11. Mai 2011

Fahrbericht Konkurrenz für den VW Tiguan Hyundai ix35: Koreanischer Räuber

Der Hyundai ix35 hat einen dynamischen Auftritt
Der Hyundai ix35 hat einen dynamischen Auftritt © Hyundai

Der Hyundai ix35 fordert im Segment der Kompakt-SUV den Platzhirschen VW Tiguan heraus. Dabei punktet der Geländewagen des koreanischen Herstellers nicht nur beim Preis.




Von Uwe Schmidt-Kasparek

Einen kleinen Verkaufsboom legt derzeit das SUV Hyundai ix35 auf das Parkett. Im März 2011 lag die Absatzsteigerung gegenüber dem Vorjahresmonat bei rund 127 Prozent. Das Schöne an dem koreanischen Geländegänger: Er wirkt ungemein sportlich, weil er schnittig wie ein Coupé erscheint. Die Verkaufserfolge der Südkoreaner auf dem deutschen Markt sind Anlass genug für einen neuen Fahreindruck des Offroaders. Immerhin hat die "Financial Times Deutschland" jüngst den Kampf "Hyundai gegen VW" ausgerufen.


Schneller Antritt

Tatsächlich räubert der agile Softroader erfolgreich im Teich des VW Tiguan. Schnell und sicher im Antritt, wirft den 1,67 Meter hohen Wagen mit seinen über 17 Zentimeter Bodenfreiheit einfach nichts aus der Bahn. Regelrecht im Sprint nimmt der 2,0-Liter-Dieselmotor mit seinen 100 kW/136 PS und dem optionalen Allradantrieb die steile Rampe in einem engen Parkhaus. Die angenehm sanft zu schaltende Sechsgang-Schaltung sorgt dafür, dass das hochbeinige Fahrzeug sozusagen "auf dem Fuß" folgt. Im Hintergrund achtet das elektronische Antischleudersystem ESP darauf, dass selbst plötzliche Ausweichbewegungen oder echte Fahrfehler nicht böse enden.

Zusätzliche Sicherheit gibt es über die Traktionskontrolle TCS und einen Bremsassistenten. Wendemanöver können problemlos sowohl über Stock und Stein also auch über einen hohen Bordstein gehen. Auf der Autobahn bleibt die Volldampffahrt mit angezeigten 185 km/h ohne jede Wirkung auf die Passagiere. Unaufgeregt, mit akzeptablem Geräuschpegel düst der bei Besetzung mit vier Personen plus Reisegepäck rund 2,1 Tonnen schwere Geländewagen über die Autobahn. Abrupte Bremsmanöver bringen das Gefährt genauso wenig in Unruhe, wie starke Beschleunigung.

Schnittig geformte Front

Viel Platz haben die Insassen im Hyundai ix35
Viel Platz haben die Insassen im Hyundai ix35 © Hyundai

Die großen, futuristisch geformten Außenspiegel, die in der Ausstattungsvariante "Style" bereits integrierte Blinkleuchten aufweisen, geben einen sicheren Blick nach hinten. Das gilt selbst dann, wenn der Innenspiegel durch bis zum Dachfirst gepacktes Gepäck nicht nutzbar ist. Die schnittig geformte Front mit großem Kühlergrill zieht nicht nur beim Parken neugierige Blicke auf sich.

Daher kann es der Hyundai ix35 durchaus mit edlen Klassengenossen wie dem Mercedes GLK, dem BMW X3 oder sogar dem Audi Q5 aufnehmen. Allein beim Preis hängt der Koreaner alle ab. So sollte man für die Edel-Offroader mit Preisen um 40.000 Euro rechnen. Der Hyundai ix35 2.0 CRDi 4WD ist hingegen schon ab 26.790 Euro zu haben. Gegen Aufpreis gibt es beispielsweise ein Paket mit elektrisch einklappbaren Spiegeln, Smart-Key-System sowie einem Regensensor.

Kein Blechbüchsen-Image mehr

Der Hyundai ix35 benötigt auf der Autobahn 8,5 Liter Diesel
Der Hyundai ix35 benötigt auf der Autobahn 8,5 Liter Diesel © Hyundai

Außerdem sollte man auf keinen Fall auf das 6,5-Zoll großen, sehr übersichtlichen und leicht zu bedienende Farb-Touchscreen verzichten. Das System enthält das Navi und eine Rückfahrkamera, die, dem Design sei schuld, unbedingt notwendig ist. Wer sich nicht von dem immer hektisch piepsenden Warnton der Hecksensoren verunsichern lässt, kann bis auf Haaresbreite auf die Stoßstange seines Hintermannes auffahren.

Kleinigkeiten wie der große Knopf zum Spiegelabklappen an der Wagentürarmatur zeigen die hohe Professionalität der südkoreanischen Baumeister. Das Blechbüchsen-Image hat dieser Offroader längst weit hinter sich gelassen: Hier klappert nichts. Nur beim Start brummt der Hyundai ix35 kurzfristig noch ein wenig. Allein der Verbrauch liegt in der Praxis bei strenger Fahrweise auf der Reise deutlich über dem vom Hersteller angegeben Schnitt von 5,7 Litern Diesel. Bei Autobahnfahrt verschlingt der Offroader laut Bordcomputer im Bereich der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h rund 8,5 Liter Diesel. Wer den Fahrspaß auf die Spitze treibt, muss mit rund 30 Prozent höherem Verbrauch rechnen.

Vorsicht Heckklappe

Sehr hochwertig ist der Innenraum des Hyundai ix35
Sehr hochwertig ist der Innenraum des Hyundai ix35 © Hyundai

Zwar lassen sich im Kofferraum - ohne umgeklappte Rückbank - 10 Gepäckstücke problemlos verstauen. Der Lademeister sollte jedoch nicht größer als 1,85 Meter sein. Sonst stößt er an die Kante der Heckklappe. Allein an dieser Stelle sind die Koreaner wohl noch vom heimischen Gardemaß beeinflusst. Verbesserbar ist zudem die Klimaanlage. Der Geräuschpegel des Umluft-Propellers ist schon in kleinerer Stufe recht laut. Zudem dauert es eine Weile, bis beispielsweise Heckpassagiere von der kühlen Luft profitieren können. (mid)






Mehr zur Marke Hyundai

Premiere des Genesis G70Hyundais Edel-Ableger nimmt Kurs Richtung Europa

Hyundai will seinen edlen Ableger Genesis bis zum Ende des Jahrzehnts in Europa einführen. Dem gerade in Seoul vorgestellten G70 sollen zunächst zwei weitere Limousinen sowie zwei SUV folgen.


Neue Generation im nächsten JahrHyundai erweitert Brennstoffzellenauto-Palette

Hyundai hat ein neues Brennstoffzellenfahrzeug präsentiert. Zugleich kündigte der Hersteller eine Basisarchitektur für Elektroautos an, der erstes Produkt 2018 auf den Markt kommt.


SUV ab November erhältlichSpätstarter Hyundai Kona: Das fünfte Standbein

Hyundai hat seiner SUV-Familie einen sportlichen Charakter verliehen. Der kleine Kona hat nicht nur vom Aussehen große Chancen im äußerst trendigen Segment der B-SUV.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.