8. Mai 2015

Premiere in Barcelona Seat Ibiza: Revolution von innen

Der Seat Ibiza setzt auf die Vernetzung.
Der Seat Ibiza setzt auf die Vernetzung. © Seat

Nach dem VW Polo, dem Skoda Fabia kommt nun auch Seat mit seinem Kleinwagen Ibiza auf den Markt. Das neue Modell der Spanier zeichnet sich insbesondere durch seine Vernetzung aus.




Das Riesenstadion Camp Nou ist zehn Autominuten vom Messegelände entfernt. Zwei Schauplätze in der Barcelona, die innerhalb weniger Stunden die Herzen der stolzen Katalanen höher schlagen ließen. Erst der grandiose Sieg des heimischen FC gegen die Bayern. Dann nach einer durchfeierten Nacht der erste Rundgang über die Messe mit den neusten Autos aus aller Welt. Die Auto-Begeisterung kommt in Spanien an dritter Stelle: Nach dem Fußball und – natürlich – den Señoras.

Besonders die Weiblichkeit hinterm Steuer hat für die in Barcelona ansässige VW-Tochter Seat eine besondere Bedeutung. Denn der neue Ibiza, die einzige Weltpremiere auf der Auto-Show, ist in hohem Maße bei Frauen beliebt. „Unsere meist jüngeren Kundinnen sind eine ganz wichtige Zielgruppe“, sagt denn auch Seat-Chef Jürgen Stackmann.


Vernetzung im Mittelpunkt

Und da das Design des Kleinwagens auf Polo-Basis schon bisher gut ankam, blieb es bis auf die leicht veränderten Scheinwerferaugen nahezu unangetastet. „Die Revolution findet innen statt“ meint Stackmann, der seine Gäste auf dem Seat-Stand erstmals in perfekt klingendem Spanisch begrüßte. Der Top-Manager mit deutschem Pass verweist neben dem neu gestalteten Armaturenbrett samt Lenkrad vor allem auf die perfektionierte Vernetzung des Ibiza mit allen gängigen Typen von Smartphone.

Eine Tatsache, die Seats Entwicklungschef Matthias Rabe besonders betont: „Unsere Full-Link-Funktion kann sich mit Googles Androidsystem ebenso verbinden wie mit Apples IOS. Da sind wir Vorreiter in dieser Fahrzeugklasse“. Das System ermöglicht es dem Fahrer, wesentliche Inhalte seines Smartphones auf den Touchscreen-Monitor zu übertragen. Ob Emails, Facebook oder Twitter. „Im Ibiza ist man always connected“, so Rabe. „Im Mittelpunkt der Entwicklung stand eine möglichst sichere und intuitive Bedienung der Funktionen“.

Drei Varianten im Angebot

Auch den neuen Ibiza wird es in drei Versionen geben: Als dreitüriges Sportcoupé SC, als geräumigen Kombi mit dem Kürzel ST ist natürlich als klassischen Fünftürer mit Schrägheck. Alle profitieren von der Veredelungskur im Interieur. Die Materialien wirken nun hochwertiger und bestehen auch den Handflächen-Streichel-Test, der die Qualität der Oberflächen verrät. Zudem wurde mehr Liebe zum Detail freigesetzt, was zum Beispiel beim Lenkrad oder der Neugestaltung der farbig umrandeten Luftdüsen deutlich wird, sofern man das per Preisliste ordert.

