Mitsubishi Pajero: Dakarsieger für den Alltag

Der neue Mitsubishi Pajero © Foto: Werk

Der Klassiker von Mitsubishi erlebt seine Auferstehung. Während viele Geländewagen vornehmlich für die Straße konstruiert sind, spricht der Pajero 25 Jahre nach seiner Markteinführung vornehmlich Offroader an.

Von Thomas Flehmer

Ein Klassiker bleibt sich treu. Auch in vierter Auflage präsentiert sich der Mitsubishi Pajero , der 1982 das Licht der Welt erblickte, im besten Sinn wertkonservativ. Während viele Mitbewerber gerade ihre großen Mobile soweit wie möglich abrunden, zeigt sich der Pajero auch zum 25-jährigen Jubiläum weiter gewohnt eckig. Dass die Formen erhalten blieben, ist den Kunden zu verdanken. «Die ersten Designvorschläge sind bei den Kunden durchgefallen. Also hieß es: Back to the Roots», so Geschäftsführer Thomas Kursch von Mitsubishi Deutschland.

Alles wird gut

Das heißt allerdings nicht, dass nun alles beim Alten blieb. Lediglich 25 Prozent des gesamten Mobils wurden vom Vorgänger übernommen. Dazu gehört, dass auch weiterhin - im Gegensatz zu Konkurrenten, die auf diese Variante verzichten - Dreitürer des Modells angeboten werden. Sie machen beim Pajero den höheren Verkaufsanteil aus. Ebenso geblieben sind die äußeren Formen, bei denen lediglich das Reserverad an der Heckklappe nun weiter mittig und etwas tiefer sitzt. Ansonsten gibt sich auch der neue Pajero, der seine Weltpremiere auf dem Pariser Automobilsalon feierte, kompakt wie eine alte G-Klasse.

Edler Innenraum Foto: Werk

Natürlich täuscht der äußere Eindruck über die inneren Feinheiten hinweg. Die verzinkten Blechteile wurden verdoppelt, die Garantiezeit gegen Durchrostung auf zwölf Jahre angehoben. Die Bremswege wurden drastisch reduziert, die Wankbewegungen um 25 Prozent geschmälert, der Innengeräuschpegel wurde um 15 Prozent reduziert.

Trotz des eingesetzten Dämmmaterials ist der neu entwickelte Vierzylinder-Commonrail als Diesel zu erkennen. 125 kW /160 PS, bei der Fünfgang-Automatik-Version sind es 170 PS, zeigen deutlich auf, wo sie herkommen. Als störend kann man das nicht bezeichnen. Vor allem auch, weil das starke Drehmoment von 381 Nm bereits bei 2000 U/min anliegt, so dass der Pajero auch schon in kleineren Drehzahlbereichen seine Kraft ausspielt.

Dynamisches Triebwerk

Das Serienmodell und die Dakar-Version Foto: Werk

Ganz deutlich kann man die Kraft im zweiten neu entwickelten Aggregat, dem 3,8-Liter-V6-Benziner, spüren. Hier gibt es zwar bei dem fünfstufigen Schaltautomaten zu Beginn ein kleines Loch, doch dann entfaltet der 184 kW/250 PS starke Benziner seine ganze Dynamik. Es macht einfach Spaß, mit dem Pajero über die Lande zu cruisen und ab und zu mal das Gaspedal ganz durchzudrücken.

Doch auch in Kurven zeigt sich der 4,90 lange Fünftürer - der Dreitürer kommt auf 4,38 Meter - äußerst agil. Die bis zu 2340 Kilogramm beim Fünftürer, oder 2160 Kilogramm in der Dreier-Variante, lassen sich erstaunlich gut von a nach b bewegen. Doch das muss auch Kennzeichen des Klassikers sein. Schließlich ordern mehr als 80 Prozent aller Kunden eine Anhängerkupplung. So hoch ist auch der gewerbliche Anteil der Pajero-Kunden. Doch auch die Freizeitkapitäne und Hobby-Angler benötigen genügend Zugkraft. Zwischen 2,8 Tonnen beim Drei- und 3,3 Tonnen beim Fünftürer können hinterhergezogen werden.

Hoher Verbrauch

Die Rückansicht Foto: Werk

Fast zwangsläufig logisch, dass nur zehn Prozent auf den Fahrspaß des Benziners verzichten und stattdessen zum Diesel greifen. Zwar gibt Mitsubishi den kombinierten Verbrauch beim Diesel mit 9,2 Litern an, doch knappe zwölf zeigte schon der Bordcomputer an. Beim Benziner waren es anstatt der 13,4 Liter auch schon 15.

„Der Pajero wird von denen gekauft, die 4 mal 4-Antrieb brauchen“, so Kursch. Darum erhielt der mehrfache Dakar-Sieger serienmäßig ein zuschaltbares Hinterachs-Sperrdifferenzial, welches zu 100 Prozent sperrbar ist sowie ein elektronische Stabilitätsprogramm mit Traktionskontrolle. Eine Bergabfahrhilfe ist nun ebenso dabei, um den Wagen auf Spur zu halten.

Ab ins Gelände Foto: Werk

Trotz des hohen Gewerbeanteils wurde der Innenraum veredelt. Das Cockpit wurde modernisiert, je nach Ausstattungsniveau erwarten die Insassen hochwertige Textil- oder Ledersitze sowie Applikation zwischen Aluminium und Holz. Optional kann eine Rückfahrkamera geordert werden oder das wirklich geniale Premium-Soundsystem von Rockford Acoustic Design mit zwölf Lautsprechern.

Dann allerdings müssen für den Benziner auch schon 50.690 Euro hingelegt werden. Der günstigste Diesel in der Ausstattungsvariante „Invite“ beginnt als Dreitürer bei 33.990 Euro, der Fünftürer kostet 3000 Euro mehr. Die höher angesiedelte Variante „Intense beginnt bei 37.790 beziehungsweise bei 41.790 Euro für den Fünftürer. Der 3,6 V6 legt bei 45.990 los.