Skoda Superb: Unterschätztes Raumwunder

Verjüngungskur für das Flaggschiff

Der Skoda Superb Combi
Der Skoda Superb Combi ist das Flaggschiff der Tschechen. © Skoda

Skoda hat den Superb überarbeitet. Das Facelift hat dem Flaggschiff der VW-Tochter gut getan, es kommt deutlich attraktiver daher. Vor allem verfügt es nun auch über noch effizientere Motoren.

Von Frank Mertens

Der Skoda Superb ist mit Blick auf die reinen Absatzzahlen zwar nicht das wichtigste Modell der VW-Tochter, doch es ist das Flaggschiff des Unternehmens. Mit ihm will der Autobauer aus dem tschechischen Mlada Boleslav zeigen, was die Marke kann. Nun schickt Skoda die neuste Generation der Limousine und des Kombis auf den Markt, für die sich im Vorjahr weltweit 109.000 Kunden entschieden, darunter übrigens 40 Prozent aus China. Die modellgepflegte Superb soll möglichst an diesen Erfolg anknüpfen.

Damit dies gelingt, wurde dem Superb eine neue Front- und Heckpartie verpasst, die der neuen Skoda-Designsprache entsprechen. So verfügt der neue Superb im Vergleich zum Vorgänger über einen neuen Fahrzeuggrill, ein neues Logo, neue Scheinwerfer und Stoßfänger sowie Modifikationen am Kotflügel und der Motorhaube. Nachts übrigens erstrahlt der Superb optional mit Bi-Xenon-Scheinwerfern (Aufpreis 2290 Euro) mit integrierten LED-Tagfahrleuchten. Das sieht alles recht anständig aus und wertet den neuen Superb weiter auf.

Zwei geteilte Heckklappe des Skoda Superb

Doch dies sind Nettigkeiten für das Auge, die wahren Stärken offeriert der Superb durch einen Innenraum, der mit seinen Maßen selbst in der gehobenen Mittelklasse für Aufsehen sorgt. Wer sich einmal auf die Rückbank des Superb gesetzt hat, wird bass erstaunt sein, welchen Platz das 4,83 Meter lange Flaggschiff der Tschechen den Mitreisenden bietet. So viel Raum zum Platz nehmen und ausstrecken der Beine gibt es in diesem Segment sonst nie – und das unterstreicht Skoda auch selbstbewusst dadurch, dass sie den Fondpassagieren Fußstützen anbietet.

Das Cockpit des Skoda Superb
Das Cockpit des Skoda Superb Skoda

Ein Feature, das man sonst nur aus Luxuslimousinen kennt. Aber auch sonst glänzt der XXL-Skoda. Beispielsweise mit seiner bekannten zwei geteilten Heckklappe, von den Tschechen Twindoor genannt. Sie ist nach der Modellüberarbeitung nun mit zwei Schaltern unter der Heckklappe zu betätigen: mit dem einen lässt sich nur der Kofferraumdeckel öffnen, mit dem anderen die gesamte Heckklappe. Ist der Kofferraum geöffnet, eröffnen sich dem Fahrer ungeahnte Weiten. Beim Kombi sind es 633 Liter, bei der Limousine immerhin noch 595 Liter. Klappt man dann noch die Rücksitzbank um, stehen 1865 Liter beziehungsweise 1700 Liter zur Verfügung.

Hervorragender Verbrauch des Skoda Superb 2.0 TDI

Zum Start der neuen Generation des Superb sind auch die Motoren effizienter geworden, um 19 Prozent. So soll sich der 1.6 TDI Greenline mit 105 PS mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,2 Litern (CO2-Wert 109 g/km) zufrieden geben. Das macht den Superb auch für Flottenkunden interessant. Insgesamt stehen für das Flaggschiff vier Benziner und drei Diesel zur Verfügung. Von uns gefahren wurde der 2.0 TDI mit 140 PS und optionalen Direktschaltgetriebe als Kombi, der in der Ausstattungsvariante Active 30.190 Euro kostet, als Limousine kostet er 1000 Euro weniger. Mit einem maximalen Drehmoment von 320 Nm – es liegt zwischen 1750 und 2500 Umdrehungen an - bietet der 1,5 Tonnen einen kraftvollen Anzug. Den Sprint auf Tempo 100 absolviert er in 10,2 Sekunden. Mit seinem Radstand von 2,76 Metern liegt er zwar satt auf der Straße und bietet somit viel Komfort, doch Sportlichkeit sollte man von ihm nicht erwarten. Bei flotterer Kurvenfahrt ist der Superb dann doch sehr träge – und Spaß macht die Kurvenhatz in ihm auch nicht.

Das Heck des Skoda Superb
Das Heck des Superb von Skoda Skoda

Doch deswegen kauft man sich ihn auch nicht. Er ist ein Auto vor allem für lange Strecken, die man entspannt hinter sich bringen will. Und hier macht der Superb seine Sache gut, sehr gut sogar. Und vor allem erledigt er diese Aufgabe ausgesprochen effizient, auch dank eines guten Start-Stopp-Systems. Nach den Testfahrten standen ein Durchschnittsverbrauch von 5,4 Litern auf dem Bordcomputer, nur 0,2 Liter mehr als vom Hersteller in Aussicht gestellt.

Das ist für ein Auto dieser Klasse ein wirklich guter Wert und macht ihn neben der Vielzahl anderer Stärken zu einer Empfehlung, auch wenn er derzeit noch nicht über Fahrassistenzsysteme wie beispielsweise einem Totwinkel- oder Spurwechselassistenten oder Kollisionswarner verfügt. So etwas wird es im Superb erst mit der komplett neuen Modellgeneration geben. Das Fehlen dieser elektronischen Helfer ändert indes nichts daran, dass der Superb für alle ein rundherum überzeugendes Auto ist, die nach einem geräumigen, komfortablen und im Vergleich zur Konkurrenz günstigem Mittelklassemodell Ausschau halten.