Auch unterm Blech hat sich laut Seat viel getan: Das Fahrverhalten soll jetzt dem des größeren Leon ähneln. „Wir haben die Kritik unserer Kunden aufgenommen“, berichtet Chef Stackmann. „Der Ibiza bietet jetzt deutlich mehr an Komfort ohne dabei die sportliche Note zu vernachlässigen“. Bisher war das Fahrwerk des kleinen Spaniers für den Geschmack mancher seiner Nutzer deutlich zu hart geraten. Komplett neu im Ibiza ist auch die Motorenpalette. Sie wird vor allem vom Dreizylinder mit einem Liter Hubraum (55 kW/75 PS bis 81 kW/110 PS) beherrscht. Etwas später kommt der Vierzylinder (1,4 Liter Hubraum, 110 kW/150 PS), der dank seiner zeitweisen Zylinderabschaltung beim Gaswegnehmen mit 4,8 Litern auf 100 Kilometer auskommen soll. Ebenfalls im Programm sind drei Dieselversionen (ab 55 kW/75 PS).

Leon besonders beliebt

Das Heck des neuen Seat Ibiza
Das Heck des neuen Seat Ibiza © Seat

Wenn er im Sommer zu kaum veränderten Preisen (ab 11.990 Euro) auf den Markt kommt, wird der neue Ibiza seine Position als Nummer zwei in der firmeninternen Hitparade wohl locker behaupten können. Bestseller im Programm bleibt der Leon. Der Golf-Ableger macht Jürgen Stackmann besonders Freude. „Er ist unser Wachstumstreiber und hat den Blick auf die Marke Seat verändert. Viele seiner Kunden kommen von anderen Marken zu uns“. Mit dem Erfolg des Leon, aber auch dem ebenfalls leicht verbesserten Siebensitzers Alhambra kommt auch mehr Geld in die Kasse des VW-Sorgenkindes.

Denn an diesem Modell wird besser verdient als in der Kleinwagen-Klasse, in der der Ibiza zu Hause ist. Nachhaltige finanzielle Entspannung auf dem Konto soll aber vor allem der im nächsten Jahr erscheinende SUV bringen. „Dann verschieben wir unseren Modellschwerpunkt noch etwas weiter nach oben“, prophezeit Stackmann. (SP-X)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Neuwagen



Mehr zur Marke Seat

Zehn PS mehr für die R-VarianteSeat schärft Leon Cupra nach

Seat verschafft dem Leon Cupra als R-Version weitere zehn Pferdestärken. Das limitierte Topmodell des spanischen VW Golf-Cousins gibt es in Deutschland nur mit Handschalter und ohne Allrad.


Keine Pläne für Kündigung der HändlerverträgeSeat auf dem Weg in den Club der 100.000er

Bei Seat Deutschland steigt die Erfolgskurve seit einigen Jahren kontinuierlich nach oben. Geschäftsführer Bernhard Bauer zeigt sich entsprechend selbstbewusst.


Kompaktsportler mit 310 PSSeat bringt stärksten Serien-Leon Cupra R

Seat präsentiert auf der IAA mit dem Leon Cupra R das stärkste Serienfahrzeug in der Geschichte der spanischen VW-Tochter. Allerdings ist der um weitere zehn PS verstärkte Kompaktsportler nur eine gewisse Zeit erwerbbar.



Mehr aus dem Ressort

Erstmals setzt Mini bei der Dakar auf einen Buggy
Hinterrad- statt AllradantriebMini schickt Buggy zur Dakar

Mini feiert Premiere auf der traditionellen Dakar-Rallye. Zwischen Bolivien, Peru und Argentinen wird Anfang des kommenden Jahres erstmals ein Buggy des britisch-deutschen Teams über Sand und Berge düsen.


Ausblick auf die neue A-KlasseMercedes lädt in den Darkroom

Die neue Mercedes A-Klasse wird im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Sie will Benchmarks im Segment setzten. Nun gewährten die Schwaben einen ersten Ausblick.


Der SCG 004S greift auf 650 PS zurück
Einstiegsmodell für knapp 340.000 EuroSCG 004S als Hommage an die Siebziger

Die Scuderia Cameron Glickenhaus erinnert mit dem 004S an die italienischen Sportwagen der siebziger Jahre. Das Einstiegsmodell von Milliardär Jim Glickenhaus soll künftig aber auch in Le Mans eine gute Figur abgeben.