8. September 2016

Marktstart 2017 Peugeot 5008: Bieder war gestern

Das Design des Peugeot 5008 wirkt moderner als beim Vorgänger.
Das Design des Peugeot 5008 wirkt moderner als beim Vorgänger. © Peugeot

Peugeot schickt im Frühjahr des kommenden Jahres die neue Generation des 5008 auf den Markt. Das SUV der Franzosen ist dabei nicht nur um elf Zentimeter länger geworden, sondern kommt auch mit einem frischeren Design daher.




Eigentlich sind sie verdammt praktisch, vielleicht die praktischsten Autos überhaupt: Vans. Viel Platz, auf Wunsch zahlreiche Sitzplätze und mit vielen großen Fenstern und der praktischen Kastenform trotz ihrer Größe noch recht übersichtlich. Dennoch geht es ihnen an den Kragen.

Immer öfter verschmäht die Kundschaft im Autohaus die grundsoliden Fahrzeuge und wendet sich lieber den rausgeputzten SUV zu. Darauf reagiert auch Peugeot mit der Neuauflage des 5008, die im kommenden Frühjahr zu den Händlern rollt: Der Name ist der Alte, doch der biedere Van hat sich zu einem schmucken Hochbeiner gemausert.


An Länge zugelegt

Auf 4,64 Meter (elf Zentimeter mehr als der Vorgänger) erstreckt sich dieses SUV, dessen Front ziemlich bullig wirkt: Der Kühlergrill steht senkrecht, die Scheinwerfer sind modern gezeichnet und die zahlreichen Chromapplikationen funkeln hell, als wir den neuen 5008 das erste Mal im Pariser Sonnenlicht live sehen. Ein stimmiger Wurf, zumindest von vorne. Am Heck aber werden sich die Geister scheiden: Scheinbar konnten sich die Designer nicht ganz von der Kastenform trennen und haben an die optisch schräg stehende D-Säule noch einen Rucksack angeflanscht. Nicht ganz so extrovertiert wie SsangYong einst beim Rodius, aber in der Seitenansicht doch recht auffällig. Und schaut man sich den Hintern genauer an, bleibt man auch unweigerlich an der ziemlich wuchtigen Heckschürze hängen, die nicht so ganz zum sonst stimmigen Auftritt passen will.

Aber wer weiß, vielleicht fallen diese Details ja im Großstadtgewusel gar nicht mehr auf. Dort ist der 5008 nämlich zuhause, und wird in der Regel zwischen Supermarkt, Kindergarten und Fußballplatz pendeln. Dass er aber auch anders kann, wollte uns Peugeot bei unserer zweiten Begegnung im französischen Niemandsland, eine gute Stunde westlich von Basel, beweisen. Auf einem einsamen Wald-und-Wiesen-Stück erproben die Ingenieure hier die Geländegängigkeit. Richtig gehört: Auch wenn er nur selten Matsch unter den Rädern haben wird, der 5008 wird mit der optionalen Advanced Grip Control zum richtigen SUV – inklusive verschiedener Offroad-Fahrprogramme.

Die arbeiten so talentiert und koordinieren Kraftverteilung und ESP-Eingriffe an der Vorderachse derart geschickt, dass der nicht verfügbare Allradantrieb kaum auffällt. Klar, hin und wieder schlupfen die Pneus ein wenig, doch meistert der 5008 dank seiner Regeltechnik auch steile Querfeldein-Passagen auf rutschigem Untergrund mit Bravour.

Bergabfahrassistent überarbeitet

Bergauf ist kein Problem, und wieder runter? Auch nicht: Peugeot hat den Bergabfahrassistenten überarbeitet und ihn zur Hill Assist Descent Control gemacht. Während die meisten Systeme den Wagen nicht langsamer als mit Standgas den Hang hinab bringen, da sonst der Motor abgewürgt werden würde, kann man beim 5008 zukünftig durch Treten der Kupplung und/oder Einlegen des Leerlaufs mit nur drei km/h den Berg hinunter kriechen. Die Regeltechnik übernimmt das Bremsen, der Fahrer kann sich voll und ganz aufs Lenken konzentrieren. Der Clou: Gibt man im Neutral-Modus etwas Gas, beschleunigt der 5008 sogar, indem er die Bremskraft reduziert. Erhältlich ist das neue System auch für die Modelle mit Automatik, bauartbedingt ist es hier aber freilich weniger reizvoll, weil man damit sowieso problemlos ganz langsam rollen kann.

Das Heck des 5008 von Peugeot
Das Heck des 5008 von Peugeot © Peugeot

Der Peugeot 5008 darf sich trotz fehlenden Allradantriebs zurecht SUV nennen, aber auch um die klassische Van-Tugend Platz steht es mit 2,84 Meter Radstand ordentlich: In der ersten Reihe ist der Freiraum großzügig bemessen und dank des sogenannten i-Cockpits wirkt der Franzose luftig: Der Fahrer hält nur ein kleines, oben und unten abgeflachtes Lenkrad in den Händen, dahinter thront ein großes, digitales Kombiinstrument; in der Mittelkonsole gibt’s dazu ein zeitgemäßes Infotainmentsystem. In der zweiten Reihe können drei nicht allzu lange Passagiere kommod auf Einzelsesseln Platz nehmen; wer häufiger Sitzriesen mitnimmt, sollte aber auf das Panoramadach verzichten, das die Kopffreiheit spürbar reduziert.

Herausnehmbare Sitze

Dahinter gibt es auf Wunsch zwei weitere, im Ladeboden versenkbare und auch herausnehmbare Sitze. Werden die Plätze in der dritten Reihe nicht benötigt, gehen bei voller fünfsitziger Bestuhlung 1.060 Liter Gepäck in den dank der niedrigen Ladekante gut zu bepackenden Kofferraum. Dass die Heckklappe auf Wunsch per Fußschwenk aufgeht, gehört heutzutage fast schon zu den Standards in der Ausstattungsliste, ebenso wie Spurhalteassistent, Tempolimit-Erkennung, Abstandstempomat oder Parkassistent, die für den 5008 auch zu haben sind.

Bleibt noch die Frage nach den Antrieben: Zum Marktstart im März 2017 plant Peugeot nur bekannte Benziner und Diesel für den 5008 ein. Die Turbo-Ottos leisten etwa 130 (1,2-Liter-Dreizylinder) und 165 PS (1,6-Liter-Vierzylinder), die drei Vierzylinder-Diesel mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum entwickeln rund 120 bis 180 PS. Je nach Triebwerk gibt es ein Fünfgang- oder Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine sechsstufige Automatik. Wann die Franzosen eine Hybrid-Version nachreichen, ist noch offen, ebenso wie der Preis. Der dürfte sich aber mindestens auf dem Niveau des Vorgängers bewegen, der aktuell mindestens 26.700 Euro kostet. (SP-X)



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