8. Juni 2017

Fahrbericht Marktstart im September Peugeot 308: Mit Sauberkeit auf Kundenfang

Der neue Peugeot 308.
Der neue Peugeot 308. © Peugeot

Peugeot hat den 308 einer Modellüberarbeitung unerzogen. Optisch hat sich kaum etwas Sichtbares geändert, doch dafür hat sich etwas bei den Motoren getan.




Das klassische Facelift hat scheinbar ausgedient, immer seltener verändern die Hersteller im Zuge einer Produktaufwertung tatsächlich noch das Gesicht ihrer Autos. Hier und da ein paar Retuschen an den Schürzen und vielleicht neue Leuchtengrafiken sind oft das Höchste der Gefühle. Das gilt auch für den Peugeot 308, der ab dem 9. September für mindestens 18.700 Euro leicht überarbeitet bei den Händlern steht.

Die französischen Designer haben sich so stark zurückgehalten, dass selbst Fans der Marke zwei Mal hinschauen müssen, um den als Limousine und für rund 1.000 Euro mehr auch als Kombi erhältlichen Kompakten von seinem Vorgänger unterscheiden zu können. Sichere Indizien für die neueste Generation sind der in den Kühlergrill gewanderte Marken-Löwe und der neue Tankdeckel: Der hat seine runde Form gegen eine eckige getauscht und bietet damit auch Platz für den AdBlue-Einfüllstützen. Damit macht der 308 einen weiteren Schritt nach vorne in Sachen saubere Motoren.


Breites Motorenangebot

Das ohnehin breite Angebot an Benziner (81 kW/110 PS bis 200 kW/272 PS) und Dieseln (75 kW/100 PS bis 130 kW/180 PS) wird zukünftig um einen neuen 1,5-Liter-Selbstzünder mit zunächst 96 kW/130 PS erweitert. Der Vierzylinder erfüllt die, Ende des Jahres kommende, nächste Ausbaustufe der Euro-6-Abgasnorm (Euro 6c) und soll im Vergleich zum 1,6-Liter-Diesel, den er über kurz oder lang komplett aus dem Programm verdrängen wird, rund fünf Prozent weniger Sprit verbrauchen. Offizielle Werte gibt Peugeot noch nicht an, doch dürfte sich der Norm-Verbrauch damit der Drei-Liter-Marke nähern.

Auch zu den Sprintzeiten gibt es aktuell noch keine offizielle Angabe, gefühlt kommt der durchzugsstarke Motor aber in unter zehn Sekunden auf Landstraßentempo – vorausgesetzt, der Fahrer schaltet eifrig. Das neue Aggregat läuft nämlich so leise und vibrationsarm, dass man gern mal mit nur knapp über 1.000 Umdrehungen dahingleitet und sich beim Beschleunigen zunächst wundert, wo denn die Kraft geblieben ist. Doch sobald die Nadel des Drehzahlmessers wieder in Richtung 2.000 Touren wandert, legt sich der Direkteinspritzer kräftig ins Zeug. Ab Anfang 2018 übernimmt auf Wunsch auch eine Automatik die Schaltarbeit übernehmen.

Ab Herbst Automatik erhältlich

Das Cockpit im 308
Das Cockpit im 308 © Peugeot

Bereits ab Herbst 2017 ist die neue Automatik für den bekannten Zwei-Liter-Top-Diesel verfügbar. Das 180-PS-Aggregat lässt seine 400 Newtonmeter Drehmoment dann ausschließlich von einem neu entwickelten Achtgang-Getriebe verwalten, dass die Sechsstufen-Automatik sukzessive bei allen Motoren in Rente schickt. Der zusammen mit Aisin konstruierte Wandler hebt mit seinen sanften Schaltvorgängen einerseits den Komfort nochmal auf eine höhere Stufe, und soll andererseits den Verbrauch senken; unter anderem dadurch, dass beim Ausrollen schon ab 20 km/h die Stopp-Start-Funktion den Motor abstellt.

Die Neuerung bei den Benzinern heißt Partikelfilter. Als erster Motor profitiert im Peugeot 308 der 130 PS starke 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo davon, der so die Euro-6-c-Grenzwerte erfüllt; im Laufe des kommenden Jahres werden weitere Motoren mit der neuen Abgasreinigung ausgerüstet. Gleichzeitig bekommt der 130-PS-Otto ein neues Schaltgetriebe und Peugeot verspricht im Vergleich zum gleichstarken Vorgänger-Motor, der bis zum Start des neuen Saubermanns Ende des Jahres vorerst noch angeboten wird, rund vier Prozent weniger Durst. Was die neuen Antriebe kosten, verraten die Franzosen noch nicht, allerdings dürften die Preise nur gering über den bisherigen Tarifen liegen. Für den 130-PS-Diesel sollte man also rund 24.500 Euro einkalkulieren, der Partikelfilter-Otto wird bei rund 22.500 Euro beginnen.

Ordentliches Fahrwerk

Das Heck des 308
Das Heck des 308 © Peugeot

Das ordentlich abgestimmte Fahrwerk, die knackige Lenkung oder den wegen des Soundgenerators etwas nervigen Sportmodus haben die Franzosen unberührt gelassen, dafür legten sie bei der Überarbeitung Wert auf verbessertes Infotainment und neue Assistenzsysteme. In der Mittelkonsole verwenden die Franzosen zukünftig die jüngste Generation ihres Touchscreens-Multimedia-Systems, an das Smartphones zwar problemlos per Mirror-Link, Android Auto oder Apple Car-Play angebunden werden können, dessen Bedienung aber nicht immer ganz intuitiv ist. Ansonsten bleibt das Cockpit mit dem sportlich-kleinen Lenkrad unverändert: Digitale Instrumente wie beim 3008 oder 5008 gibt es vorerst nicht und auch das etwas schnöde Hartplastik unterhalb des Armaturenbretts muss noch eine Weile lang durchhalten.

Von seinen neuen SUV-Brüdern hat sich der 308 dafür ein paar elektronische Helferlein abgeschaut und wartet nun mit einem für die Kompaktklasse überdurchschnittlich guten Sicherheitspaket auf: Von der Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung über den aktiven Spurhalteassistenten und eine Einpark-Automatik bis hin zur Verkehrsschilderkennung, die das Tempolimit auf Wunsch direkt an den Tempomat weitergibt, sind zahlreiche Sicherheitssysteme erhältlich. Sogar einen Abstands-Tempomat hat Peugeot im Angebot, allerdings ausschließlich für die dritthöchste Ausstattung. In der Basis-Version Access kann man dagegen von den all den Assistenten – wie auch von den LED-Scheinwerfern, den Massagesitzen oder einem einfachen Regensensor – nur träumen. (SP-X)






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