Mini Cooper S Cabrio: Münchner Freiheit

Offene Versuchung

Mini Cooper S Cabrio © Foto: AG/Mertens

Der Mini ist Kult – und noch viel mehr: er ist ein Kleinwagen mit hohem Spaßfaktor. Vor allem wenn man mit dem Topmodell Cooper S als Cabrio durch die Gegend fährt.

Von Frank Mertens

Er läuft und läuft und läuft. Der Mini ist für die BMW Group ein Bestseller. Nachdem im April der einmillionste Mini vom Band in Oxford lief, nimmt die Erfolgsgeschichte dieses Premium-Kleinwagens kein Ende. So rechnet Oliver Zispe als Leiter des Mini-Werks in Oxford damit, dass im kommenden Jahr 260.000 Fahrzeuge von seinen Mitarbeitern gefertigt werden.

Plus in Deutschland

Dass diesem Auto auch ein schwächelnder Gesamtmarkt nicht anhaben kann, zeigt der Blick nach Deutschland. Hier konnte der Mini in den ersten neun Monaten des Jahres kräftig zulegen - für ihn entschieden sich 22.332 Käufer, Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von satten 20,5 Prozent.

Ein Blick in den Innenraum des Mini Cooper S Cabrio Foto: AG/Mertens

Das sind Zuwachsraten, von denen andere Hersteller nur träumen. Das Gros des Absatzes entfällt dabei mit knapp 50 Prozent auf den Cooper mit der 115 PS-Maschine. Das Flaggschiff der Baureihe ist jedoch der Cooper S, der im von uns getesteten Cabrio mit 170 PS unterwegs ist. Der 1,6 Liter große Kompressormotor mit Ladeluftkühlung entfaltet vor allem bei offener Fahrweise einen satten Sound, der erahnen lässt, was in diesem kleinen Kraftpaket steckt. Und das ist ein ganze Menge: so schnellt der gerade einmal 1315 Kilo leichte Cooper S in flotten 7,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h legt er im vierten Gang in 6,6 Sekunden zurück.

220 Nm Drehmoment

Seine Kraftentfaltung braucht sich alles andere als zu verstecken: Das Drehmoment von 220 Nm steht bei 4000 U/min. zur Verfügung und ermöglicht ein ausgesprochen schaltfaules Fahren, wenn man denn will. Denn so richtig Spaß kommt im Cooper S Cabrio vor allem dann auf, wenn man ihn so richtig sportlich ran nimmt. Dafür ist die exakt arbeitende Sechsgang-Schaltung mit ihren kurzen Schaltgassen bestens geeignet. Der Spaß an der Geschwindigkeit findet im Cooper S bei 215 km/h ein Ende.

Der Kühlergrill des Mini Cooper S Foto: AG/Mertens

Doch das reicht mehr als aus, denn sein volles Potenzial entfaltet diese Mini ohnehin auf kurvenreichen Landstraßen. Hier kann man ihn mit seiner ausgesprochen direkt ansprechenden Lenkung voller Wonne von Kurve zu Kurve manövrieren, so dass man schnell erahnt, was die Macher meinen, wenn sie von einem Go-Kart-Feeling sprechen. Wie so häufig stimmt der vom Hersteller angegebene Verbrauch von durchschnittlich 8,8 Litern nicht mit der Realität überein. Bei den Testfahrten schluckte der Kleine rund einen Liter mehr - und das bei keineswegs zu sportlicher Fahrweise.

Gut funktionierendes Stoffverdeck

Mini Cooper S Cabrio Foto: AG/Mertens

Absolut unkompliziert funktioniert das Stoffverdeck des Cabrio: Auf Knopfdruck öffnet sich erst das integrierte Schiebedach, dann das komplette Verdeck. Dafür werden gerade einmal 15 Sekunden benötigt. Ist das Verdeck geöffnet, passen in den Kofferraum 120 Liter Gepäck, bei geschlossenem Dach sind es 45 Liter mehr. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt kann man im Mini immerhin 605 Liter unterbringen. Apropos Rücksitze: Ausgewiesen ist der Mini als Viersitzer, doch wer sich nicht in die Unbill seiner Freunde zuziehen will, sollte sie im Fond nicht allzu lange sitzen lassen. Denn auf den zwei Sitzen finden wirklich nur Kinder bequem Platz.

Mini Cooper S Cabrio Sidewalk Foto: BMW

Der Innenraum ist mit Blick auf die Materialien und die Verarbeitung so, wie man es von einem Premium-Kleinwagen erwarten kann - enorm wertig. Denn für einen Mini Cooper S Cabrio muss man mindestens 25.200 Euro auf den Tisch legen. Das ist für ein Fahrzeug dieser Klasse eine Menge Geld. Doch dafür kann man auch mit einem durchaus kultigen Auto unterwegs sein. Der Spaß, einen Mini zu fahren, endet übrigens nicht bei 170 PS. Wer mehr will, der kann sich das John Cooper Works Kit ordern. Für einen Preis von 4800 Euro wird der Kleine auf 210 PS getunt.