Fiat Bravo: Comeback dank Computer

Fiat Bravo © Foto: Werk

Fiat ist wieder auf dem aufsteigenden Ast. Nach dem Grande Punto und dem Panda startet nun der neue Hoffnungsträger Fiat Bravo. Das weltweit erste Auto, das komplett am Computer entwickelt wurde, soll Golf und Astra Angst machen und alte Fiat-Kunden zurückholen.

Von Stefan Grundhoff

Fiat Bravo? - Hat man doch schon einmal gehört? Klar, der Vorgänger des aktuellen und im Markt real kaum vertretenen Fiat Stilo hieß ebenfalls Bravo. Zusammen mit seinem viertürigen Zwillingsbruder Brava hatte sich das Fiat-Duo in den 90er Jahren erfolgreich an den deutschen und französischen Platzhirschen die Zähne ausgebissen. Doch Fiat Chefentwickler Harald J. Wester und sein Team haben in nur 18 Monaten ein völlig neues Auto auf die Räder gestellt, das keinen Vergleich scheuen soll. Die Erwartungen sind riesig und auch die Konkurrenz schaut erwartungsvoll nach Turin, wo der neue Bravo am 31. Januar vorgestellt wird.

Komplett am Computer entwickelt

Vom Computer ins Werk Foto: Werk

Bereits das neue, dunkelrote Fiat-Logo soll den Einstieg in eine neue Kompaktklassewelt einläuten. Alles schon einmal gehört und die Norditaliener bringen ihr ehemals blaues Logo nicht zum ersten Mal zum Schönheitschirurgen.


Statt blau zukünftig also rot und statt kantig-markig soll der neue Bravo mit Eleganz und Dynamik überzeugen. Als erstes Auto weltweit wurde der neue Golfkonkurrent komplett am Computer entwickelt. Testfahrzeuge gab es nur für die Endabstimmung von Fahrwerk und Motor. Das gab es noch nie.

Alles andere als langweilig

Attraktive Seitenlinie Foto: Werk

Der neue Bravo sieht alles andere als langweilig aus. Ähnlichkeiten zu Grande Punto und dem gleichermaßen großen wie erfolglosen Croma sind kein Zufall und sollen das neue Fiat-Markengesicht in die Hirne der Käufer bringen. Anders als viele Konkurrenten bemüht sich der Hoffnungsträger nicht gnadenlos darum, durch sein Design Kraft und Aggressivität darzustellen. Keine wilde Pfeilung in der Motorhaube und auch die Radkästen beileibe nicht voluminös ausgestellt. Dafür wirkt das Design wie aus einem Guss, durchaus rundlich und eigenständig.

Während Seiten- und Fensterlinie deutlich nach hinten ansteigen, fällt das Dach ab der B-Säule sanft nach hinten ab und geht in ein rundliches Hinterteil über. Die Gesamtlänge liegt mit 4,34 Meter rund zehn Zentimetern über der Konkurrenz aus Europa und Asien. Am Heck fallen die tropfenförmigen, knallroten Leuchten und die vergleichsweise kleine Heckluke auf, durch das Fahrer einen nur eingeschränkten Blick nach hinten genießen kann.

Viel Platz im Innenraum

Erinnerungen an Alfa Foto: Werk

Im ebenfalls durchaus sehenswerten Innenraum gibt es viel Platz für bis zu fünf Personen. Besonders die Beinfreiheit im Fond setzt Maßstäbe. An der Spitze des Kompaktklassesegments liegen der Radstand (2,60 Meter) und das Kofferraumvolumen (400 Liter), das durch Umlegen der Rückbank noch deutlich vergrößert werden kann.

Beim Instrumententräger kommen Erinnerungen an Alfa Romeo auf. Tachometer und Drehzahlmesser liegen in tiefen Rundhöhlen. Die Mittelkonsole wird dominiert von einem großen Multifunktionsdisplay und der darunter befindlichen Heizungsregelung.

Neue Motorengeneration

Nettes Heck Foto: Werk

Moderne Antriebsaggregate sollen die optische Dynamik unterstreichen. Neben den bekannten 1.9 Multijet-Turbodieseln mit 88 kW/120 PS bzw. 110 kW/150 PS und einem 66 kW/90 PS starken 1.4.Liter-Triebwerk debütiert beim Golf-Konkurrenten eine neue Baureihe von Benzin-Turbomotoren namens T-JET (1.4 Turbo mit 88 kW/120 PS und 110 kW/150 PS).

Produziert wird der vom Centro Stile Fiat gezeichnete Fünftürer im Werk Cassino. In Deutschland kommt der neue Fiat Bravo im Februar auf den Markt. Der Einstiegspreis für den neuen Basis-Bravo sollte bei rund 14.000 Euro liegen.