3. November 2016

Fahrbericht Vom Van zum SUV Peugeot 3008: Gelungene Verwandlung

Peugeot fährt mit dem 3008 ins SUV-Segment
Peugeot fährt mit dem 3008 ins SUV-Segment © Peugeot

Peugeot ist vom Van-Pfad abgebogen. Mit dem 3008 nehmen die Franzosen einen neuen Anlauf im SUV-Segment, der erfolgsversprechender zu scheint als der, den die Vorgängermodelle eingeschlagen hatten.




Keine Frage – der 3008 hebt sich aus der Masse der SUV ab. Dafür sorgt zu allererst das Gesicht des Peugeot mit dem mächtigen Kühlergrill, der von eigenwillig gezeichneten Scheinwerfern begrenzt wird. Der Unterfahrschutz trägt ebenso zum kraftvollen und gleichwohl sportlichen Auftritt bei wie die großen Lufteinlässe, die muskulös ausgearbeiteten Radhäuser und die Seitenschweller. Dem Heck geben die sogenannten Krallenleuchten einen unverwechselbaren Ausdruck.

Unverwechselbar ist auch der Innenraum. Hier fällt auf den ersten Blick das im Verhältnis zum eher bulligen Äußeren geradezu winzige und relativ tiefliegende Lenkrad auf, das bereits im kleinen 208 im Einsatz ist. Kaum zu glauben, dass der 4,45 Meter lange Wagen damit in der Spur gehalten werden kann. Doch das gelingt tadellos. Es dauert nur wenige Augenblicke, dann stellt sich der Aha-Effekt ein.


Mini-Lenkrad passt auch in den Peugeot 3008

Mit dem Mini-Lenkrad lässt sich der 3008 äußerst agil um die Ecken steuern und bestens im Stadtverkehr bewegen. Auf der anderen Seite ist beim Ein- und Aussteigen mehr Platz für den Fahrer vorhanden. Da der Blick auf die höher angesiedelten und generell digitalen Anzeigen (das so genannte i-Cockpit) über und nicht durch das Lenkrad geht, müssen die Augen kaum noch wandern, um die Übersicht auf die Straße zu behalten. Ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsaspekt. Den beinhaltet auch die deutliche Reduzierung der Schalter. Die wenigen Bedienelemente liegen jetzt in einer Reihe unter den Luftausströmern vor der Mittelkonsole.

Auch ansonsten hat sich im Innenraum eine Menge getan beim Wandel vom Van zum SUV. So kommen nun gut gepolsterte Sitze zum Einsatz, die aufgrund der Form besten Halt geben. Als erster Importeur bietet Peugeot zudem von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) zertifizierte Sitze an, die vielfach elektrisch verstellbar und damit vor allem bei Vielfahrern sehr beliebt sind. Für den Fahrer kostet ein solcher Sessel einen Aufpreis von 250 Euro (ab zweiter Ausstattungsversion). Ungewöhnlich auch einige Materialien, wie beispielsweise Filz in den Türbezügen, was aber bestens zum Charakter des Autos passt.

Peugeot hat das Cockpit des 3008 wertiger gestaltet
Peugeot hat das Cockpit des 3008 wertiger gestaltet © Peugeot

Das bietet auf der Rückbank viel Platz selbst für großgewachsene Personen. Bein- und Kopffreiheit sind gut. Der Kofferraum bietet hinter einer weit nach unten gezogenen Ladekante ein Volumen von 520 Litern, was bei nach vorne geklappten Lehnen (im Verhältnis 60:40) bis auf 1482 Liter erweitert werden kann – bei dann allerdings nicht ganz ebenem Boden.

Für den Antrieb stehen zunächst zwei Benzin- und drei Dieselmotoren zur Wahl. Basis ist der PureTech 130 mit einem 1,2 Liter-Dreizylinder und 96 kW/130 PS zum Grundpreis von 22.900 Euro. Der mit einem Sechsgang-Getriebe kombinierte Turbomotor wird mit einem Normverbrauch von 5,1 Litern angegeben. 121 kW/165 PS leistet der 1,6-Liter-Benziner THP 165, der mit einer Sechsstufen-Automatik gekoppelt ist und 5,8 Liter im Normzyklus verbraucht.

Allrad-Antrieb für Peugeot 3008 kommt 2018

Peugeot bietet im 3008 zahlreiche Fahrassistenzsysteme an
Peugeot bietet im 3008 zahlreiche Fahrassistenzsysteme an © Peugeot

Auf der Dieselseite ist der Blue HDi 120 das Einstiegsaggregat mit 88 kW/120 PS. Zweitstärkster Vertreter ist der Zweiliter mit 110 kW/150 PS Blue HDí150, der ebenso wie der kleinere Bruder die Kraft über ein Sechsgang-Getriebe auf die Vorderräder bringt. An der Spitze des Angebots steht der Zweiliter-Diesel mit 133 kW/180 PS Blue HDi 180) und einer Sechsstufen-Automatik. Eine gute Wahl dürfte der HDi 150 sein. Der Motor zieht kraftvoll durch, beeindruckt mit Laufruhe und extrem leisen Arbeitsgeräuschen auch bei flotter Fahrt.

Für die ist auch das Fahrwerk gerüstet. Die Abstimmung ist ausreichend straff für zügige Kurvenpassagen und komfortabel genug, um schlechte Wegstrecken souverän zu passieren. Wer sich mit dem 3008 aber abseits befestigter Straßen bewegen will, der sollte sich das Gelände zuvor gut ansehen. Zwar lassen eine Bodenfreiheit von 22 Zentimetern sowie Böschungswinkel von 20 Grad vorn und 29 Grad hinten durchaus so manche schwierigere Passage zu. Allradantrieb jedoch, den bietet Peugeot nicht an. Der wird 2018 kommen, wenn bei der dann in den Markt eingeführten Hybrid-Variante ein Elektromotor die Hinterachse antreibt.

Das Angebot an Assistenzsystemen ist ebenso wie die Serien- und Zusatzausstattung umfangreich. So zählen schon zum Basisangebot unter anderem das digitale Kombiinstrument, Tempomat, Klima- und Audioanlage, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und Frontkollisionswarner. 17-Zoll-Aluräder, ein Achtzoll-Touchscreen sowie Licht- und Regensensor gibt es ab der zweiten Ausstattungsstufe. Zudem hat Peugeot das Panorama-Glasdach jetzt auch als Schiebedach (1450 Euro) ausgelegt. (SP-X)






Mehr zur Marke Peugeot

Einsatz illegaler Software?PSA weist Betrugsvorwurf zurück

Der PSA-Konzern soll nach einem Medienbericht 1,9 Millionen Dieselautos mit einer Betrugssoftware verkauft haben. Das wies der Autobauer zurück und sagt, dass man keine betrügerische Strategie verfolge.


Deutliches WachstumPSA vor Opel-Übernahme im Aufwind

Vor der Übernahme des Rüsselsheimer Autobauers Opel läuft es rund für den PSA-Konzern. So kletterte im ersten Halbjahr der Umsatz um fünf Prozent.


Bidirektionales LadenPeugeot iOn fungiert als mobiler Stromspeicher

Der französische Autobauer Peugeot hat sein Elektromodell iOn überarbeitet. Der Stromer kann nun auch dank einer neuen Schnittstelle als mobiler Stromspeicher genutzt werden.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.