Peugeot 207 CC: Cabrio-Spaß mit Einschränkungen

Der Peugeot 207 CC. © Peugeot

Als Gebrauchtwagen kann man den Peugeot 207 CC günstig bekommen. Doch wer sich für das Cabrio der Franzosen interessiert, sollte genau hinschauen.

Klein, charmant und für ein Cabrio echt preiswert: Der Peugeot 207 CC, der zwischen 2006 bis 20015 gebaut wurde, ist als Gebrauchter so begehrt wie er es schon als Neuwagen war. Doch der 2+2-Sitzer kann einem den Oben-Offen-Spaß mit zahlreichen Schwächen vergällen.


Das 207-Cabrio zählt zu den letzten Vertretern der großen Welle von Stahldach-Cabrios rund um die Jahrtausendwende. Dank des metallenen Verdecks ist er gegen Winterwetter und Vandalismus geschützt, in Sommer und Frühling klappt das Harttop in rund 25 Sekunden ein. Das funktioniert auch bei langsamer Fahrt bis 10 km/h.

Fondplätze bessere Gepäckablage

Die Kehrseite des flexiblen Konzepts: Die beiden Fondplätze sind eine bessere Gepäckablage und der eh schon kleine Kofferraum wird bei geöffnetem Dach geradezu winzig. Dazu kommen zwei weitere typische Klappdach-Cabrio-Schwächen: Die weit nach hinten gezogene Frontscheibe stört das Freiluftempfinden, das massige Heck den Blick nach hinten.

Im Vergleich mit der 207-Limousine kommt das Cabrio deutlich kräftiger motorisiert daher – die kleinsten Motoren hat Peugeot für sein Spaßmobil gar nicht erst angeboten. So kommt es, dass der CC bereits in der Basisvariante gut motorisiert ist, der gemeinsam mit BMW entwickelte 1,6-Liter-Vierzylinder (120 PS) reicht trotz des recht hohen Fahrzeuggewichts locker aus. Zudem gilt er als zuverlässiger als die 150 PS (später 156 PS) starke Turbovariante von Peugeot. Schaltfaule können zudem nach der seltenen Automatik-Ausführung suchen.

Passend zur zeittypischen Diesel-Euphorie gibt es außerdem ein breites Angebot an Selbstzündern. Die 1,6-Liter-Motoren decken ein Band von 68 PS bis 112 PS ab, die trotz serienmäßigen Rußfilters künftig Probleme mit Fahrverboten bekommen könnten.

Cabrio mit guter Ausstattung

Cabrios sind Autos für Genießer, nicht für Pfennigfuchser. So spart auch der 207 CC nicht an Ausstattung. Das Basismodell „Filou“ sollte man trotzdem eher nicht wählen, denn für geringe Mehrkosten dürfte bereits die „Premium“-Variante mit Lederlenkrad und Klimaanlage zu haben sein. Darüber rangieren das fast schon luxuriös ausgestattete „Platinum“-Modell und die „Roland Garros“-Edition für Tennis-Fans. Wer in der Stadt wohnt, freut sich möglicherweise über das City-Paket mit Parksensoren am Heck und klappbaren Spiegeln.

Darüber hinaus fanden sich zahlreiche Posten auf der Optionsliste; zu den interessantesten zählt das Windschott und ein Soundsystem. Für Sicherheit sorgen der Schleuderschutz ESP sowie fünf Airbags. Einen Crahstest hat nur die Limousine absolviert und erhielt dabei die volle Punktzahl.

Schwächen am Fahrwerk

Anfällige Basis plus empfindliche Zusatz-Technik – die Rechnung für die Cabrio-Variante des 207 kann teuer werden. Schon die Limousine zählt nicht zu den zuverlässigsten Modellen im Kleinwagensegment, leidet unter Schwächen an Fahrwerk, Auspuffanlage und Öl-Lecks am Antrieb. Dazu kommt das mechanisch anspruchsvoll konstruierte Dach, das weiteres Fehlerpotenzial bietet. Gängigstes Ärgernis sind Undichtigkeiten, durch die Wasser direkt auf die Sitze tropft oder sich zunächst in Hohlräumen sammelt, um später in den Innenraum zu fließen.

Peugeot hat seinerzeit unterschiedliche Lösungen angeboten, deren Wirksamkeit Kaufinteressenten aber auf jeden Fall mit einer Fahrt in die Waschstraße überprüfen sollten. Außerdem empfiehlt sich neben dem mehrmaligen Öffnen und Schließen des Dachs eine ausgiebige Probefahrt, bei der auf Klappergeräusche zu achten ist. Diese entstehen, wenn die Zapfen zwischen den beiden Dachhälften nicht mehr sauber sitzen.

Dem Charme des 207 CC auf den ersten Blick zu erliegen, kann teuer werden. Gerade bei Dachreparaturen sind schnell ein paar Tausend Euro weg. Ohne ausgiebige Prüfung und Fahrt in die Waschstraße sollte man daher nicht zuschlagen. Knapp 4500 Euro müssten mindestens im Budgettopf sein. (SP-X)

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