E10-Debakel: Shell kehrt zu Super mit 95 Oktan zurück

Ramsauer unterstützt Anzeige des ADAC

E10-Debakel: Shell kehrt zu Super mit 95 Oktan zurück
Super E10 ist unbedenklich für Oldtimer. © dpa

Aral hat es vorgemacht, nun bietet auch Shell Super mit E5 und 95 Oktan wieder an den Tankstellen an. Bundesverkehrsminister Ramsauer hat die Anzeige des ADAC gegen die Mineralölkonzerne unterdessen begrüßt.

Nach Marktführer Aral kehrt nun auch der Branchenzweite Shell zum gewohnten Superkraftstoff mit fünf Prozent Ethanol und 95 Oktan zurück. Der Kraftstoff werde in Süd- und Ostdeutschland künftig zusätzlich zum umstrittenen Bio-Sprit E10 mit zehn Prozent Ethanol angeboten, teilte Shell am Montag in Hamburg mit. Die Umstellung werde mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Keine Einführung von E10 in Norddeutschland

Im Gegensatz zu Aral will Shell jedoch E10 in Nord- und Westdeutschland vorläufig nicht einführen. Dazu müssten erst die weitere Entwicklung in den E10-Regionen abgewartet und Erkenntnisse ausgewertet werden. Langfristig setze Shell auf E10.

Am Wochenende hatte in der Debatte um den Biokraftstoff E10 Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Anzeige des ADAC gegen die Ölkonzerne begrüßt. Gleichzeitig kritisierte er im Nachrichtenmagazin "Focus" die Kundenaufklärung der Mineralölwirtschaft bei der E10-Einführung. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) hatte dem am Samstag widersprochen. "Ich halte das Marktverhalten einiger Konzerne für nicht in Ordnung. Der ADAC hat mein volles Verständnis, wenn er mögliches Marktfehlverhalten anprangert", sagte Ramsauer dem "Focus". Die Konzerne müssten viel mehr Aufklärungsarbeit leisten.

"Wenn es darum geht, neue Hochleistungskraftstoffe einzuführen, investiert die Mineralölwirtschaft ja auch viel Geld für Kampagnen. Bei der Einführung von E10 tut sie dies bislang nicht", kritisierte der Minister. Der MWV veröffentlichte dagegen eine Pressemitteilung auf seiner Webseite, in der er die Informationskampagnen der Tankstellen als erfolgreich bewertete. Durch ausgelegte Listen an den Tankstellen seien inzwischen drei Viertel aller Autofahrer über die E10-Verträglichkeit ihres Fahrzeugs informiert. "Damit hat die Mineralölwirtschaft ihren Beitrag zum Gelingen des Benzingipfels erfolgreich geleistet", kommentierte der Verband. (AG/dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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