Conti-Chef gibt Elektroautos noch keine Chance

Durchbruch nicht vor 2025

Conti-Chef Elmar Degenhart
Conti-Chef Elmar Degenhart © dpa

Trotz der Einführung einer Kaufprämie sieht Elmar Degenhart die Zeit des Elektroautos noch nicht gekommen. Nicht nur die schlechte Umweltbilanz verhindere laut dem Conti-Chef einen schnellen Durchbruch zur Akzeptanz.

Continental-Chef Elmar Degenhart zweifelt an einer Erfolgsfahrt des Elektrofahrzeugs vor dem Jahr 2025. "Es muss erschwinglich sein. Heute ist es noch viel zu teuer", sagte der Chef des Autozulieferers am Freitag bei der Hauptversammlung des Konzerns in Hannover. Für den Durchbruch müssten sich die Batterien technisch noch erheblich verbessern.

"Zu groß, zu schwer, zu teuer - und damit nicht tauglich für den heutigen Alltag", sagte Degenhart zum jetzigen Stand. Verglichen mit heute müssten die Batterien halb so groß und halb so schwer werden und "deutlich weniger als halbe Kosten" haben. "Aber nach derzeitiger Kenntnis sind sie erst etwa 2025 serienreif."

Keine Verbesserung der CO2-Bilanz

Zudem sieht Degenhart weitere Hemmschuhe für die E-Mobilität, die Befürworter schon heute für eine angeblich sehr grüne Umweltbilanz loben. "Durch den heutigen Strommix in Deutschland verbessern die Elektrofahrzeuge die Kohlendioxid-Bilanz nicht. Sie liegen damit etwa auf dem Niveau von Benzinern und Dieseln. Nicht schlechter, aber eben auch nicht besser", stellte er klar.

"Denn entscheidend für das Klima ist und bleibt, was hinten rauskommt: sowohl aus den Autos als auch aus den Kraftwerken." Degenharts kritische Stimme fällt in eine Gemengelage, in der die Bundesregierung kürzlich eine Kaufprämie zur Förderung der schleppend anlaufenden E-Mobilität auf den Weg brachte.

Verbrennungsmotor bleibt wichtig

Degenhart schlussfolgerte: "Der Verbrennungsmotor wird noch weit über 2020 hinaus die wichtigste Antriebsart im Fahrzeug sein." Wichtig sei daher, alle Chancen für sparsamere herkömmliche Antriebe zu nutzen - etwa über spritsparende Direkteinspritzung, die Zwangsbeatmung über Turbolader oder die Abgasnachbehandlung, die Schadstoffe einfängt.

Doch Degenhart warnte auch, es gebe kaum noch niedrig hängende Früchte. "Denn für saubere Antriebe agieren unsere Entwickler bereits im technologischen Grenzbereich." Wichtig sei daher auch Leichtbau. (dpa)