Solider Preisbrecher

Fahrbericht Dacia Sandero 1.6

Der Dacia Sandero © Foto: Renault

Neben dem Logan platziert Dacia seit Mitte des Jahres den Sandero auf dem Markt. Ebenfalls zu einem sehr günstigen Einstiegspreis. Doch während der Logan auf Anhieb mit seinem enorm großen Innenraum besticht, fehlt dem Sandero so ein überzeugendes Argument, das eine besondere Zuneigung begründet.

Von Frank Mertens

Sie wollten schon immer ein neues Auto fahren und dafür nicht gleich Ihre gesamten Ersparnisse ausgeben? Kein Problem. Die Billigmarke Dacia bietet dafür neben dem Logan auch den Sandero an, den wir diesmal an dieser Stelle ausgewählt haben.
Doch was bekommt man nun für sein Geld - in diesem Fall für 10.000 Euro, die der von uns gefahrene Sandero in der Ausstattungsvariante Laureaté mit dem 87 PS starken 1.6 Benzin-Motor kostet?

Keine Nouvelle Cuisine

Zunächst einmal ein Auto, dem man seinen günstigen Preis nicht ansieht. Gut, die Sprache verschlägt es einem bei seinem Anblick nicht. Aber man wendet sich auch nicht pikiert ab. Auch im Innenraum versprüht der Sandero keinen Billigcharme. Der optische Eindruck ist grundsolide, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Materialien als wertig zu bezeichnen, ginge wahrscheinlich dann doch zu weit: Das ist Hausmannskost, keine Nouvelle Cuisine. Aber wer erwartet die auch in diesem Segment und vor allem zu diesem Preis?

Leicht bedienbar

Gefällige Form Foto: AG/Flehmer

Mit Blick auf die Funktionalität gibt es nichts zu meckern: die Schalter am Armaturenbrett sind leicht, fast intuitiv zu bedienen. Stopp, mit einer Ausnahme: nach den Knöpfen für die elektrischen Fensterheber sucht man an den Türen vergeblich - sie befinden sich an der Mittelkonsole - und dort gibt es sie auch nur für die vorderen Scheiben. Die hinteren Fenster sind nur vom Fond aus zu bedienen. Eine interessante Variante, die zumindest den Entdeckergeist anspricht. Zwei erwachsene Mitreisende auf der Rückbank können dort übrigens gut Platz nehmen. Ohnehin versprüht der Innenraum des knapp über vier Meter langen Sandero ein luftiges Gefühl - selbst Großgewachsene sitzen recht gut, verfügen über ausreichend Kopffreiheit.

Voll alltagstauglich

Schlichter Innenraum Foto: Dacia

Mit Blick auf die Anforderungen des Alltags braucht sich dieser Dacia nicht verstecken. Sein Kofferraumvolumen, der 320 Liter Stauvolumen birgt, ist akzeptabel. höchstens 1200 Liter bei umgeklappter Rückbank. Das ist nicht zu beanstanden. Akzeptabel trifft auch auf das Fahrverhalten zu, wobei man sich von der Lenkung eine direktere Rückmeldung wünschen würde. Auch das Fünfganggetriebe ist doch recht hakelig. Der Motor macht zudem ein vernehmliches Geräusch, ist alles andere als ein Leisetreter.

Sehr durstig

Passable Platzverhältnisse Foto: Dacia

Vor allem aber erweist er sich als ausgesprochen durstig. Im Stadtverbrauch gibt der Hersteller unzeitgemäße zehn Liter an, die durch ausgesprochen verbrauchsgünstige Fahrweise auf 9,1 Liter reduziert werden konnten. Aber auch dieser Wert ist genauso enttäuschend, wie der kombinierte Verbrauch von 8,3 Liter generell. Sparen sieht anders aus. Schade, denn ansonsten wäre der Sandero ein durchaus mit gutem Gewissen zu empfehlendes Auto. Auch seine Ausstattung ist naturgemäß nicht berauschend. Front- und Seiten-airbags für Fahrer und Beifahrer sind Serie, ABS auch. Nur ESP ist nicht bestellbar. Drei Sterne gab es beim EuroNCAP, beim Fußgängerschutz nur einen. Der Basispreis liegt bei 7.500 Euro, unser Testauto beginnt bei 10.000 Euro. Mit Extras kommt man knapp über 12.000. Das ist für dieses Auto ein guter Preis. Die Haftpflicht ist die 17, Vollkasko die 18.