Baijah Stalker: Kleinst-Kraxler fürs Grobe

Nach dem großen Tulos 4×4 will der russische Offroad-Spezialist Baijah einen 3,3 Meter langen kompakten Geländewagen auf die Räder stellen. Der «Stalker» hat eine Kunststoff-Karosserie und wiegt nur 750 Kilogramm. Antriebsstrang und Motor kommen von Fiat.

Von Sebastian Viehmann

Über einen Mangel an üppigen Geländewagen kann sich der Markt zurzeit nicht beklagen. Je kleiner der Wagen sein soll, desto schmaler wird jedoch die Auswahl. Einer der wenigen Offroad-Zwerge ist der Suzuki Jimny, zu haben ab 14.600 Euro. Einen Fiat Panda 4x4 gibt es ab 12.250 Euro, doch echte Nehmer-Qualitäten im Gelände hat der kleine Italiener nicht. Nun verspricht ein neues Auto Offroad-Vergnügen für kleines Geld: Unter dem Projektnamen «Thundra» hat der russische Geländewagen-Bauer Baijah ein kompaktes Fahrzeug entwickelt, das nach vier Jahren Entwicklungszeit kurz vor der Serienreife steht. «Der Verkaufspreis wird unter 10.000 Euro liegen», sagt Andreas Zerilli von Baijah Automotive. Das Fahrzeug soll unter dem Namen «Stalker» vermarktet werden.

Kürzer als Jimny

Der Stalker ist mit 3,3 Metern Länge noch ein Stück kürzer als der Suzuki Jimny. Das Leiterrahmen-Chassis, extrem kurze Überhänge, ein kurzer Radstand und die große Bodenfreiheit versprechen gute Offroad-Eigenschaften. Der russische Gelände-Zwerg wiegt leer je nach Antriebsstrang zwischen 750 und 1150 Kilogramm und hat eine Karosserie aus PU-Kunststoff. Sie soll zu rund 60 Prozent aus recyceltem Material bestehen und wird beim russischen Kunststoff-Riesen Apal gefertigt. Die hintere Dachpartie ist als abnehmbares Hardtop konzipiert, so dass die Fond-Passagiere - geschützt durch einen Überrollbügel - auch im Freien sitzen können.

Das Fahrzeug basierte ursprünglich auf der Plattform des Lada Niva, nun soll die Technik aber vom Fiat Panda 4x4 kommen. Der Stalker hat einen permanenten Allradantrieb mit zuschaltbarer zentraler Differenzialsperre. Auch die Motoren sollen deutlich moderner sein als das bewährte, aber Sprit schluckende 82 PS-Aggregat des Niva. Als Motorisierung für den Stalker ziehe man sowohl Aggregate von Fiat als auch vom Smart in Erwägung, sagt Andreas Zerilli. In Frage kämen der Dreiliter-Diesel des Smart sowie von Fiat ein 80 PS-Benziner oder 90 PS-Dieselmotor mit optionalem Partikelfilter.

Vielseitig einsetzbar

Bessere Sicht für den Stalker Foto: Baijah

Einen Markt für den Stalker sieht Baijah vor allem in Südeuropa, wo der Wagen als Freizeit- und Mietfahrzeug Erfolg haben könnte. Auch als Plattform für Nutzfahrzeuge oder als Einsatzfahrzeug bei Organisationen wie den Vereinten Nationen rechnet die Firma mit regem Interesse für den leichten Kraxler.

Mit einem Gürtel aus Aramid oder Kevlar-Fasern innerhalb der Karosserie könnte der Stalker dabei auch zum Schutzfahrzeug werden. Wann der Wagen nach Deutschland kommt sowie die Details zur Ausstattung stehen noch nicht fest. Airbags und eine Klimaanlage sollen aber an Bord sein.

Vorheriger ArtikelSchönstes Auto in Detroit
Nächster ArtikelDer Wilderer

Keine Beiträge vorhanden