie dem Touareg, dem BMW X5, dem Audi Q7 oder dem Porsche Cayenne bedeuten, sondern auch laschere Schadstoffgrenzwerte im Vergleich zu normalen Limousinen.

Statt der Kennzeichnung der CO2-Emission im Verhältnis zur Nutzlast schlägt die DUH eine an der Größe beziehungsweise Grundfläche der Fahrzeuge und ihrem Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer orientierte Kennzeichnung aller Pkw in Form von Effizienzklassen vor. Optisch solle sie den bei Haushaltsgroßgeräten (Kühlschränke, Waschmaschinen etc.) seit langem eingeführten verbraucherfreundlichen Farbstreifen ähneln.