BMW 1er Cabrio: Ein lohnenswerter Kauf

Das BMW 1er Cabrio ist als Gebrauchter zuverlässig. © BMW

Das BMW 1er Cabrio lief in der ersten Generation unter der internen Typenbezeichnung „E88“ und wurde von 2008 bis 2013 gebaut. Gute Gebrauchte gibt es daher noch einige, jedoch gilt es beim Kauf vor allem auf der technischen Seite genau hinzuschauen.

Im Großen und Ganzen ist das kleine Cabrio aber ein lohnenswerter Kauf. Wir zeigen, worauf es bei der Suche ankommt. Das Design ist typisch BMW und deutlich kantiger als das der aktuellen 1er-Generation. Das feste Dach wurde bei E88 durch ein Stoffverdeck mit beheizbarer Glasscheibe ersetzt, das sich bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h innerhalb von 22 Sekunden öffnen beziehungsweise schließen lässt.


Der Innenraum profitiert bereits von den Facelift-Maßnahmen, die BMW im Vorfeld der Cabrio-Produktion an den Drei- und Fünftürern vorgenommen hat. Hier wurden vor allem billig wirkende Materialien durch höherwertige ausgetauscht. Die Verarbeitung ist solide, lediglich das Armaturenbrett knackt beim Cabrio gerne mal. Das Platzangebot ist vor allem in der zweiten Sitzreihe stark eingeschränkt.

1er Cabrio mit breitem Motorenangebot

Antriebsseitig ist das 1er-Cabrio der ersten Generation breit aufgestellt. Neben diversen Vierzylinder-Aggregaten mit Benzin- und Dieseltechnik (118i, 120i, 118d, 120d und 123d) gibt es zwei Sechszylinder-Benziner (125i und 135i). Bei den Vierzylindern sticht besonders der druckvolle 123d mit 204 PS hervor. Für echte Fahrfreude sorgen vor allem die beiden Topmotoren mit 218 PS und 306 PS sowie sattem Reihensechszylinder-Klang. Wer das Cabrio im Alltag nutzen möchte, kann zur Automatik greifen, für die sommerliche Landstraßenhatz empfiehlt sich aber eher die knackige Sechsgang-Handschaltung.

Fahrdynamisch ist das 1er-Cabrio ein echter BMW. Für manche mag die sportliche Aufhängung zu hart sein, für Spaß auf kurvigen Strecken ist sie aber goldrichtig. Das 1er-Cabrio ist wohl das agilste Fahrzeug in diesem Segment und besonders durch sein straffes Fahrwerk und die Lenkung mit viel Rückmeldung ein echter Genuss auf der Landstraße.

Fünf Sterne beim EuroNCAP

In Sachen Sicherheit war das 1er-Cabrio bei seiner Vorstellung voll auf Kurs: Fünf Sterne beim Euro-NCAP-Crashtest und sechs Airbags geben ein gutes Bild ab. Und auch bei der Ausstattung macht das kleine Cabrio eine gute Figur. Besonderes Highlight ist ein Leder mit spezieller Pigmentierung, das die Oberflächen-Temperatur der Sitze im Sommer um bis zu 20 Grad senken kann. Ansonsten ist das Cabrio mit dem bewährten iDrive-Infotainment, sportlichen Ausstattungen wie Sitze, Fahrwerk und Bodykit sowie schicken Leichtmetallrädern solide aufgestellt.

Qualität: An der Grundqualität gibt es beim 1er-Cabrio wenig zu mäkeln. Lediglich das bereits erwähnte knarzende Armaturenbrett und ein Rückruf wegen falsch verschraubter Lichtmaschine gibt es beim kleinen BMW zu beklagen. Dazu kommen bei den Vierzylindern allerdings häufig Probleme mit den Steuerketten. Hier ist guter Rat teuer: Der Motor muss zum Tausch raus, das Ganze verschlingt mindestens 14 Stunden Arbeit.

Auf Verschleiß an Achsstellen achten

Wer einen gebrauchten E88 kaufen will, sollte vor allem den Verschleiß an Achssteilen, Dämpfern und Bremskomponenten begutachten. Klar: Ein sportliches Auto wird auch oft so gefahren. Das geht zu Lasten der relevanten Teile.

Fazit: Das 1er-Cabrio der Generation E88 ist ein schönes Auto für den Zweit- oder Drittbesitz, kann bei regelmäßiger Pflege aber auch ein guter Begleiter für jeden Tag sein. Besonders die klang- und durchzugsstarken Sechszylindermotoren und der in dieser Klasse einzigartige Heckantrieb machen das 1er-Cabrio zu etwas Besonderem. Wer ein solides Exemplar mit akzeptabler Laufleistung erstehen möchte, muss aktuell mindestens 13.000 Euro in die Hand nehmen. Topmodelle mit über 300 PS kosten gerne mehr als 23.000 Euro. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).

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